Schröder kritisiert Zwanziger und Jones

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Zwei Stunden lang diskutierten Turbine Potsdams Trainer Bernd Schröder und Frankfurts Manager Siegfried Dietrich in der vergangenen Woche über Stand und Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Während Dietrich ein positives Fazit zog, sparte Schröder nicht mit harscher Kritik.

So kritisiert der Turbine-Trainer im Gespräch mit der BILD die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen DFB und den Vereinen. „Jeder kämpft wieder für sich alleine. Das war nach der WM so nicht geplant.“ Doch vor allem mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Frauenfußball-Direktorin Steffi Jones geht er hart ins Gericht.

„Zwanziger hat sich in Luft aufgelöst“
„Ich bin ein Freund von Theo Zwanziger, aber er hat sich beim Frauen-Fußball in Luft aufgelöst, für ihn ist dieser Sport nicht mehr aktuell“, so Schröder, der über Jones meint: „Die Steffi ist ein liebes Mädel, eine klasse Frau, ein Sonnenschein. Aber du kannst nicht nur in der Weltgeschichte rum fliegen und alles toll, toll, toll finden, du musst auch mal anpacken.“

Bernd Schröder
Bernd Schröder übte harsche Kritik © Nora Kruse / ff-archiv.de

Nationalelf fehlen die Persönlichkeiten
Positiv sieht er zumindest, dass sich das Verhältnis zu Bundestrainerin Silvia Neid gebessert hat. „Sie ruft jetzt sehr oft an und redet mit uns, aber so gehört es sich auch.“ Dennoch sieht er die Entwicklung der Nationalmannschaft kritisch. „Warum haben wir denn die Probleme in der Nationalelf? Hauptsächlich, weil uns die Persönlichkeiten ausgegangen sind – und die wachsen auch nicht nach. Das macht mir große Sorgen.“ Auch in Sachen Nachwuchsarbeit würde in Deutschland zu wenig passieren.

Dietrich versprüht Optimismus
Ein anderes Bild zeichnet hingegen Siegfried Dietrich, Manager von Turbine Potsdams Erzrivalen 1. FFC Frankfurt, der meint: „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, durch die WM hat die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erst richtig begonnen. Es gibt nach Birgit Prinz viele neue Gesichter, immer mehr Mädchen die Fußball spielen und ab nächster Saison sogar eine Juniorinnen-Bundesliga.“ Als Beleg für das gestiegene Interesse führt er an: „Wir haben in der Liga vierzig Prozent mehr Zuschauer, viele Sponsoren und eine noch nie da gewesene Medienpräsenz. Es geht eindeutig nach oben!“

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„Dietrich versprücht Optimismus“

😀

S.O.S.
S.O.S.

Der Frauenfußball in Deutschland bräuchte dringend einen

Siegbernd Schrödtrich.

Schade, dass man ihn sich nicht „backen“ kann!

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Ist doch klar, dass Dietrich nichts zur Nachwuchsarbeit, aber auch dazu das der Natio die Persönlichkeiten ausgehen, sagt! Und sich mit den beiden Genannten anzulegen, ist auch nicht sein Ding, denn im Grunde genommen interessiert ihn nur sein Verein, wo er auch derzeit genug Arbeit/Probleme zu bewältigen hat. Schröder ist aber grundsätzlich kein eingleisiger FF-Versteher und -kenner und erst recht nicht ein hochbezahlter, satter Funktionär. Ich kann es gar nicht oft genug hier schreiben, dass der Matthias Sammer seitens des DFB auch für den FF zuständig sein sollte, zumindest was die NW-Arbeit und Talenteförderung angeht. Warum soll er die doch… Weiterlesen »

Max
Max

Schröder ist das Beste was FF-Deutschland passieren kann, nicht lamentieren, sondern klare und unmissverständliche Ansage! Vielleicht ist es auch der Weckruf – hallo wach, für die/den eine/n oder andere/n!?
Siggi Dietrich ist mir manchmal zu sehr auf Schmusekurs mit dem DFB, aber toll das beide so zusammensaßen!

Fuxi
Fuxi

„Für Zwanziger ist dieser Sport nicht mehr aktuell“ – stimmt (aber war das nicht zu erwarten?). „Steffi Jones muss auch anpacken“ – stimmt (umso mehr, da sich Zwanziger selbstzufrieden zurücklehnt). „Der Nationalmannschaft sind die Persönlichkeiten ausgegangen.“ – richtig. (Denn eine Lira Bajramaj ist ’ne ordentliche Fußballerin und ein Werbegesicht, allenfalls eine Lebensgeschichte, aber keine Persönlichkeit; Angerer, Bartusiak, Garefrekes, Krahn, Peter, Behringer oder Müller sind nicht mal die letzten beiden Dinge, obwohl die als Alte bzw. Erfahrene eigentlich vorneweg marschieren müssten…) Gut, um ungeschlagen Erster in der EM-Qualigruppe zu werden, reicht’s noch, aber mit dem Titel sollte man besser nicht rechnen… Weiterlesen »

Fuxi
Fuxi

Korrektur zum vorigen Posting: Bei Potsdam sind’s immerhin fast 15 Prozent mehr Zuschauer, keine homöopathischen 3 Prozent – sorry dafür!

ballander
ballander

für den schmusekurs wird er ja auch mit so netten artikeln wie zuletzt vom dfb belohnt 😉

in sachen pokalauslosung gebe ich ihm recht: warum geht sowas nicht früher?!

Sheldon
Sheldon

@S.O.S.: Diese Person wäre eindeutig schizophren! @SF: Vielleicht, weil man den MF nicht 1:1 auf den FF übertragen will. Außerdem scheint mir Sammer nicht unbedingt der größste Freund des FFs zu sein! Allgemein war das ganze Gespräch ziemlich einseitig. Interessant, dass die beiden (immer noch) per du sind, das hätte ich so nicht erwartet. Wie Schröder Dietrich an die Wand gespielt hat, das ist schon beeindruckend! Wenn jemand so wie SiDi als Anwalt im Gerichtssaal argumentiert, ist das normalerweise das Anfang vom Ende! Dann gehts nur noch in eine Richtung! Interessant fand ich auch Schröders Einschätzung zu Zwanziger, dem scheint… Weiterlesen »

Jennifer
Jennifer

Wenn die beiden 2 Stunden lang diskutiert haben, dann frage ich mich, wo der Artikel über die Diskussionen sind. Das sind doch nur Zusammenfassungen von Journalisten, die sich einen bestimmten Schwerpunkt herausgesucht haben, aber was da tatsächlich diskutiert wurde, wissen wir nicht. Es sei denn, es gäbe irgendwo eine Aufzeichnung darüber.

waiiy
waiiy

Wieso spricht Schröder nicht Zwanziger und Jones direkt an? So wie ich es in Erinnerung hatte, hatte er bisher immer die Möglichkeit, mit dem Präsidenten direkt zu sprechen, was für andere nicht so leicht möglich ist. Und zum Anderen kann man Steffi Jones nicht wirklich vorwerfen, dass sie mal anpacken muss, wenn man ihr nicht sagt, wie man es am besten macht. Dass sie nach der WM mental vielleicht ein wenig ausgebrannt ist, ist verständlich. Da muss sie sicher auch ein wenig kürzer treten, bei der Verantwortung der sie sich zuvor angenommen hat. Und jetzt hat sie ein neues Aufgabengebiet,… Weiterlesen »

karl
karl

“Der Nationalmannschaft sind die Persönlichkeiten ausgegangen.” Seh ich auch so, da kann man nur noch auf Okoyino da Mbabi und Maroszan hoffen und vielleicht mit Abstrichen auf Laudehr,Bajramaj und Bresonik, wenn die denn ihre Form wiederfindet.

Ruhri
Ruhri

@Fuxi:
In Bezug auf die Essener Zuschauerzahlen hast Du Dich verrechnet. Es muss heißen +31 % (= Summe der Zuschauer aus den Heimspielen gegen Jena, Duisburg, München und Hamburg 2010/11: 3357, 2011/12: 4409, Quelle: dfb.de). Hätte mich auch gewundert !!!

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

@Sheldon > @SF: Vielleicht, weil man den MF nicht 1:1 auf den FF übertragen will. > Außerdem scheint mir Sammer nicht unbedingt der größste Freund des FFs zu sein! Kümmerst Du Dich etwa auch um des Nachbarn Garten, obwohl es gar nicht zu Deinem Aufgabengebiet gehört? Manchmal zählen eben ungelegte Eier mehr… Noch mehr Kompetenzgerangel beim DFB muss sich ein Sammer auch nicht antun, da haben ihm nur die unbestrittenenen Erfolge der jüngsten Vergangenheit den Kopf gerettet. Weshalb also erneut auf Konfrontationskurs gehen? Und das er kein großer Freund des FF sei, ist grundsätzlich falsch! Er gab dazu auf dem… Weiterlesen »

Michele
Michele

@Karl
Bajramaj ist nicht mal mit Abstrichen eine Führungspersönlichleit. Von einer Führungsspielerin erwarte ich auch, dass sie im Verein den Ton angibt. Wenn es bei der Mannschaft nicht klappt, wird Lira immer lustloser. Dabei staucht sie ihre Kolleginnen zusammen. So stelle ich mir nicht mal mit Abstrichen eine Führungspersönlichkeit vor.

karl
karl

@Michele : ok, streichen wir die , aber da bleiben ja nur noch 2 ganze und zwei halbe die hoffen lassen, naja , vielleicht kommen ja doch noch irgendwelche nach.

waiiy
waiiy

@SF: Genau darum geht es, dass die Öffentlichkeit solche Sätze gar nicht hören sollte, wenn man gemeinsam miteinander arbeiten will. Wie soll Zwanziger auf diesen Satz reagieren? Hat Schröder mit dieser öffentlichen Aussage irgendetwas erreicht, was den FF voranbringt? Nein. Er hat eher was eingerissen, indem er den DFB Präsidenten als gleichgültig hinstellt und die FF Beauftragte in eine Abwehrstellung bringt, anstatt sie einzubeziehen. Nochmal: Er hat in der Sache recht. Aber Kritik sollte so vorgebracht werden, dass sie konstruktiv ist, also im Dienst der Sache ist und diese voranbringt. Und das heißt halt, dass Ottonormalverbraucher „waiiy“ solche Sätze nicht… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Waiiy,
Ich pflichte Dir bei, daß Steffi Jones erst einmal etwas Einarbeitung in ihre neue Aufgabe braucht!!!

Ich schätze Schoko schon als Macherin ein, die wahrscheinlich eher gebremst werden muß, um nicht zu viele Baustellen auf einmal zu beginnen!!!
Ich vertraue ihr da!!!
Ich sehe Schröders markige Worte auch nicht unbedingt als Kritik an Steffi, eher als Aufmunterung, die Ärmel hochzukrempeln!!!

Und ich schätze Schröder so ein, daß er mit seinem „Busenkumpel Theo“ schon ordentlich Tacheles geredet hat!!!

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

@waiiy
Entschuldige, aber wieso hat das nichts gebracht? Darüber zu spekulieren ist doch eindeutig verfrüht!
Vergleichsweise am Beispiel, wo er nach der desolaten WM die BT auf nahezu identische Art + Weise angegangen ist, hatte er doch auch was bewegt. Da ist nämlich mittlerweise Frau Neid in Potsdam gewesen, es gab zahlreiche Telefonate miteinander, man hat sich in den Arm genommen und, und, und…
Was Du jedenfalls schreibst, kann ich nicht für bare Münze nehmen. 🙂
…und mit dem Blabla hast Du mich absolut missverstanden!

Du siehst, ich bin völig auf Schröders Seite und teile seinen Standpunkt und Weg!

Ulf
Ulf

Noch etwas zur Diskussion, zumindest für Duisburg-Hasser sicher amüsant:

Sheldon
Sheldon

@waiiy: Ich sehe nicht, dass Schröder einen Fehler gemacht hat. Er spricht nur das aus, was jeder FF-Fan schon lange denkt! Und ich sehe ja auch hier im Forum überaus viel Zustimmung für seine Position! Der Fehler war doch, dass vor der WM nicht mit offenen Karten gespielt wurde, dass Personen einfach Fehler machen durften, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden! Mangelnde Transparenz wurde dem DFB doch jahrelang vorgeworfen! Nun müssen es halt die Trainer machen… Und ganz ehrlich: Liest man das Interview richtig, stärkt Schröder Neid absolut den Rücken! Er sieht sie nicht als Marionette von Zwanziger, die nur… Weiterlesen »