Hope Solo: Olympia-Teilnahme trotz Dopingverstoßes

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US-Torhüterin Hope Solo hat wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regularien eine öffentliche Verwarnung der US-Anti-Doping-Agentur USADA erhalten, wird aber dennoch an den Olympischen Spielen in London 2012 teilnehmen können.

Die 30-Jährige war zuvor bei einer am 15. Juni außerhalb des Wettkampfs genommenen Urinprobe positiv auf das verbotene Canrenon getestet worden. Solo hat die Verwarnung akzeptiert und kann somit am Olympischen Frauenfußball-Turnier teilnehmen.

Die Substanz kommt in harntreibenden Medikamenten vor. Canrenon gehört zu den spezifischen Substanzen, was zu einem verminderten Strafmaß führen kann, wenn es in der Probe eines Athleten entdeckt wird. Solo war die Substanz in therapeutischer Dosis verabreicht worden.

Hope Solo
Hope Solo: „Aufrichtiger Fehler“ © Nora Kruse / ff-archiv.de

Solo: „Aufrichtiger Fehler“
„Ich habe das Medikament von meinem persönlichen Arzt aus pre-menstruativen Gründen verschrieben bekommen, ich wusste nicht, dass es ein harntreibendes Mittel enthält. Als ich davon erfuhr, habe ich sofort mit der USADA kooperiert und ihnen alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt, so dass sie gleich den Schluss ziehen konnten, dass ich einen aufrichtigen Fehler begangen habe und das Medikament meine Leistung in keinster Weise gesteigert hat“, so Solo.

Genaue Untersuchung
„Als jemand, der an einen sauberen Sport glaubt, bin ich froh, mit der USADA zusammengearbeitet zu haben, diese Angelegenheit zu klären und ich freue mich darauf, mein Land bei den Olympischen Spielen in London 2012 repräsentieren zu dürfen.“

Rückendeckung für Solo
USADA-Geschäftsführer Travis T. Tygart erklärte: „Wie in allen Fällen untersuchen wir die Umstände sehr genau und wir tun alles, was für saubere Athleten und die Integrität des Sports fair und wichtig ist.“

In einer Erklärung des US-Verbands heißt es: „Nach Gesprächen mit Hope unterstützen wir voll und ganz ihre Klarstellung, dass der positive Canrenone-Test auf den Gebrauch eines aus pre-menstruativen Gründenverschriebenen Medikaments ihres persönlichen Arztes  zurückzuführen ist und in keinem Zusammenhang zu einer Leistungssteigerung steht.“

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Winter
Winter

Glaubhaft, Frauen habe einfach noch mit anderen Problemen als wehleidige Männer zu kämpfen.

berggruen1
berggruen1

Genau, Frauen sind ja so gut 😉 – und die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur bekannt für ihre unglaublich harte Vorgehensweise, siehe Lance Armstrong u. v. m.

SC07 24/7
SC07 24/7

Unglaubhaft, Herr Vukcevic (ehemals 1860 München) nahm vor einigen Jahren auch ein Präparat für den Haarwuchs, da er an massivem Haarausfall litt.
Der Herr wurde damals für 6 Monate gesperrt!
Mag sein, dass Hope Solo an „pre-menstrualen“ Problemen leidet, aber das tun die meisten anderen Frauen auch und müssen damit klar kommen! Insofern ist das für mich aufjedenfall leistungssteigernd, weil die anderen Frauen das Mittel ja anscheinend nicht nehmen und somit mit ihren „Problemen“ anders klarkommen müssen, als Hope Solo…

Hier wird sicherlich mit zweierlei Maß gemessen, weil bei der Dame „Hope Solo“ draufsteht. Eine nicht so bekannte Persönlichkeit wäre sicherlich gesperrt worden.

waiiy
waiiy

Offenheit ist immer der beste Weg. 🙂

waiiy

WalesGER
WalesGER

Man müsste ja meinen, dass eine PRO Athletin wie Hope Solo zwischen Weltcup und Olympia bei einer Verschreibung eines Medikamentes Ihren Arzt darum bitten nachzusehen, ob ggf. Dopinggefahr besteht. Und das es angeblich nicht leistungssteigernd sein soll….. unerheblich! denn egal ob bewusst oder unbewusst eingenommen, der Inhaltsstoff steht auf der Dopingliste! Jetzt kommen natürlich die Leute und sagen, ja aber das war ja nicht der Zweck warum sie es eingenommen hat und die Liste ist soooo lang und ändert sich quasi täglich…blabla…. Eine Nachfrage bei der USADA oder beim Verband USSF eine Liste angefordert mit den jeweiligen aktuellen Supstanzen….wäre nicht… Weiterlesen »

WalesGER
WalesGER

Ergänzung
das enthaltene Mittel gilt im übrigen als eines der weitverbreitetesten „Masking agents“ ..das sind Substanzen, die das eigentliche Doping Mittel überdecken/verschleiern sollen!
siehe hierzu auch
https://en.wikipedia.org/wiki/Masking_agent

„Ein Schelm wer böses dabei denkt“

Opossum69
Opossum69

Och neeeeeeeeeee, Hope ist doch alt genug und lang genug Leistungssportlerin um zu wissen, dass man bei Medikamentenverordnung evtl.vorhandene Dopingsubstanzen ausschließen sollte.

Ich geh doch auch zum Arzt und informiere ihn darüber, welche Medikamente ich nicht einnehmen darf, weil es bei mir zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt.

Ich glaub das nicht, halte es für ein falsches Spiel, eine laxe Reaktion der Dopingkommission und freu mich trotzdem, dass ich sie zu Olympia sehen kann.

hanah
hanah

Da kann die USA ja froh sein!!!..:)

Ralf
Ralf

Solange sie sich keine Sprungfedern unter die Beine und Verlängerungen an die Arme baut.

speedy75
speedy75

Was mich immer wieder wundert die Spielerinnen bzw. Sportler und auch die betreuenden Ärtze müssten die Richtlinien doch eigentlich kennen und deshalb lieber mal zu viel als zu wenig Nachfragen, aber scheinbar nehmen das manche immer noch zu lässig.

Positiv ist ja an zu merken dass sie kooperiert hat, schlimmer wäre das wohl gewesen wenn das erst in London bei den Spielen öffentlich geworden wäre und da womöglich durch dritte.

ballander
ballander

@speedy: deshalb hat sie ja „kooperiert“…

Jennifer
Jennifer

Dass Nord-Korea mit all seinen Dopingverstößen an den Olympischen Spielen teilnehmen darf – halte ich für viel bedenklicher!

berggruen1
berggruen1

@Jennifer: Warum ist es bedenklicher, wenn koreanische Spielerinnen gedopt sind als wenn es us-amerikanische sind? Doping ist Doping, da gibt es keinen Unterschied. Nur weil Dir die Nord-Korea vielleicht unsympathischer ist, ist es noch kein Freibrief für Hope Solo. Wer weiß, vielleicht ist sie nur dieses Mal erwischt worden? Vielleicht ist sie nur die Spitze eines us-amerikanischen Doping-Berges? US-Amerikaner haben schon nahezu traditionell einen recht lockern Umgang mit Doping – so es ihre eigenen Sportler betrifft.
Damit Du mich Recht verstehst: Ich bin nicht für die Teilnahme der nord-koreanischen Mannschaft, jedoch darf man da nicht mit zweierlei Maß messen.

WalesGER
WalesGER

Fakt ist auch, dass die Regelung mit der öffentlichen Verwarnung erst 2009/2010 überhaupt eingeführt wurde und das bei Supstanzen die als „klassisch“ leistungssteigernde Mittel eher unwahrscheinlich sind aber als sogenannte „Transfer agents“ (siehe oben) also als Zusätze zum Verschleiern von Doping bekannt sind! Damals haben die USA mit der USADA bei eine Bobfahrer den Präzedenzfall geschaffen! Die WADA (Weltantidopingarentur) war und ist davon nicht begeistert, hat sich jedoch vermutlich auf Druck und aufgrund der Tatsache, weil eben aoooo viele Atlethen in fast allen Sportarten mittlerweile Mehr oder weniger legale Mittel nehmen entschlossen, die Substanzen in Ihrer Bedenklichkeit zu unterteilen! Entsprechend… Weiterlesen »

hopkins
hopkins

Warum sollte Hope Doping betreiben? Manche Freuen haben einfach monatlich Probleme! warum soll ein Mittel, daß harntreibend ist, die Leistung steigern? Es dient nicht zum Muskelaufbau! In manchen Fällen sind die Dopingvorwürfe absurd. Egal was für eine Sportart!!!

qwert
qwert

Lol, Hope Solo wird nicht gesperrt, weil sie nur aus Versehen gedopt hat. Hat es so auch noch nicht gegeben.

FFFan
FFFan

@ berggruen1:
„Doping ist Doping, da gibt es keinen Unterschied.“

Doch, es gibt schon Unterschiede. Ohne das Vergehen von Hope Solo bagatellisieren zu wollen – was sich Nordkorea bei der WM geleistet hat, hatte dann doch eine ganz andere Qualität. Die beiden Fälle kann man kaum miteinander vergleichen.

berggruen1
berggruen1

@hopkins: Wenn der einzige Effekt dieses Mittels ein harntreibender wäre, stünde es mit Sicherheit nicht auf der Dopingliste! Und Gegenfrage: Warum sollte sie nicht dopen? Sie ist ja keine Heilige, nur weil sie Hope heißt ;-).

wrack
wrack

Mittlerweile sollte man in allen Sportarten in Sachen Doping gelernt haben, dass halbe Sachen für die Glaubwürdigkeit des Sports nicht förderlich sind. Konsequenzen auf Dopingbefunde dienen ja nicht nur der Abschreckung bzw. Bestrafung, sie sollen ja auch die Glaubwürdigkeit des Sports schützen. Im Fall Solo ging einmal mehr etwas Glaubwürdigkeit verloren.

berggruen1
berggruen1

@FFFan: Und genau da liegt das Problem, dass angeblich leichte Dopingfälle wie jetzt der von Hope Solo bagatellisiert werden! Natürlich ist es nicht akzeptabel, wie die nord-koreanische Mannschaft gedopt hat, dennoch ist es vollkommen gleichgültig, WER dopt, es ist auch vollkommen gleichgültig, WIE OFT jemand gedopt hat, ob es im großen Stil geschieht oder ob es jemand alleine und „privat“ macht. Hast Du Baumann geglaubt, dass sein Doping aus der Zahnpasta kam? Zufällig, entschuldbar? Oder dass Ovtcharov wirklich gedoptes Fleisch gegessen hat (seine Nichtbestrafung gefiel mir auch nicht)? – Beispiele gibt es in diesem Bereich viele und je nachdem wie… Weiterlesen »