Bundesliga-Hinrunde: die Trainer
Auch unter den Trainerinnen und Trainern der Frauenfußball Bundesliga gab es in der Hinrunde der Saison 2011/12 wie auch bei den Spielerinnen Tops und Flops.
Högner führt Essen auf Platz 5 Vor der Saison galt die SG Essen-Schönebeck als heißer Abstiegskandidat. Doch nach der Hinrunde liegt die Elf von Trainer Markus Högner auf Platz 5. So trotzte Essen nicht nur dem FCR 2001 Duisburg ein Remis ab, auch Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam brachte man beim 2:3 nach 2:0-Führung an den Rand einer Niederlage. Dank einer konzentrierten Vorbereitung und geschickten Transfers, wie der von Torhüterin Ursula Holl, stimmen Leistung und auch Moral und Teamspirit. Belohnung: Platz 5.
Pilipovic macht Freiburg stark Aufsteiger SC Freiburg gelang unter Trainer Milorad Pilipovic erst die Rückkehr ins Bundesliga-Oberhaus und dann eine starke Hinrunde mit dem überraschendste Ergebnis, ein 1:0-Erfolg gegen den 1. FFC Frankfurt. Der überwiegend aus jungen Spielerinnen bestehende Kader hat sich gut weiterentwickelt, auch wenn das Team vor allem in den Heimspielen unnötig Punkte liegen ließ. „Manchmal fehlt es noch an der richtigen Balance zwischen Defensive und Offensive“, weiß Pilipovic, woran es noch zu arbeiten gilt.
Ketelaer formt neue Duisburgerinnen Platz vier hieß das vorrangige Saisonziel von Duisburgs Trainer Marco Ketelaer, doch nach der Hinrunde steht seine Elf auf dem beachtlichen zweiten Platz. Dem 42-Jährigen ist es gelungen, trotz der Abgänge von Spielerinnen wie Inka Grings oder Sonja Fuss sein Team schnell neu zu formieren und ihm ein neues Konzept zu verpassen, an das seine Spielerinnen glauben. So gelang es den gefestigten Duisburgerinnen etwa mit 3:2 in Potsdam zu gewinnen, obwohl die Mannschaft zur Halbzeit mit 0:2 im Rückstand lag.
Meier mit dem Rücken zur Wand Zugeben: Bayer 04 Leverkusen ist nicht zu beneiden, ob seiner zahlreichen verletzten Spielerinnen. Doch gerade in schwierigen Situationen obliegt es einer Trainerin oder einem Trainer, das Team mit ruhiger Hand durchs schwierige Fahrwasser zu steuern. Gelungen ist dies Doreen Meier in der Hinrunde nicht. Öffentlich zweifelte Meier die derzeitige Erstligatauglichkeit von Spielerinnen wie Lisa Schwab und Turid Knaak an. Zehn Niederlagen in elf Spielen sorgten dafür, dass die Werkself auf dem letzten Tabellenplatz überwintert und es eines kleinen Wunders bedürfen wird, um den Abstieg zu verhindern.
Wörle kritisiert Prinzessinnen Mit öffentlicher Kritik sparte auch Bayern Münchens Trainer Thomas Wörle nicht. Mal bezeichnete er seine Spielerinnen als elf Prinzessinnen, wie nach der 0:1-Niederlage in Essen, nach dem 1:2 gegen Aufsteiger Lok Leipzig unterstellt er ihnen ein Mentalitätsproblem. Sicherlich haben auch in München die Verletzungen von Schlüsselspielerinnen dazu beitragen, dass die Elf auf einem Abstiegsplatz steht. Doch auch die Nervenstärke des Trainers wird in der Rückrunde darüber entscheiden, ob das Team wieder nach oben klettern kann.
Claudia von Lanken muss gehen Sportlich muss sich Claudia von Lanken, Ex-Trainerin des 1. FC Lok Leipzig, nicht viel vorwerfen lassen. Doch auch sie gehört zu den Verliererinnen der Hinrunde, musste sie doch als einzige unter den 12 Bundesligatrainern in der Hinrunde ihren Posten räumen. In fünf Spielen hatte Von Lanken mit ihrer Elf nur einen Sieg unter Dach und Fach bringen können. Unter dem neuen Trainer Jürgen Brauße gelangen in den nächsten fünf Spielen immerhin zwei Siege. Ob dieser Wechsel notwendig war, kann nur der Verein selbst beantworten.