Bayern München gewinnt DFB-Pokal

Von am 12. Mai 2012 – 17.50 Uhr 80 Kommentare

Die Überraschung ist perfekt: Der FC Bayern München hat das DFB-Pokal-Finale gegen den favorisierten, aber indisponierten 1. FFC Frankfurt verdient gewonnen.

Vor 15 678 Zuschauern im Kölner RheinEnergieStadion gewannen die Münchnerinnen durch Tore von Sarah Hagen (63.) und der eingewechselten Ivana Rudelic (90.+1) verdient mit 2:0 (0:0) und machten damit im dritten Anlauf nach 1988 und 1990 den ersten DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte perfekt.

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Bayern von Beginn an hellwach
Von Beginn an war der Außenseiter besser in der Partie, schon in der zweiten Minute musste Saskia Bartusiak in höchster Not klären, Hagen scheiterte kurz darauf nur knapp mit einem Kopfball. „Wir haben von der ersten Minute an mutig Fußball gespielt“, freute sich Bayern-Trainer Thomas Wörle, dessen Konzept voll aufging. „Wir waren in der Defensive sehr kompakt, aggressiv und gut organsiert und haben Frankfurt wenig Raum gegeben, ihre Kombinationen aufzuziehen.“

Behringer trifft die Latte
Die sichtlich überraschten Frankfurterinnen brauchten zehn Minuten, um bei Schüssen von Bartusiak und Dzsenifer Marozsán erstmals vor das Bayern-Tor zu kommen, doch für die einzige Gefahr der ersten Halbzeit sorgte eine Standardsituation, bei der Bayern-Torhüterin Kathrin Längert nach einer knappen halben Stunde einen Freistoß von Melanie Behringer an die Latte lenkte, Svenja Huth im Nachschuss knapp das Tor verfehlte.

Bayern mit mehr Leidenschaft und Biss
Doch die Münchnerinnen hielten den Favoriten ansonsten erfolgreich vom eigenen Tor fern, die Frankfurterinnen agierten leidenschafts- und emotionslos. Die Bayern-Frauen waren immer einen Schritt schneller, zweikampfstärker und auch laufbereiter. Noch vor der Pause musste die überraschend in der Anfangsformation stehende Fatmire Bajramaj wieder vom Feld, die sich im Abschlusstraining am Freitag den Fuß verdreht hatte und bereits beim Aufwärmen Schmerzen verspürte.

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Champions-League-Finale ohne Bajramaj?
Erst eine MRT-Untersuchung am Montag wird Aufschluss über die Schwere der Verletzung am rechten Sprunggelenk geben. „Ich hoffe natürlich, dass ich am Donnerstag spielen kann“, so Bajramaj, die ihrem Team ein vernichtendes Zeugnis ausstellte: „Wir sind mit der falschen Einstellung ins Spiel gegangen und haben nicht alles gegeben.“ Doch wer gedacht hatte, die Frankfurterinnen würden mit mehr Schwung aus der Kabine kommen, sah sich getäuscht. Ein abgefälschter Schuss von Sandra Smisek sorgte anfangs der zweiten Halbzeit für einen Hauch von Gefahr. Doch es waren weiter die Bayern, die das Drehbuch der Partie bestimmten.

Frauenfußball - Bayern-Jubel nach DFB-Pokalsieg

Der FC Bayern München bejubelt den DFB-Pokalsieg © Nora Kruse / ff-archiv.de

Hagens Kopfballstärke legt Grundstein
Eine Ecke von Katharina Baunach verwandelte Sarah Hagen per Kopf zur viel umjubelten Münchner Führung (63.). „Sie hat das wie im Training gemacht und ich musste den Ball nur noch reinköpfen“, freute sich die kopfballstarke Hagen über die perfekte Vorarbeit. Wie schon beim 5:2-Halbfinalsieg gegen den Hamburger SV kam die Stärke bei den Standards zum Tragen. Ausgerechnet die junge Silvana Chojnowski sollte es dann wie schon im Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen Malmö richten, in der 70. Minute kam sie überraschend für Kerstin Garefrekes in die Partie.

Rudelic macht den Sack zu
Doch große Impulse konnte auch sie dem Spiel ihres Teams nicht mehr geben, die Münchnerinnen hatten die Partie im Griff. Und der Außenseiter versetzte dem Favoriten in der unverständlicherweise nur eine Minute langen Nachspielzeit den endgültigen K.o., als die kurz zuvor eingewechselte Ivana Rudelic einen Konter eiskalt zum 2:0-Sieg abschloss. „Ich hatte Herzrasen, aber ich dachte mir, den mache ich jetzt rein, dann ist alles gesichert.“

1. FFC Frankfurt – FC Bayern München 0:2 (0:0)

1. FFC Frankfurt: Schumann – Percival, Bartusiak, Lewandowski, Weber – Smisek, Behringer – Garefrekes (70. Chojnowski), Marozsán, Huth – Bajramaj (40. Crnogorcevic)

Bayern München: Längert – Huyleur (89. Rudelic), Wenninger, de Pol, Baunach – Feiersinger, Bürki (85. Schöne), Schnaderbeck, Cross – Hagen, Bachor (61. Lotzen)

Schiedsrichterin: Müller-Schmäh (Potsdam)

Zuschauer: 15.678

Tore: 0:1 Hagen (63.), 0:2 Rudelic (90.+1)

Gelbe Karten: Keine

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

80 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    @ Detlef
    Ganz unten gibt es nach dem Absenden des Beitrages zwei Funktionen:

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    Glaube aber das kann man nur nutzen, so lange der Beitrag noch nicht freigeschaltet wurde…(?)

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  • Detlef sagt:

    @Lucy,
    Danke!

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  • belzebub sagt:

    Ich war live dabei und konnte von ganz weit oben sehen:
    Bayern München war taktisch gut aufgestellt und es wurde nur im Münchner Torraum turbulent, als die Münchnerinnen ihre taktische Aufstellung für 10 Minuten dieses Spiels nicht einhielten. Die Aufstellung erinnerte mich an die von Borussia Mönchengladbach( einmal abgesehen von den schnellen Kontern). Räume dicht machen durch gutes Stellungsspiel!
    Bei den Frankfurterinnen war in der ersten Hälfte des Spiels keinerlei taktische Aufstellung erkennbar (wirklich, davon konnte man nix sehen). Die rannten wie ein Hühnerhaufen umher, ohne eine wirkliche herausgespielte Chance. Ich weiß, dass Frankfurt durchaus Chancen hatte, aber diese entstanden meiner Ansicht nach hauptsächlich durch Einzelaktionen.
    Die Münchnerinen bestachen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und durch ihre taktische Aufstellung. Den Frankfurterinnen hoffe ich, dass sie gegen OL „irgendeine“ Taktik entwickeln, denn sonst wirds wohl nix!
    Abgesehen davon, dass beiden Mannschaften wohl echte Knipserinnen fehlten. Bei beiden Mannschaften konnte ich die Stürmerinnen des Spiels kaum erkennen, außer Lira war die eine Stürmerin und die 16 bei den Bayerinnen.
    Ich frage mich nach dem Spiel; Haben diese beiden Mannschaften überhaupt Sürmerinnen???
    Aber was noch herausragend war bei den Münchnerinnen, sie haben fast jedes Kopfballduell im Strafraum der gegnerischen Mannschaft gewonnen, was auch im Endeffekt Spielentscheidend war.
    Von mir deshalb ein herzlicher Glückwunsch zum verdienten Pokal!

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  • FFFan sagt:

    Ergänzend zu obiger Diskussion hier noch die ‚kicker‘-Noten:

    Längert 2,5
    Huyleur 3
    Wenninger 1,5
    de Pol 2
    Baunach 2,5
    Feiersinger 2,5
    Schnaderbeck 3
    Cross 2,5
    Bürki 2,5
    Hagen 1,5
    Bachor 4
    Lotzen –
    Schöne –
    Rudelic –

    Schumann 5
    Percival 5
    Bartusiak 4
    Lewandowski 4
    Weber 4
    Marozsan 4,5
    Smisek 5
    Behringer 3,5
    Garefrekes 4,5
    Bajramaj 4
    Huth 3
    Crnogorcevic 5
    Chojnowski –

    Spielnote: 3

    SR-Note: 3

    SdS: Hagen (FCB)

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  • Sheldon sagt:

    Alles in allem finde ich die Überarbeitungen der Noten okay, bis auf ein paar Spielerinnen:

    Allgemein finde ich, dass Nikki Cross viel zu schlecht wegkommt. Sie hat so ziemlich jeden Zweikampf im defensiven Mittelfeld gewonnen. Dass immer nur die Spielerinnen gewürdigt werden, die Tore schießen, finde ich dabei äußerst bedenklich.
    Außerdem die „2“ für de Pol, die ich nicht nachvollziehen kann, wenn ich mir allein die erstn 20 Minuten von ihr anschaue, in der jede Bayernchance nach einem Fehler von ihr entstand.

    Auf der anderen Seite kommen mir einfach Smisek und Garefrekes VIEL zu gut weg. Von beiden war absolut gar nix zu sehen, NIENTE! Eine „6“ mag ein hartes Urteil sein, aber auch sie muss mal vergeben werden, wenn es nicht anders geht. Und bei diesen beiden sehe ich da keine Option!

    Übrigens ähnlich wie bei Huth und Marozsan. Dafür, dass es kaum eine Chance aus dem Spiel heraus gab, kommen mir die beiden mit „3“ und „4,5“ einfach noch zu gut weg. Beide waren dafür zuständig, dass das Kreativspiel angekurbelt wird, und wer so ein Potential hat, der muss dieses auch ausfüllen.
    Auch Weber auf der Außenbahn hat sehr wenig vom Spiel gehabt, aufgefallen mal wieder nur durch Fouls. Feiersinger war immer allein auf der Seite, ziemlicher jeder Konter über ihre Seite.
    Dagegen ist eine „5“ für Schumann nur wegen des einen „halben“ Fehlers, den man genauso gut Lewandowski und Percival zurechnen kann, schon extrem hart.

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  • Stern des Südens sagt:

    Nimmt man den Durchschnittswert der 3 Bewertungen von Sheldon, FFFan und Kicker dann ergibt sich folgendes Ergebnis: Hagen vor Cross und Wenninger (wobei FFFan die Leistung von IV Bartusiak gleich gut wie die von IV Wenninger einschätzt, was ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe). Ich freue mich,dass Wenninger endlich die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Sie erbringt nämlich Topleistungen über die ganze Saison – und das schon seit Jahren. Für eine so junge Spielerin ist das mehr als außergewöhnlich.

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  • belzebub sagt:

    @sheldon,

    warst du auch im Stadion? Bei Niki Cross habe ich mir echt die Haare gerauft. Ich empfand sie zwar sehr präsent, weil sie wirklich alle Zweikämpfe suchte und sehr gut löste. Und dadurch auch einige Gegnerinnen an sich band, aber das Abspiel nach gewonnenem Ball war echt nicht so toll. Da sind den Bayerinnen einige Chancen entgangan.
    Und Kerstin Garefrekes war die einzige Frankfurterin, die ich überhaupt wahrgenommen habe. Erst zum Ende der Partie wurde mir klar, das auch Sandra Smisek mitspielt. Ich habe sie kaum bemerkt.

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  • Sheldon sagt:

    @belzebub: Nein, ich war nicht im Stadion, sondern habe die Partie per Livestream verfolgt und hatte dadurch höchstwahrscheinlich einen besseren und kompakteren Blick auf das Spiel!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ist zu dieser Feststellung wirklich eine Anwesenheit im Stadion nötig?
    Ich habe dies auch am TV so gesehen!
    Übrigens, wenn ich lese:
    > Außerdem die “2″ für de Pol,…, wenn ich mir allein die ersten 20 Minuten
    > von ihr anschaue, in der jede Bayernchance nach einem Fehler von ihr entstand.
    Dann kann ich nur „klagen“:“Bitte mehr solcher Fehler und Du bekommst eine 1 mit *!“

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  • Sheldon sagt:

    Nun, zu Niki Cross muss ich sagen, dass der Großteil ihrer Abspiele angekommen ist, würde es auf 80%, 90% schätzen. Entweder auf Feiersinger oder auf Bürki, damit hat sie viele Chancen erst möglich gemacht. Vielleicht hat belzebub auch nur den ein oder anderen Ballverlust von Cross in Erinnerung, der im defensiven Mittelfeld natürlich besonders dann auffällt!

    Und dann nenne mir auch nur einen einzigen Angriff, der über die rechte Seite, also Garefrekes lief, eine EINZIGE!

    @SF: Ich würde dir sehr gerne ein paar kleine Ausschnitte zeigen, leider hat das ZDF das Finale bereits rausgenommen.
    Allerdings erinnere ich mich gerade an eine Szene in der 15. oder 16. Minute, als de Pol hochstieg, den Ball aber nicht bekam, und hinter ihr eine Sandra Smisek (??) vollkommen freistehend verzog!

    Da hätte das Finale schon gelaufen sein können!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Irgendwie hast Du es mit den Augen zzgl. dem Nichtverstehens meiner Anspielung auf Deinen Schreibklops, dass de Pol verantwortlich für jede Bayernchance nach eigenem Fehler war!
    Das Spiel habe ich selbst von A…Z auf Pladde…

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „ich war nicht im Stadion, sondern habe die Partie per Livestream verfolgt und hatte dadurch höchstwahrscheinlich einen besseren und kompakteren Blick auf das Spiel!“

    -> Das ist jetzt aber nicht dein Ernst?!
    Ich habe das Spiel auch nur im Fernsehen verfolgt, würde mir aber nie einbilden, deshalb den „besseren und kompakteren Blick“ zu haben! Im TV siehst du meist nur den Ausschnitt des Spielfelds, wo sich gerade der Ball befindet (und manchmal nicht einmal das, wenn die Regie mal wieder die Trainerbank oder die Ehrentribüne interessanter findet…). Für die Beurteilung des ‚gruppentaktischen‘ Verhaltens der Mannschaften, aber auch der Leistung der einzelnen Spielerinnen ist aber z.B. auch von Belang, wo die Abwehr bei eigenen Angriffen steht oder wie sich die Stürmerinnen bei gegnerischen Angriffen verhalten. Da sieht der Stadionzuschauer im Zweifel mehr!
    Der Fernsehzuschauer ist nur im Vorteil, wenn es um die Bewertung einzelner Szenen geht, weil ihm Zeitlupen und verschiedene Kameraperspektiven zur Verfügung stehen.

    „Allerdings erinnere ich mich gerade an eine Szene in der 15. oder 16. Minute, als de Pol hochstieg, den Ball aber nicht bekam, und hinter ihr eine Sandra Smisek (??) vollkommen freistehend verzog!“

    -> War es nicht Baunach, die da unter dem Ball durchsprang und Glück hatte, dass Garefrekes zu überrascht war, um die Chance zu nutzen?
    Bei de Pol erinnere ich mich nur an eine Szene, wo sie im Strafraum ausrutschte, die Bayern-Abwehr jedoch die Situation bereinigen konnte.

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Nein, das war de Pol und nicht Baunach!

    Zu der Entscheidung, Stadion oder Fernseher:
    Auch im Fernsehen sieht man bei der Totale alle Spielerinnen. Und diese wird den Großteil des Spiels genutzt. Diese Perspektive ist für eine Beurteilung der Spielerinnen nahezu perfekt, da man hier wirklich einen perfekten Blick über das ganze Spielfeld hat und dementsprechend Laufwege sehr gut nachvollziehen kann.
    Eine derartige Perspektive hat man im Stadion fast nirgendwo. Man muss schon einen Platz nahe der Mitte sehr weit oben haben, um einen ähnlich guten Überblick zu haben. Kein Zuschauer in einer Stadionkurve kann auch nur annähernd diesen Überblick im Spiel haben!

    Allerdings sollte die Frage von vornherein überhaupt nicht zur Debatte stehen, einfach aus dem Grund, dass man im Stadion nur einen ganz bestimmten Blickwinkel hat, einen von 50.000-70.000 verschiedenen, während beim Fernsehen mehrere Kameras an ganz gezielt ausgewählten Plätzen stehen, sodass sich ein wirklich vollständiges Bild vom Spiel ergibt! Allein die Berücksichtigung dieser technischen Mittel gewährleistet erst eine wirklich fundierte Bewertung der Spielerinnen!

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „@FFFan: Nein, das war de Pol und nicht Baunach!“

    Dann meinst du offenbar eine andere Szene als ich.

    Zu dem anderen Thema:
    Den Vorteil des Fernsehzuschauers durch die mehreren Kameraperspektiven bei der Bewertung einzelner Szenen hatte ich ja bereits erwähnt. Die sogenannte Totale zeigt übrigens nie das gesamte Spielfeld, das wäre für die meisten Zuschauer auch nicht sinnvoll. Die Totale wird außerdem sehr oft unterbrochen für Großaufnahmen (um die Übertragung ‚lebendiger‘ zu gestalten), Zeitlupen und den beliebten Kameraschwenk über die Zuschauerränge. Trotzdem reicht das Fernsehbild idR aus, um ein Spiel zutreffend zu analysieren. Am besten wäre aber, das Spiel vor Ort zu sehen und die Aufzeichnung ergänzend heranzuziehen.

    Und natürlich hast du im Stadion von Haupttribüne Mitte einen besseren Blick auf das gesamte Spielgeschehen als von einem Platz hinterm Tor, das habe ich als bekannt vorausgesetzt.^^

    Dass auch beim Fernsehen die Kameraposition eine große Rolle spielt, kann man an den Bundesliga-Übertragungen von DFB-TV sehen. Die besten Bilder gibt es regelmäßig aus Wolfsburg. Dagegen sind in den kleineren Stadien (Frankfurt, Duisburg, Aschheim) die Kameras zu weit unten und wohl auch zu nah am Spielfeld aufgebaut, was aber aufgrund der örtlichen Gegebenheiten anscheinend nicht anders möglich ist.

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Ich habe gestern mal bei der Partie Spanien-Italien meine Vermutung überprüft. Und in den allermeisten Situationen konnte man in dem Bildausschnitt 14 oder mehr Spieler sehen. Durch das schnelle Schwenken kann man aber auch das Stellungsspiel von den verschiedenen Abwehrreihen sehr gut nachvollziehen.

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  • karl sagt:

    Wo Sheldon schon ueber die Maenner EM spricht sozusagen by the way ist das hier an alle die immer behaupten der Maennerfussball waere besser als der Frauenfussball:Ich habe mir in den letzten Tagen die Muehe gemacht mir alle bisherigen EM Spiele anzusehen, was bei dem Schlafwagenfussball tatsaechlich nicht leicht war , und siehe da , auch dort gibt es Fehlpaesse(sogar bei dem hier so vielgeruehmten kurzpassspiel) , Fehler bei der Ballannahme , Befreiungsschlaege , Baelle werden ins Aus oder ins Nirwana gespielt , und sogar lange baelle die nicht ankommen habe ich gesehn. Und ich konnte es nach den Aussagen einiger hier kaum glauben , aber die haben doch tatsaechlich auch oft ueber das Tor oder nebendran geschossen und manchmal haben die ach so goettlichen Torwarte sogar daneben gegriffen. Ich weis ja nicht was sich diejenigen die immer behaupten Maennerfussball waere besser angesehen haben , aber irgendwie muessen das andere Spiele gewesen sein. Was mir dabei auch aufgefallen ist ist die Tatsache dass die Reporter offensichtlich Frauenfussballspiele viel kritischer kommentieren , bei den Maennern sind die da viel toleranter gegen Fehlpaesse und Schuesse etc.. . Vielleicht liegt es ja nur daran dass einige meinen der Maennerfussball waere besser 🙂 🙂 Ich jedenfalls seh das nicht so, Im Gegenteil, ich freu mich schon auf gute spannende Fussballspiele bei der Frauen EM im naechsten Jahr.

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  • Sheldon sagt:

    @karl: Ich habe dieselben Spiele gesehen, und natürlich, für einen Fan, der keine Ahnung hat, ist da erstmal kein großer Unterschied zu einem Frauenfußballspiel zu sehen.

    Aber es gibt ihn, nur sie zeigen ihn dieses Jahr noch nicht allzu häufig. Man konnte es bei den Spaniern mal kurz angerissen sehen, was für ein Spielpotential haben, die Dänen haben unglaublich starke taktische Disziplin bewiesen, man kann es auch bei den Franzosen sehen.

    Natürlich bringt ein solches Niveau, das bei den Männern vorherrscht, bestimmte Begleitumstände mit sich. Heute, da bei der EM (bis auf Mannschaften wie Irland, Tschechien und wahrscheinlich auch Ukraine) jede Mannschaft das taktische und technische Potential hat, jeden zu schlagen, kann man sich keine Fehler mehr erlauben. Daraus resultiert natürlich eine Vorsicht und eine verstärkte taktische Disziplin. Man kann es sich nicht mehr erlauben, einfach eine Torchance zu vergeben oder einen Ball zu verlieren. Denn jeder Ballverlust kann sofort in einem gegnerischen Tor enden und jede vergebene Torchance könnte die letzte im Spiel gewesen sein.

    Deutschland und Portugal haben diesen neuen Fußball sehr eindrücklich zur Schau gestellt. Starke Abwehrreihen, wenig Möglichkeiten für die Offensive, da muss dann die eine Torchance sitzen.

    Allerdings sollte man auch nicht vergessen: Die Topspieler, gerade bei Deutschland, Spanien, Holland, Portugal haben eine Saison mit knapp 55 Spielen + Länderspielen hinter sich. Viele Spieler, gerade auch in deutschen Reihen, waren lange verletzt. Mannschaften wie Deutschland oder Spanien hatten gerade mal effektiv 2 Wochen zur Vorbereitung. Da kann man nicht erwarten, dass gleich das erste Spiel ein Augenschmaus ist.
    Das Potential haben Frankreich, Spanien, Deutschland, auch Dänemark oder Italien schon angedeutet, und ich bin mir sicher, dass bereits in den nächsten Spielen die taktischen und technischen Finessen und Fähigkeiten sehr viel ausgeprägter zur Geltung kommen werden!

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  • wrack sagt:

    @ karl, Sheldon: Die Männer sind m.E. deutlich pass- und ballsicherer. Ich denke, z.B. ein Vergleich der prozentualen Fehlpassquote würde zugunsten der Männer ausfallen. Das halte ich auch für ganz natürlich, denn nicht nur machen die Männer praktisch nix anderes als Fußball, da ist auch mehr Geld dahinter, die Trainingsbedingungen sind besser. Bei den Frauen bestehen viele Teams aus „Halbprofis“ und Amateuren, bei den Männern durchweg aus „Trainingmaschinen“. Dazu kommt, dass das Spiel der Männer a priori dynamischer WIRKT, weil Männer ganz andere körperliche Voraussetzungen haben als Frauen. Damit hinkt der Vergleich zwischen den Geschlechtern, der schon hier in der Schräglage ist, ohnehin.
    Es ist verführerisch, aber – wie ich meine – oft auch irreführend, Spiele der Männer mit den der Frauen zu vergleichen.

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  • karl sagt:

    @wrack , sheldon: Ihr habt ja beide irgendwie recht, aber mir gings hauptsaechlich um diejenigen die immer so tun als wuerden die im Maennerfussball nie uebers Tor schiessen, nie Fehlpaesse machen , etc… Wenn das so waere waere der Maennerfussball auch uninterressant weil ja dann die Torhueter auch alles halten wuerden. Alle Spiele 0:0. Und ich habe auch das Gefuehl dass die Reporter den Maennerfussball wohlwollender begleiten als den Frauenfussball, rein sprachlich ist dann was im Frauenfussball als schlechte Flanke bezeichnet wird im Maennerfssball eine gute Flanke die nur keinen Abnehmer gefunden hat. Das sind natuerlich nur Nuancen , aber in der Masse sicher wirkungsvoll. Ich habe einfach mal die EM Spiele so betrachtet wie ich glaube dass die Leute , die den Frauenfussball verunglimpfen wollen den Frauenfussball betrachten. Natuerlich kann man es nicht vergleichen weil Maenner nun mal im Schnitt 10 Prozent groesser und schneller sind und auch bessere Trainingsbedingungen haben.
    Achso , bevor ich das Vergesse , die beiden Daumen runter unter euren Beitraegen sind nicht von mir. Ich benutze dieses Zeichen ausgesprochen selten.

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  • Sheldon sagt:

    @karl: Ich bin keiner, der sagt, dass der Frauenfußball nicht prinzipiell so gut sein kann, wie der Männerfußball, jedenfalls technisch-taktisch!
    Aber das ist es jetzt noch nicht. Aber das liegt nicht daran, dass mal wieder keine Vereine Geld geben und deswegen die Trainingsbedingungen so schlecht sind, sondern auch einfach an der häufig fehlenden Kompetenz gerade in großen Vereinen, wo man mit Geld nicht umgehen kann.
    Hier liegen gerade die Ursachen für die mangelnde Klasse im deutschen Spiel gegenüber den Männern. Spielerinnen wie Bajramaj oder Marozsan könnten viel mehr leisten, wenn sie vernünftig eingesetzt würden. Wenn Neid in der Nationalmannschaft umstellen würde auf ein 4-3-3 (die Russen machen es gerade vor), dann hätten Bajramaj, Celia und Popp viel mehr Räume und könnten viel besser rotieren. Das sind so die Dinge, die den FF immer wieder abwürgen!

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