U20-WM: Gelungener Auftakt für DFB-Elf

Von am 20. August 2012 – 14.12 Uhr 46 Kommentare

Die deutsche U20-Nationalelf ist mit einem Erfolgserlebnis in die U20-WM in Japan gestartet. Gegen China gab es einen ungefährdeten Erfolg, der sogar noch höher hätte ausfallen können. Auch andere Favoriten kamen am zweiten WM-Spieltag zu klaren Siegen.

Beim 4:0 (2:0)-Erfolg in Hiroshima vor nur 2 582 Zuschauern brachte Lena Lotzen ihr Team früh in Führung (3.), kurz vor der Pause erhöhte Anja Hegenauer auf 2:0 (45.). Ein Eigentor von Lin Yuping (74.) sowie ein Kopfball von Luisa Wensing in der Nachspielzeit (90.+1) machte den Sieg für die Elf von Bundestrainerin Maren Meinert perfekt.

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Zufriedene Meinert
Meinert war mit dem Auftritt ihrer Elf sehr zufrieden: „Das war von Anfang an eine sehr konzentrierte und engagierte Leistung. Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Wir waren einer Mannschaft wie China, die sich sehr lange vorbereiten konnte, klar überlegen. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft.“

Frühe Führung
Die deutsche Mannschaft erwischte einen Auftakt nach Maß, denn nach nicht einmal 180 Sekunden stand es bereits 1:0, nachdem Lena Lotzen im Strafraumgetümmel nach einer Hereingabe von Carolin Simon von der linken Seite am schnellsten reagierte und zum 1:0 einschoss (3.). Auch in der Folge dominierten die Deutschen die Partie klar, doch weitere gute Chancen, allen voran von Lotzen und auch Dzsenifer Marozsan, die unter anderem die Latte traf, führten zunächst nicht zu Toren.

Eiskalte Hegenauer
Doch Anja Hegenauer sorgte dafür, dass die Spielerinnen beruhigt in die Halbzeitpause gehen konnten, denn kurz vor Ende der ersten 45 Minuten nahm sie den Ball nach einem abgefälschten Marozsan-Freistoß gedankenschnell auf und verwertete mit einem platzierten Flachschuss eiskalt (45.). Zwar fanden die Chinesinnen in der zweiten Halbzeit etwas besser ins Spiel, doch Deutschland hatte die Partie weiter unter Kontrolle.

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Luisa Wensing

Luisa Wensing setzte beim 4:0-Sieg gegen China den Schlusspunkt © Nora Kruse / ff-archiv.de

Wensing mit Köpfchen
Eine Direktabnahme von Li Ying war die einzige gefährliche Chance der Chinesinnen im gesamten Spiel (62.). Leonie Maier spielte den Ball vom rechten Flügel scharf herein, die Chinesin Lin Yuping drückte die Hereingabe unfreiwillig über die eigene Linie (74.). Und kurz vor Schluss setzte die DFB-Elf noch einen drauf, als Luisa Wensing einmal mehr ihre Kopfballstärke unter Beweis stellte und zum Endstand einköpfte (90.+1).

Hayes-Hattrick bei USA-Sieg
Im zweiten Spiel der Gruppe D feierten die USA einen ungefährdeten 4:0 (1:0)-Sieg gegen Ghana. Ein Eigentor von Linda Addai (20.) verhalf den Amerikanerinnen zur Führung, ein Hattrick von Maya Hayes (50., 74., 90.+2) machte dann den deutlichen Erfolg perfekt. Dabei hatten die Ghanaerinnen zunächst gut in die Partie gefunden. „Wir haben ein tolles Team und haben heute eine gute Leistung abgeliefert“, so US-Trainer Steve Swanson.

Nordkorea schlägt Norwegen
In Gruppe C behielt Nordkorea in einer trefferreichen Partie in Kobe gegen Norwegen beim 4:2 (2:1) die Oberhand. Yun Hyon Hi (15.) sorgte für die Führung der Nordkoreanerinnen, Caroline Hansen gelang der Ausgleich (23.). Doch noch vor der Pause erhöhte Nordkorea per Elfmeter zum 2:1, wieder war Yun Hyon Hi erfolgreich (40.). Dank eines Treffers von Ada Hegerberg (54.) kämpfte sich Norwegen noch einmal heran, doch Kim Un Hwa (72.) und Kim Su Gyong (77.) machten den Erfolg der Asiatinnen perfekt.

Kanada fertigt dezimiertes Argentinien ab
Tabellenführer der Gruppe ist nach dem ersten Spieltag Kanada, das Argentinien mit 6:0 (5:0) abfertigte. Shelina Zadorsky (7.) eröffnete mit einem verwandelten Foulelfmeter den Torreigen gegen die Südamerikanerinnen, die wegen einer Notbremse bereits ab der 7. Minute auf Abwehrspielerin Agustina Barroso verzichten mussten. In Überzahl erhöhten Jaclyn Sawicki (20.) und Adrian Leon per Hattrick (22., 42., 45.+1) noch vor der Pause auf 5:0, Catherine Charron Delage sorgte für den Schlusspunkt (86.).

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

46 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Markus: Dann müsste Japan zumindest aber mit 5 Toren Unterschied verlieren oder Mexiko mindestens 3:3 spielen.

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  • Lusankya sagt:

    Zur Halbzeit steht’s es 0:0 zwischen Ghana und Deutschland. Das Spiel ist insgesamt nicht schlecht, aber die beste Arbeit wird jeweils von den Abwehrreihen verrichtet. Ghana ist offensiv im letzten Drittel komplett harmlos, hatte aber eine sehr gute Chance, bei der zum Glück Benkarth auf dem Posten war. Deutschland offensiv weitaus gefälliger, aber auch nicht mit vielen Torchancen. Die meisten und besten hat Rolser vergeben, von der ich ohnehin ziemlich enttäuscht bin. Lotzen steht dieses Mal nicht so oft im Abseits, ist aber dafür generell kaum zu sehen.
    Generell reiben sich unsere Offensivspielerin an der guten, aber auch harten Abwehrarbeit der Ghanaerinnen auf, besonders Marozsan musste schon einiges einstecken. Vielleicht tut dem deutschen Spiel ja der eien oder andere Offensivwechsel in der zweiten Hälfte gut. Dazu gab es schon zwei gelbe Karten für Ghana, die sich etwas zurückhalten müssen.

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  • Matze sagt:

    Mühsam nährt sich das Eichhörnchen…..
    Ghana 0:1 Deutschland.
    Und wieder in der Nachspielzeit durch ’ne Neu-Wolfsburgerin, diesmal Lina Magull.

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  • Sheldon sagt:

    1:0 am Ende!

    Eigentlich war es ein richtig gutes Spiel von Deutschland, gerade wie Lusankya schon sagte, in der Abwehr. Leonie Maier ist für mich heute die Spielerin des Spiels, auf der deutschen rechten Seite war kaum eine andere zu sehen, kaum ein Angriff der Ghanaerinnen über ihre Seite, dafür ging sie bis zur Strafraumgrenze mit und suchte auch den Abschluss.
    Ab dem Mittelfeld ging es dann allerdings los, da fehlt ein wenig der Biss und das Tempo nach vorne. Ni. Rolser habe ich da vorne in der ersten Halbzeit noch als guten Aktivposten wahrgenommen, die viel Pech im Abschluss hat. In der zweiten Hälfte dauerte es dann etwas, bis ich merkte, dass Lotzen noch auf dem Platz steht.

    Da gab es aber auch einige gute Szenen, insbesondere die Frankfurter-Connection Marozsan/Chojnowski hat ein paar Mal gezeigt, wie es hätte gehen können. Da sollte Kahlert mal etwas genauer hinschauen bei seiner Kaderplanung.
    Ansonsten wurde aber von den Ghanaern ab der Mittellinie eigentlich so ziemlich alles kaltgestellt bei den Deutschen. Von Marozsan war heute anscheinend noch weniger zu sehen als im ersten Spiel und das soll ja auch schon nicht überragend gewesen sein. Auch Petzelberger wurde heute weitestgehend aus dem Spiel genommen, ebenso wie Leupolz und Hegenauer.

    Dennoch stimmt mich das Spiel allgemein positiv. Hinten hat man nicht wirklich viel zugelassen, nur eine oder zwei Chancen, da steht die Abwehr richtig gut (Cramer in die IV wäre vielleicht auch mal ne Möglichkeit bei Potsdam).
    Vorne muss man sich vielleicht fragen, ob es vielleicht nicht doch besser gewesen wäre, eine Ivana Rudelic als Stoßstürmerin mitzunehmen, denn es scheint mir, als würden Nicole Rolser mit ihren 1,57 und auch Lena Lotzen, die ja eigentlich vom Flügel kommt, dort vorne nicht wirklich was ausrichten können.
    Da hat Ivana da doch einfach mehr Durchschlagskraft, wie mir scheint.
    Oder vielleicht einfach auch mal eine Marie Pyko einsetzen, die ja wie Rudelic auch schon 2mal in 4 Spielen für die deutsche U20 getroffen hat und damit offensiv einfach effektiver scheint als beispielsweise Chojnowski oder Leupolz.

    Alternativen hat man zumindest auf der Bank sitzen, insofern stimmt mich das zuversichtlich für die nächsten Spiele.

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  • FFFan sagt:

    Puh, das war ja Schwerstarbeit! Wer hätte gedacht, dass diese Ghanaerinnen ein so zäher und unangenehmer Gegner sein würden?
    Konsequent im Abwehrverhalten und kompromisslos im Zweikampf, ließen sie die Stärken der deutschen Mannschaft nicht zur Entfaltung kommen. Es zeigte sich, dass unsere Spielerinnen in Schwierigkeiten kommen, wenn sie keine Zeit haben, den Ball in Ruhe anzunehmen und weiterzuleiten, wie es China uns gestattete. Was Meinert und Wiegmann vor dem Spiel gefordert hatten -sich im „Eins-gegen-Eins“ durchsetzen und mit „Lauf- und Passgenauigkeit“ Lücken nutzen- konnte die Mannschaft nicht umsetzen. Oft wurde der Ball zu lange gehalten. Torchancen ergaben sich durch Doppelpässe und schnelle Kombinationen. Warum wurde das nicht öfter versucht? Hinzu kam, dass Ghanas Torhüterin eine großartige Leistung zeigte. Vielleicht hätten die Afrikanerinnen sogar ein Unentschieden verdient gehabt, aber zum Glück traf Magull in der Nachspielzeit doch noch zum nicht mehr erwarteten 1-0. Jetzt kann man das schwere Spiel gegen den Topfavoriten USA unbeschwert angehen, auch wenn Maren Meinerts Feststellung nach dem Spiel („wir sind die erste Mannschaft im Viertelfinale“) rein rechnerisch noch etwas verfrüht ist. Mal sehen, was die Amis gleich mit China machen…

    P.S.: Nordkorea, ein potentieller Viertelfinalgegner, hat heute 9-0 gegen Argentinien gewonnen! Das ist ein neuer Rekord für U20-Endrunden (bisher war Deutschlands 9:1-Sieg gegen Mexiko aus dem Jahr 2006 der höchste Sieg).

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  • qwert sagt:

    Highlights vom ersten Spieltag.

    Highlights vom zweiten Spieltag.

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