Fatales Signal

Von am 22. Mai 2012 – 13.54 Uhr 60 Kommentare

Der Frauenfußball hat beim Hamburger SV Tradition, die Abteilung existiert seit mehr als 40 Jahren, in den vergangenen neun Jahren spielten die Hanseatinnen ohne Unterbrechung in der Ersten Liga, 2010/11 schafft das Team als Vierter gar die beste Platzierung aller Zeiten. Doch nur ein Jahr später liegt der Frauenfußball in der Hansestadt in Scherben.

Für die kommende Saison 2012/13 hat der Verein seine Bewerbung für die Erste und Zweite Liga zurückgezogen. Nach „Abwägung der wirtschaftlichen Möglichkeiten“ sei man zu dem Entschluss gekommen, die Bewerbung „aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen“ zurückgeben zu müssen, hieß es seitens des HSV. Denn die Frauen-Abteilung hatte einen Mini-Anteil daran, dass in der vergangenen Saison ein Minus von fünf Millionen Euro erwirtschaftet wurde.

Vereinshoheit
Die Entscheidung, innerhalb eines Vereins Schwerpunkte zu setzen, gilt es grundsätzlich zu respektieren. Es obliegt der Einschätzung der Entscheidungsträger, die finanziellen Mittel im Gesamtverein auf den Männerfußball zu konzentrieren. In Wolfsburg geht man einen anderen Weg, dort erachtet man den Frauenfußball, obwohl er ebenfalls keinen Gewinn abwirft, als sinnvolle Ergänzung und hat sich gerade erstmals für die Champions League qualifiziert. In München ist das Budget der Frauenfußball-Abteilung zwar nicht üppig, aber immerhin doch so ordentlich, dass der DFB-Pokalsieg heraussprang.

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Scheinheilige Begründung
Die Erklärung des HSV-Vorstandsvorsitzenden Carl Jarchow, es sei „keine Entscheidung gegen den Frauenfußball im HSV“ ist jedoch unsinnig und scheinheilig. Denn ginge es wirklich alleine darum, „nach zwei defizitären Geschäftsjahren im kommenden Geschäftsjahr mit einem ausgeglichenen Haushalt abzuschließen“, müsste man den Rotstift wohl nicht beim Frauenfußball und seinen einigen Hunderttausend Euro Jahresbudget ansetzen, sondern erneut beim hochbezahlten Profikader.

Der Lizenzspieleretat liegt bei rund 35 Millionen Euro, allein der neu verpflichtete Torhüter René Adler wird rund 2,7 Millionen Euro pro Jahr verdienen, ein Vielfaches der Summe, die der HSV jährlich in den Frauenfußball investiert hat. Und man würde sich kaum den Luxus leisten, zur Feier des 125-jährigen Bestehens des Vereins am 29. Juli ein Spiel gegen den FC Barcelona in der Hamburger Arena auch nur in Erwägung zu ziehen – für eine Antrittsgage der Katalanen von rund einer Million Euro.

Frauenfußball - Banner beim HSV-Spiel

Fans bekunden ihren Unmut über die HSV-Pläne © Joachim Deetz / girlsplay.de

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Frauenfußball auf dem Abstellgleis
Mit etwas gutem Willen wäre der Spielbetrieb der Frauen sicherlich aufrechtzuerhalten gewesen, das finanzielle Defizit lieferte jedoch einen guten Vorwand, das Bundesligateam einzustampfen. Bereits mit dem Abschied von Vorstandsmitglied und Ex-Torhüterin Katja Kraus im März 2011 hat der Frauenfußball beim HSV die Rückendeckung verloren.

Die Abmeldung der Zweiten Mannschaft war vor der Saison bereits ein Fingerzeig, wohin der Weg führen würde. Sich als Gesamtverein gegen den Frauenfußball zu entscheiden ist eine Sache, die Öffentlichkeit aber für dumm verkaufen zu wollen eine andere, mit der man sich im Verein Sympathien verscherzt hat.

Signalwirkung
Für den Frauenfußball in Hamburg bleibt zu hoffen, dass die schwierige Suche nach einem Sponsor doch noch von Erfolg gekrönt sein wird, so dass ein Neustart auf eigenen Beinen etwa als 1. FFC Hamburg möglich ist. Verdient hätten es sich die Spielerinnen und alle Beteiligten im Umfeld allemal, von deren Herzblut sich mancher HSV-Profi eine Scheibe abschneiden könnte.

Die Entscheidung ist aber auch ein fatales Signal für den Breitensport und die mehr als 30 anderen HSV-Abteilungen von Badminton bis Volleyball, die sich nicht mehr sicher sein können, nicht auch irgendwann einmal auf dem Altar des Profifußballs geopfert zu werden.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

60 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @uwe: Dann ist doch kein Problem! Wenn der FF in Hamburg soviel Bedeutung hat, wird es ja wohl ein Einfaches sein, für den 1.FFC Hamburg einen Sponsor zu finden, der diese Summe zahlt.

    Ich frag mich, was sich hier alle aufregen, wenn Hamburg sich als FF-Standort so einfach erhalten kann?

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: 399 pro Spiel und Saison (siehe Ulf) ist ungleich „nicht vorhandene Fans“. Ansonsten müsste ich dich als „nicht vorhandenen Sheldon“ bezeichnen. Aber für die Verantwortlichen im HSV ist deine Formulierung sehr treffend. Sie sind – gelinde gesagt – ganz offensichtlich keine Fans des FF. Na ja, und ich wurde in den letzten Tagen auch zu keinem Fan des HSV. Der HSV, ich und der FF werden es überleben.

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  • wrack sagt:

    Nachtrag: Moment ! Ich und der FF werden es überleben. Ob der HSV…? Man wird sehen…

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Für den Hype, der um die BL ausgelöst wurde, sind 399 Fans „keine“ Fans.

    Übrigens, es würde schließlich auch niemand einen Club in der Männerbundesliga sehen wollen, der im Schnitt 4000 Fans bei den Spielen hat, oder? Da ist einfach keine Tradition, da ist kein Leben…

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  • spoonman sagt:

    Der Rückzug des HSV aus der FF-Bundesliga ist sicherlich ein schwerer Rückschlag für den deutschen Frauenfußball.

    Der Hinweis auf den „Luxus“ eines Spiels gegen den FC Barcelona mit einer Antrittsgage von €1Mio. ist für mich aber eine Milchmädchenrechnung, denn solche Spiele lassen sich über den Ticketverkauf und die internationalen Fernsehrechte ganz gut refinanzieren. Selbst wenn der durchschnittliche Ticketpreis nur bei 10 Euro liegt, wäre bei 50.000 Zuschauern die Hälfte wieder drin. In Deutschland und Spanien wird das Spiel sicher im Free-TV laufen, in vielen anderen Ländern im Pay-TV.

    Beim Frauenfußball lässt sich nun mal nichts refinanzieren – das bleibt für die großen Vereine ein Zuschussgeschäft, und es besteht ja auch keine Aussicht darauf, dass sich das in den nächsten Jahren ändert.

    Bleibt nur zu hoffen, dass der Rückzug des HSV den DFB aufrüttelt. Die FF-Bundesliga muss subventioniert werden, man muss sie besser vermarkten und für mehr Medienpräsenz sorgen. Notfalls vielleicht sogar mit eingekauften Sendezeiten, d.h. irgendwelche (regionalen?) Privatsender werden dafür bezahlt, dass sie BL-Spiele live übertragen.

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  • Markus Juchem sagt:

    @spoonman: Was die TV-Übertragung angeht, bin ich mir da gar nicht so sicher. Da Spiel fällt mitten in die Olympischen Spiele, somit fallen die Öffentlich-Rechtlichen als TV-Partner schon einmal aus. Ob einer der großen Privaten viel Geld ausgibt, um gegen die Olympia-Übertragungen zu programmieren und ob so ein Showmatch in anderen Ländern übertragen wird, halte ich auch für fraglich. Zur Antrittsprämie kommen sicherlich noch ordentlich Spesen für Reise, Unterkunft, Verpflegung und sonstige „Nebengeräusche“ hinzu, so dass sich der Betrag sicherlich noch einmal deutlich erhöhen wird.

    Wie schon im Beitrag geschreiben, der HSV hat selbst zu entscheiden, wo er die Prioritäten setzt, aber dann sollte man auch so ehrlich sein, das Kind beim Namen zu nennen und nicht fadenscheinig so zu tun, als hätte es keinen anderen Ausweg gegeben. Der Fehlbetrag von 100 000 Euro hätte sich mit gutem Willen sicherlich auftreiben lassen. Und selbst HSV-Legende Uwe Seeler, nicht unbedingt als glühender Verfechter des Frauenfußballs bekannt, lässt sich heute im Hamburger Abendblatt zitieren mit den Worten: „Ich kann mir vorstellen, dass man auch in anderen Bereichen hätte einsparen können.“

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  • Sheldon sagt:

    @Markus: Das ist nunmal das Problem, man hätte es irgendwo auftreiben können, nur nicht beim FF!

    Wie lange gibt es die FF-Bundesliga? 15 Jahre. Als es die MF-Bundesliga 15 Jahre gegeben hat, da sind Vereine, die 100.000 Euro Defizit hatten, insolvent gegangen.
    Du kannst nicht einfach erwarten, dass überall jetzt die FF-Euphoristen aus den Löchern kommen und so eine Spielerei mit Geld unterstützen, für das sie nix bekommen, weil der FF in HSV keinerlei Beachtung findet (500 Zuschauer pro Spiel), weil HSV nicht erfolgreich spielt und weil es einfach kein Image hat.

    Der Dino dagegen muss am Leben erhalten werden, er ist ein Wahrzeichen für Hamburg!
    Und übrigens, ich bin mir sicher, dass nicht jeden Abend die olympischen Spiele bis spät in die Nacht gehen werden und wenn, dann werden dort nur so Sportarten wie Wassertreten oder Sackhüpfen ausgetragen.

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  • Doc sagt:

    @WalesGER: Danke! Genau, John Terry war es damals.

    @sheldon: Der Frauenfußball wird doch gerade WEGEN seiner halbprofessionellen Struktur von uns gemocht. Der FF ist ein Gegenentwurf zum Geldfußball der Herrenbundesliga. Es gibt eben Menschen, die sympathisieren mit dem „Kleineren“ und Überschaubaren, und viele von uns FF-Verfolger honorieren sehr gerne sportliche Leistungen der Damen, weil sicher ist, dass eben diese Leistungen aus Lust am Sport erbracht werden.
    Diesen „anderen“ Sport namens Frauenfußball an betriebswirtschaftlichen (oder besser genannt: sozialdarwinistischen) Faktoren zu messen, empfinde ich als zynisch. Vielleicht wärst Du beim Männerfußball besser aufgehoben?!
    Zudem möchte ich Dich daran erinnern, dass jeder Sportverein (egal welcher Disziplin) seine damalige Gründung fand, weil Menschen sporten wollten; ob Schach, Hand- oder Fußball. Natürlich spielen heute bei großen Vereinen betriebswirtschaftliche Faktoren eine enorme Rolle! Der eigentliche Gedanke, dass Menschen (in diesem Fall junge Frauen) einfach nur Fußball auf möglichst hohem Niveau spielen wollen, sollte aber nicht vollends unberücksichtigt bleiben. Denn dann haben die Technokraten inkl. ihres kaltherzigen Taschenrechners die Führung übernommen.
    Und zuletzt auf Deine Frage, warum „denn bitteschön die HSV-Herren den Damen helfen sollten“? Antwort: Einfach aus Solidarität…und weil sie es finanziell KÖNNTEN. Dass Du diese Frage überhaupt stellst, erschreckt mich.
    Deine Bemerkung, die Hamburger Deerns würden das nur „verprassen“, werde ich absichtlich NICHT kommentieren. Das würde der Markus eh‘ zensieren müsen 🙂
    Aber Dein Hinweis, die Hamburger Spielerinnen hätten sich keine Unterstützung ihrer Kollegen „verdient“, weil sie keine Titel geholt haben, ist…im wahrsten Sinne des Wortes TROSTLOS und schockiert mich.
    Als Abschluss noch ein Hinweis an Dich, der DICH vielleicht zutiefst schockieren wird und Dich Deinen Kopf aus Unglaube oder Unverständnis vor die nächste Wand hauen lässt: Es gibt Menschen, die helfen aus einem einfachen Grund. NÄMLICH WEIL ES IN EINER SITUATION GERADE RICHTIG IST, ES ZU TUN!

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  • gerd karl sagt:

    sheldon, die buli gibt es seit 22 jahren.
    also 16 jahre länger als wps und wusa zusammen.

    den hsv als 15 zu sehen, das geht nicht, deshalb muss man dem hsv die lizenz entziehen.

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  • waiiy sagt:

    @Doc: Wenn es genau solch eine Situation sein sollte, würde sich genau jetzt jemand finden, der Geld zur Verfügung stellt. Ich denke, wenn er sich bis 11:00 Uhr beim HSV meldet, erhält der Verein diese Abteilung. Da das aller Voraussicht nach nicht passieren wird, ist es wohl auch nicht solch eine Situation.

    Ich finde es auch schade, dass das passiert. Das muss ich sagen. Und ich würde Solidarität auch gut finden. Aber solange die Spieler aus der Männermannschaft nicht auch mal freiwillig bei den Frauen am Platz stehen und zuschauen und durch ihre blanke Präsenz helfen (vielleicht durch eine gemeinsame Autogrammstunde nach dem Spiel), solange kann man an diese Solidarität nicht glauben.

    Dass zum Beispiel St. Pauli gerade nicht einspringt, zeigt, dass wohl in Hamburg nicht die Möglichkeit gesehen wird, mehr als 400 Leute ins Stadion zu locken. Das sind bei einer Stadt wie Hamburg 0,022% der Einwohner (also 2 Leute von 10.000). Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, warum das so ist, als einfach draufzuhauen.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @gerd karl: Ich rede von der EINGLEISIGEN FFBL.

    @Doc: Ich denke nicht, dass hier die Mehrheit den FF dafür liebt, dass er „halbprofessionell“ ist, wobei sich mir bei diesem Begriff ehrlich gesagt, alle Nackenhaare sträuben, weil er ein Widerspruch in sich selbst ist!
    Ich glaube, die Mehrheit versteht unter „Halbprofessionalität“ eher den gesunden Weg der Professionalität und unter „Professionalität“ den entarteten.
    Denn Professionalität bedeutet nunmal nicht, dass Millionen von Geld hineingepumpt wird in den Sport, sondern im Gegenteil setzt Professionalität erst einmal professionelle Arbeit voraus. Und das nicht nur finanziell, sondern in allen Bereichen, sowohl im sportlichen als auch im Management.

    Im sportlichen Bereich sollte man hier erstmal festhalten, dass sich der Sport, um sich erhalten zu können, erst einmal das Selbstverständnis eines „lebenslangen Ausbildungsjobs“ haben muss. Spielerinnen sind NIE fertig, sie entwickeln sich immer. Entweder positiv oder negativ!
    Hier möchte ich Achim Feifel erstmal ein Kompliment aussprechen, er hat aus der Mannschaft absolut alles herausgeholt, was in ihr drin gesteckt hat in dieser Saison. Auch den Spielerinnen ist kein Vorwurf zu machen, sie haben ihr bestes gegeben.

    Doch in Sachen Management hat die Frauenabteilung des HSV komplett versagt. Da merkt man, dass da ganz, ganz viel noch im Amateurbereich abläuft. Eigenverantwortung ist hier das Stichwort! Da gab es in der letzten Saison meiner Ansicht nach einfach viel zu wenig Bewegung.
    Dass man es nur zu 400 Zuschauern pro Heimspiel im Schnitt gebracht hat, trotz WM im Rücken, ist nur ein Zeichen dafür, wie wenig man sich darum bemüht hat, hier selbst aktiv zu werden.

    Diese Arbeit gehört in jedem Fall dazu und muss auch professionell gestaltet werden. Denn irgendwoher muss das Geld schließlich kommen. Halbprofessionalität gibt es in dem Sinne nicht. Wer nicht ganz professionell ist im Sport, der ist Amateur, denn hier zählt in allen Bereichen der Leistungsgedanke, damit der Verein überleben kann.

    Ich halte dabei auch NICHTS von einer Art Soli, denn jeder, der nur ein bisschen Ahnung von Politik hat, weiß, wohin so etwas führt, wenn Gesellschaften immer am Tropf hängen und ihren Haushalt selbst nicht ausgeglichen gestaltet bekommen. Ein Teil unserer Bevölkerung musste das 40 Jahre lang in seiner größsten Perversion miterleben und das aktuellste Beispiel hierfür ist vermutlich Griechenland!

    Gerade deswegen finde ich es sehr richtig, dass in Hamburg nun die FF-Abteilung beweisen muss, dass sie in dieser Umgebung eine Existenzberechtigung hat und dass sie auch OHNE das Geld der Großen überleben kann! Es ist ja auch erstaunlich, dass niemand für den FF bürgt, während gerade beim MF Banken und Staaten Hypotheken und Rettungsschirme basteln, um sie am Leben zu erhalten!

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  • berggruen1 sagt:

    @Markus Juchem: Es ist immer leicht, zu sagen, man hätte vielleicht irgendwo anders sparen können, wenn man nicht sagt, wo! So weit mir bekannt ist, betreibt der HSV ja nicht nur Fußball. So weit mir bekannt ist, wird auch in anderen Abteilungen immer mal wieder der Rotstift angesetzt, müssen andere defizitäre Abteilungen immer wieder „leiden“, schrumpfen, um ihre Existenz kämpfen. Nur dass sie keine Plattform wie womensoccer haben und damit fast noch weniger Präsenz in den Medien! Natürlich wäre es ein Leichtes, v.a. den Fußballherren ihre Gehälter zu kürzen, allerdings ist es auch der Männerfußball, der überhaupt die zahlreichen Sponsoren anlockt und damit auch ein umfassenderes Sportprogramm mitfinanziert! Kürzt man aber bei den Herren, werden schlicht und ergreifend noch schlechtere Transfers getätigt werden, was dann wiederum Sponsoren vergrault, das zu weniger Geld und damit zu weniger Unterstützung der anderen Sparten, zu denen auch der FF gehört, führt. Leichtathletik, Handball etc. tragen sich eben nur in den seltensten Fällen selber. Die wiederum werden sich fragen, warum bei ihnen gekürzt wird, aber nicht beim FF, der genauso defizitär ist. In diese Richtung, und nur mit diesen Sportarten kann sich FF in Deutschland vergleichen, wäre es sogar sehr ungerecht, hätte man die 100.000 € dorthin zugeschossen, die anderen Sparten aber eingeschränkt! Auch in andere Richtung muss man fair bleiben! Natürlich wäre es ehrlicher gewesen, gleich zu sagen, wir wollen mit Geldern des MF nicht defizitären FF finanzieren, aber seit wann ist der HSV für gute Kommunikation bekannt?

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  • Opossum69 sagt:

    @berggruen1

    Ich kann die Argumentation verstehen, vor allem in Bezug auf das Zugpferd Männer für Sponsoren als Grundlage für alle Aktivitäten des Vereins.

    Aber, was verstehst Du unter schlechten Transfers? Sollte nicht die sportliche Komponente bei den Herren auch mal eine Rolle spielen? Es ist doch nicht nur ein guter Transfer, wenn man Millionengehälter zahlt. Es gibt auch Spieler, die Ihre Karriere mit weniger Geld erst beginnen und dabei eine super Leistung bringen und damit den Verein vorwärts. Dortmund hat es doch auch mit einem jungen No-Name-Kader machen müssen, und wie die´s gemacht haben. Nicht immer ist der Superstar derjenige auf dem Platz, der es reist.

    Und mal ehrlich, wenn ich sparen muss, kann ich nicht feiern und Millionen für ein pille-palle-Spiel rauswerfen. Irgendwo habe ich für alle Sportarten im Verein auch noch eine Obhutspflicht. Das ist Wasser predigen und Wein trinken.

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  • berggruen1 sagt:

    @Opossum: Was ich versucht habe, mit meinem obigen Post auszudrücken war, dass es den anderen (defizitären) Randsportarten im HSV genau so ergeht. Sie mögen für alle anderen Sportarten im Verein eine „Obhutspflicht“ haben, aber eben für alle Randsportarten die gleiche. Frauenfußball macht da keine Ausnahme.

    PS: Selbstverständlich sind Transfers in erster Linie qualitativ zu bewerten, allerdings lassen sich Spieler wie van Nistelrooy bei Ankunft im Verein besser vermarkten als z.B. Robert Lewandowski. Mein BVB hat seinen sportlichen und finanziellen (Fast-)Ruin durchaus auch mit Sponsoreneinbußen bezahlt, weil eben auch kein Star da war, an dem man Wert und Hoffnung hängen konnte…

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  • Zaunreiter sagt:

    @Sheldon:

    Wenn ich mal deine – gelinde ausgedrückt: – neoliberale Einstellung bei Seite schiebe und auf den Rest schaue: Was bringt einen wie dich zu fußballspielenden Frauen?

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  • Fee sagt:

    „Wenn ich mal deine – gelinde ausgedrückt: – neoliberale Einstellung bei Seite schiebe und auf den Rest schaue: Was bringt einen wie dich zu fußballspielenden Frauen?“

    Na, er kann hier seine Zeit totschlagen. In einem Männerfußball-Forum würde man ihn doch wegen seinem theoretischen Halbwissen über Fußball auslachen. Aber FF-Fans sind ja da anscheinend kulanter. Außer mir. 😀

    Immerhin erhöht er die Klickrate für WS. 😉

    Und wegen dem Freundschaftspiel: so ein Spiel hat auch noch andere Kosten als das was der Gegner als Gage bekommt.

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  • Ulf sagt:

    https://www.reviersport.de/194977- – -fcr-umschauen-beim-hsv-verboten.html
    Wenn ich mir für den FCR eine Spielerin aus Hamburg aussuchen dürfte,
    dann würde ich Lena Petermann nehmen.
    ps: falls der direkte link nicht funktioniert, bei Interesse
    auf Reviersport in die Suche „FCR“ eingeben.

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  • Speedy75 sagt:

    Es gibt wohl erste Gerüchte das die ein oder andere Spielerin in Liga 2 nach Bremen wechseln wird. Dort würde man sich wohl über die Neuzugänge freuen.

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  • Ulf sagt:

    Klaus Allofs wird sicher einen Sonderpreis für eine Gruppenjahreskarte bei der Deutschen Bahn aushandeln. Dann könnten die Spielerinnen wegen der geringen Entfernung ja auch in Hamburg wohnen bleiben, falls der HSV ihnen nicht auch noch die Wohnungen wegnimmt.
    Die Hamburger Morgenpost (www.mopo.de) schreibt heute:
    „Gründen HSV-Frauen jetzt eigenen Verein?“

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  • Sheldon sagt:

    @Fee, Zaunreiter: Männerfußball ist mittlerweile nur noch pervers. Ich bin über Leute wie Bernd Schröder, Birgit Prinz, Marco Ketelaer etc. beim FF gelandet, die für den gesunden Weg der Professionalisierung stehen.

    Ich war sogar mal Frankfurt-Fan, als die noch mit Geld umgehen konnten. Leider driftet der FF ab und kein FF-Fan erhebt die Stimme. Das finde ich mehr als traurig!

    Es ist aber interessant, dass, sobald man sich gegen ein sozialistisch angehauchtes System wehrt, das von außen fremdfinanziert wird, gleich als neoliberal eingestuft wird…

    Da wundert es mich auch nicht, dass Deutschland soviele Schulden hat, wenn jeder immer denkt: Irgendwo wird das Geld schon herkommen…

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