Schröder kritisiert Zwanziger und Jones

Von am 18. November 2011 – 12.51 Uhr 41 Kommentare

Zwei Stunden lang diskutierten Turbine Potsdams Trainer Bernd Schröder und Frankfurts Manager Siegfried Dietrich in der vergangenen Woche über Stand und Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Während Dietrich ein positives Fazit zog, sparte Schröder nicht mit harscher Kritik.

So kritisiert der Turbine-Trainer im Gespräch mit der BILD die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen DFB und den Vereinen. „Jeder kämpft wieder für sich alleine. Das war nach der WM so nicht geplant.“ Doch vor allem mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Frauenfußball-Direktorin Steffi Jones geht er hart ins Gericht.

„Zwanziger hat sich in Luft aufgelöst“
„Ich bin ein Freund von Theo Zwanziger, aber er hat sich beim Frauen-Fußball in Luft aufgelöst, für ihn ist dieser Sport nicht mehr aktuell“, so Schröder, der über Jones meint: „Die Steffi ist ein liebes Mädel, eine klasse Frau, ein Sonnenschein. Aber du kannst nicht nur in der Weltgeschichte rum fliegen und alles toll, toll, toll finden, du musst auch mal anpacken.“

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Bernd Schröder

Bernd Schröder übte harsche Kritik © Nora Kruse / ff-archiv.de

Nationalelf fehlen die Persönlichkeiten
Positiv sieht er zumindest, dass sich das Verhältnis zu Bundestrainerin Silvia Neid gebessert hat. „Sie ruft jetzt sehr oft an und redet mit uns, aber so gehört es sich auch.“ Dennoch sieht er die Entwicklung der Nationalmannschaft kritisch. „Warum haben wir denn die Probleme in der Nationalelf? Hauptsächlich, weil uns die Persönlichkeiten ausgegangen sind – und die wachsen auch nicht nach. Das macht mir große Sorgen.“ Auch in Sachen Nachwuchsarbeit würde in Deutschland zu wenig passieren.

Dietrich versprüht Optimismus
Ein anderes Bild zeichnet hingegen Siegfried Dietrich, Manager von Turbine Potsdams Erzrivalen 1. FFC Frankfurt, der meint: „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, durch die WM hat die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erst richtig begonnen. Es gibt nach Birgit Prinz viele neue Gesichter, immer mehr Mädchen die Fußball spielen und ab nächster Saison sogar eine Juniorinnen-Bundesliga.“ Als Beleg für das gestiegene Interesse führt er an: „Wir haben in der Liga vierzig Prozent mehr Zuschauer, viele Sponsoren und eine noch nie da gewesene Medienpräsenz. Es geht eindeutig nach oben!“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Ich gebe Dir absolut recht Tom!!!
    Wie ich ganz oben schon schrieb, sollte man Steffi erst mal Zeit für die Einarbeitung in ihre neue Funktion geben!!!
    Da sollte auch der feine, nette Opa Schröder mal ein wenig Geduld zeigen!!! 😉

    Sicherlich kann Steffi ihre Kontakte von der WM ganz gut nutzen, um dem „Alt-Herren-Verband“ etwas mehr Feuer unter ihren bequemen [….] zu machen!!!
    Aber natürlich kann sie sich auch nicht aufführen wie die Axt im Walde, sonst würde sie sich nur lächerlich machen!!!

    Auch wenn ich mich wiederhole, ich vertraue ihr da!!!

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