Aus dem Spitzenquartett wird ein Duo

Von am 6. Mai 2012 – 17.17 Uhr 68 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat das Spitzenspiel am 20. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga gegen den 1. FFC Frankfurt mit 3:1 gewonnen. Damit müssen sich die Frankfurterinnen aus dem Titelrennen verabschieden, gleiches gilt wohl für den FCR 2001 Duisburg. Die Meisterschaft ist zum Zweikampf geworden.

Die Wolfsburgerinnen liegen nach einem 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den SC Freiburg weiter nur einen Punkt hinter Potsdam.

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Auf Pohlers ist Verlass
Schon in der elften Minute ging der VfL Wolfsburg durch Conny Pohlers mit 1:0 in Führung. Für die Stürmerin, die vor Saisonbeginn vom 1. FFC Frankfurt gekommen war, war es bereits der 19. Saisontreffer. Zwölf Minuten später erhöhte Zsanett Jakabfi auf 2:0 für den VfL, der nach dem Seitenwechsel durch einen verwandelten Foulelfmeter von Nadine Keßler (70.) noch zum 3:0 kam.

Anonma schießt Frankfurt ab
Der 1. FFC Turbine Potsdam behielt vor 3.860 Zuschauern mit 3:1 (2:0) die Oberhand gegen den 1. FFC Frankfurt, der den besseren Start erwischte. „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um reinzukommen“, so Potsdams Babett Peter. Doch ein Treffer von Genoveva Anonma (24.) drehte die Partie. Nur kurze Zeit später kamen die Gastgeberinnen nach einem Fehler von Saskia Bartusiak zu ihrem ersten Eckball. Die Frankfurterinnen schafften es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Anonma war erneut zur Stelle und traf in der 27. Minute zum 2:0. Frankfurt wurde durch den Doppelschlag sichtlich aus dem Konzept gebracht.

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Heute drei Tore, im nächsten Spiel gesperrt: Genoveva Anonma © Sven-Erik Hafft, girlsplay.de

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Anschlusstreffer durch Kerstin Garefrekes
Nach dem Seitenwechsel machten zunächst die Frankfurterinnen den besseren Eindruck. In der 50. Minute war Melanie Behringers Schuss noch zu unplatziert, sieben Minuten später gelang ihr der Anschlusstreffer. Ihre Hereingabe war eigentlich als Zuspiel auf Kerstin Garefrekes gedacht. Doch die kam nicht an den Ball, und das Leder fand den direkten Weg ins Tor. In einer spannenden Schlussphase traf Anonma in der 87. Minute zum 3:1. „Das war eine sensationelle Leistung“ befand Turbine-Trainer Bernd Schröder, „wir haben verdient gewonnen.“ Bitter für Potsdam aber: Anonma wird aufgrund ihrer fünften Gelben Karte im nächsten Spiel beim FCR 2001 Duisburg fehlen. Die Frankfurterinnen müssen sich aus dem Meisterschaftsrennen verabschieden.

Duisburg unterliegt in München
Nur noch eine theoretische Chance auf die vorderen beiden Plätze hat der FCR 2001 Duisburg nach der 0:2 (0:0)-Niederlage beim FC Bayern München. Unter den Augen von Bundestrainerin Silvia Neid hatte der FCR in der ersten Halbzeit Pech, als Linda Bresonik in der 22. und 24. Minute nur Pfosten und Latte traf, aber nach dem Seitenwechsel kamen die Münchenerinnen besser ins Spiel. Die eingewechselte Lena Lotzen traf in der 70. Minute aus schrägem Winkel zum 1:0. Nach einem Foul von Petra Hogewoning an Lotzen entschied Schiedsrichterin Verena-Kordula Schultz auf Strafstoß. Katharina Baunach (82.) verwandelte sicher zum 2:0. „Es ist gut, dass wir vor dem Pokalendspiel gegen einen großen Gegner gewinnen konnten“, so FCB-Trainer Thomas Wörle, „jetzt fahren wir mit noch größerem Selbstbewusstsein nach Köln.“ Dort trifft seine Mannschaft am kommenden Samstag auf den 1. FFC Frankfurt.

Kantersieg für Bad Neuenahr
Der SC 07 Bad Neuenahr gewann das Duell mit dem 1. FC Lok Leipzig mit 5:0 (1:0). Célia Okoyino da Mbabi traf in der 23. Minute zum 1:0 für die Gastgeberinnen. Nach dem Seitenwechsel schraubten Nicole Rolser (60.), Sarah Gregorius (81.), Okoyino da Mbabi (83.) und Sofia Nati (88.) das Ergebnis in die Höhe. „Es ist uns nicht gelungen, an die kämpferisch starken Leistungen der letzten zwei Partien anzuknüpfen. Am Ende war dann die Luft raus, so dass das Resultat leider auch in der Höhe in Ordnung geht“, so Leipzigs Trainer Frank Tresp.

HSV gewinnt in Jena
Der FF USV Jena unterlag im eigenen Stadion dem Hamburger SV mit 0:1 (0:1). Carolin Simon gelang in der 69. Minute das entscheidende Tor für den HSV. Durch den „Dreier“ haben sich die Hamburgerinnen zwei Spieltage vor Saisonende den Klassenverbleib endgültig gesichert. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir die letzten zwei Spiele jetzt entspannt angehen können“, war Trainer Achim Feifel erleichtert.

Essen gewinnt NRW-Duell
Die SG Essen-Schönebeck hat mit einem 4:0 (0:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen den fünften Platz gefestigt. Nach einer torlosen ersten Hälfte traf Linda Dallmann in der 60. Minute zur Führung, ehe Caroline Hamann mit einem Doppelschlag (73./81.) für die Entscheidung sorgte. Katharina Leiding (88.) gelang in der Schlussphase der 4:0-Endstand. Leverkusen bleibt dadurch auf dem letzten Tabellenplatz und hat weiter vier Punkte Rückstand auf den rettenden zehnten Rang, den der FF USV Jena einnimmt.

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68 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    @mas: Ich denke, der Ansatz ist falsch herum. Man spielt generell, um Titel zu erlangen. Alles andere ist eine Folge davon oder eine Basis dafür. Man spielt die Meisterschaft, um Meister zu werden und nicht, um in die CL zu kommen. Man spielt in der CL, um den Titel zu gewinnen. Dass die Teilnahme an der CL eine gute Basis ist, um als Club für andere Spielerinnen attraktiv zu sein, ist keine Frage. Aber zum Schluss steht in der Vita einer Spielerin oder in der Historie eines Vereins nicht, dass man 17 Mal an der CL teilgenommen hat, sondern dass man 4 Mal in Folge Meister geworden ist. Und gerade in Potsdam wird der Fokus auf den Meistertitel gelegt, weil er belegt, dass man die gesamte Saison über am besten gearbeitet hat und nicht in wenigen entscheidenden Spielen voll da war.

    Auch wenn Turbine Zweiter wird, ist es natürlich keine Katastrophe. Immerhin hat man vorher 3 Mal in Folge den Titel gewonnen und man kann nicht erwarten, dass man ein halbes Jahrzehnt unüberholt ist in Deutschland. Und als kleineres Ziel hat erreicht die Mannschaft damit natürlich auch die attraktiven Spiele in der CL in der nächsten Saison.

    Aber es wäre ein Wermutstropfen, in der Endphase abgefangen worden zu sein. Und es macht den Unterschied für die Spielerinnen, die noch nicht (oder noch nicht mit Potsdam) Meister geworden sind und für Babett Peter bzw. Bianca Schmidt, ob sie als Meister an den Main gehen oder wie alle anderen auch ohne Titel sind bzw. ob Viola Odebrecht nächste Saison die einzige Spielerin mit Titel in Wolfsburg ist oder eine der ganz wenigen ohne Titel.

    waiiy

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  • DAWIDenko sagt:

    @ mas:
    Natürlich wäre es kein „totaler Weltuntergang“ wenn Turbine nur zweiter wird. Aber vom gesamten Saisonverlauf betrachtet, wäre es schon ein bitteres Ende wenn man kurz vor Schluss noch abgefangen werden würde. Schließlich war man fast immer Tabellenführer.

    Außerdem noch als kleiner Nachtrag zu diesem absoluten Highlight-Spiel vom Sonntag:
    Meiner Meinung ist es zu einfach zu sagen, Frankfurt hätte gegen eine Ayoma verloren und nicht gegen Potsdam. (@Jan) Natürlich war sie mit ihren 3 Toren die Matchwinnerin!
    Aber wenn man das schon so sagt, dann ist Potsdam auch nicht gegen Frankfurt in Schwierigkeiten geraten vor dem 1:0, sondern gegen eine herrausragende Kerstin Garefrekes.

    Das 1:0 war eine tolle Kombination von Viola (Übersicht), Issy (Schnelligkeit) und Ayoma (Abschluss).
    Das 2:0 war aus einer Ecke resultierend, nach der Frankfurt den Ball nicht aus der Gefahrenzone bringen konnte. Nach Babetts Schuss, traf Ayoma im Nachschuss.
    Das 3:1 war natürlich eine super Einzelleistung der Stürmerin aus Westafrika.
    Aber grundstzlich war der Sieg eine super Geimeinschatsleistung der gesamen Mannschaft.

    Vor allem war ich von Yuki überaus begeistert!
    Sie war heute so aktiv, wie die gesamte Rückrunde nicht mehr.
    Sie setzte die frankfurter Defensive immer wieder unter Druck und zwang Frankfurt so zu fehlern.
    Außerdem war sie sehr präsent, bot sich außen gut an, und ging auch sehr erfolgreich ins Dribbling.
    Sie zeigte ein hohes Laupensum (Ihr hätte ich wirklich noch ein Tor gegönnt als Krönung für diese Leistung) Auch wirkte sie sehr gelöst und glücklich bei ihrer Auswechslung, ein Bild wie in „alten“ Zeiten,- seufz(; )

    Wollte mich diesmal eigentlich kürzer fassen. Aber besondere Spiele erfordern eben ihre gebührende Nachbereitung.

    DAWIDenko

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  • Antje sagt:

    @fisch

    Für mich hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, ua. weil ich denke, dass die Frauen mit ihrem (emotional gesehen) wechselhaften Loslöseprozess von Turbine auch gereift sind. Dies ist mE deutlich beim Auftreten während der Interviews zu sehen: Kein schüchterner Blick mehr in die Kamera, freundliches und souveränes Auftreten. Diese Frauen haben was zu sagen!
    Frankfurt und Wolfsburg haben einen echten Gewinn gemacht, der sich vielleicht für beide Teams auch sportlich rechnen wird.

    Und genau deshalb freue ich mich auch auf eine neue Saison, um diesen Werdegang weiter zu beobachten. Inzwischen bin ich richtig gespannt, wer für die Turbinefrauen auflaufen wird. Im Herzen bin ich sogar optimistisch, was eine spannende Saison angeht.

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  • Lucy sagt:

    Noch mal zum FFC und Facebook. Mir war doch so, als wäre da was…

    Das sieht jedenfalls schon so aus, als wäre jemand vom Verein dafür zuständig.

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  • waiiy sagt:

    Da es jetzt schon in der Zeitung steht, darf ich den Namen Stefanie Mirlach wohl auch sagen. 🙂

    Dazu kommt Johanna Elsing aus Leverkusen nach Potsdam:

    Man geht den Weg, den ich mir vorstelle, dass man bei Vereinen fündig wird, die nicht so weit oben stehen. 🙂

    Gespannt bin ich auf die Junioren-Nationalspielerin, die die „Allrounderin“ sein wird. Bei der Stürmerin scheint sich ja (siehe oben) etwas zu entwickeln.

    waiiy

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  • SGS sagt:

    Zum Thema ‚Auflösung HSV-Frauenabteilung‘ fiel mir gerade diese Meldung ins Auge:

    So knapp kann das Geld wohl doch nicht sein…

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  • Speedcell sagt:

    @Sgs danke für den link. Wenn das wirklich so sein sollte und die frauenabteilung aufgelöst wird, dann nur deswegen,dass man beim HSV keine frauenabteilung will. Wer gibt 1mio. für ein freundschaftsspiel aus, nur weil ein messi unmotiviert über den platz stolzieren soll ?! Mit dieser million könnte man wahrscheinlich die komplette frauenabteilung 1 jahr bezahlen. Das wäre echt das letzte von HSV.

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  • Sheldon sagt:

    Ja, ja, für sowas ist Geld da! Das Spiel wird sowieso 10:0 verloren, wäre keine Werbung für den HSV!

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