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2012

Die mit den Bällen zaubern

Ballbeherrschung par excellence: Am Montag verzückten Freestyle-Star Aylin Yaren und Freestyle-Weltmeisterin Kitti Szász auf der Sportartikelmesse ISPO in München die Fachbesucher. Womensoccer sprach mit den beiden über ihre Leidenschaft.

Yaren und Szász waren die Hingucker schlechthin in Halle C2 am Stand BN 10 der Frauenfußball-Bekleidungsmarke Ballzauber . Ein, zwei starke Tricks – und schon versammelte sich eine ganze Schar von Besuchern, um die Performance der beiden zu bewundern.

Video im Internet als Inspiration „Bei mir hat alles vor fünf Jahren angefangen“, erinnert sich Szász, wie alles begann. Damals sah sie im Internet ein Video des niederländischen Freestylers Soufiane Touzani. „Er hat mich inspiriert und ich habe mit dem Sport angefangen. Ich habe mir das Video bestimmt 1000 Mal angesehen, seine Tricks in Zeitlupe abgespielt und versucht, sie nachzuahmen.“

Stundenlanges Training Seitdem hat die Ungarin viel Zeit in ihre Leidenschaft gesteckt, denn ohne Talent geht zwar nichts, doch vor allem ist harte Arbeit gefragt. „Ich trainiere jeden Tag mindestens eine Stunde, wenn ich genug Zeit habe, können es aber auch schon mal fünf oder sechs Stunden sein.“ Die Mühe hat sich gelohnt, im vergangenen August wurde sie in Prag zur ersten Freestyle-Weltmeisterin gekürt.

Legendäres Torwandschießen Einen ähnlichen Weg hat Aylin Yaren genommen. „Auch ich habe mir mehrere Videos angeschaut und gemerkt, dass man mit dem Ball so einiges anstellen kann.“ Wie gut Yarens Ballbeherrschung ist, bekam auch schon Bayern Münchens Star Franck Ribéry beim Torwandschießen im ZDF-Sportstudio vor einigen Jahren zu spüren .

Harte Arbeit „Ich habe auf viel Freizeit verzichtet, denn ich wollte unbedingt meine Tricks lernen“, so Yaren über die Anfänge. Beim stundenlangen Training war Geduld gefragt. „Manchmal hat man auch die Lust verloren, aber mit ein, zwei geschafften Tricks war die Motivation sofort wieder da.“ Sobald ein Trick sitzt, kann man ihn nicht mehr verlernen, doch es gilt, ihn sowie seine Choreographie zu verfeinern. Die Künste von Yaren haben sich rasch herumgesprochen. Freestyle als Lebensunterhalt Im vergangenen WM-Jahr 2011 brachte sie es auf über 200 Auftritte. „Es kommt natürlich darauf an, wie oft man gebucht wird, aber man könnte schon vom Freestyle leben“, ist sie sich sicher. Doch in diesem Jahr wird man sie seltener beim Freestyle zu sehen bekommen, denn beim Hamburger SV will Yaren in der Bundesliga ab sofort auch ihre fußballerische Karriere wieder vorantreiben.

„Es wird schon etwas weniger, aber ich werde es weiterhin machen, wenn es der Training- und Spielplan erlauben. Der Trainer weiß, dass ich damit mein Geld verdiene, mit ihm ist alles super abgestimmt.“ Und so will sie auch in Zukunft pro Monat „mindestens zwei- bis dreimal“ auftreten.

Freestylerinnen heiß begehrt Sowohl Szász als auch Yaren hätten vor einigen Jahren nicht gedacht, wohin sie ihr Hobby einmal führen könnte. „Im Dezember waren wir zur Präsentation des neuen Audi A1 in Tokio“, berichtet Yaren von einer unvergesslichen Reise.

„Ich war auf vielen Auftritten, habe viel gesehen und viele neue Leute kennengelernt, wie etwa Steffi Jones, mit der ich mich sehr gut verstehe.“

Vom Parkplatz in die weite Welt Und auch Szász kann sich vor Anfragen kaum noch retten. „Ich habe viele Auftritte in Ungarn, werde von TV-Stationen zu Interviews eingeladen. Ich trete mindestens einmal im Monat in Deutschland auf, manchmal auch in Spanien oder in Dubai. „Als ich angefangen habe, auf einem Parkplatz mit einem Ball zu jonglieren, hätte ich nie gedacht, wo mich das einmal hinführen würde.“

Den Freestyle weiterentwickeln Und auch Yaren erklärt: „Das hätte ich nie gedacht, dass ich mein Hobby einmal zum Beruf machen und vor zig Leuten auftreten könnte.“ Und so werden die beiden auch in Zukunft das Publikum in Staunen versetzen. „Wir freuen uns auf die EM in Polen und der Ukraine, denn rund um das Turnier werden wir sicherlich einige Auftritte haben und wir hoffen, dass es sich in Zukunft weiter entwickelt“, so Yaren.