DFB-Elf erwartet kasachische Defensivmauer
Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Samstag in der EM-Qualifikation auf Kasachstan trifft, ist dies eine Premiere. Noch nie haben die beiden Teams gegeneinander gespielt. Auf Seiten des DFB-Teams geht man von einem Geduldspiel gegen einen defensiven Gegner aus. Darüber hinaus zeichnet sich erneut eine schwache Zuschauerkulisse ab.
Aufstellung DFB-Elf: Angerer – Peter, Bartusiak, Goeßling, Faißt – Odebrecht, Laudehr – Bajramaj, Da Mbabi, Behringer – Popp
5.300 Tickets sind für das Spiel morgen in der Wiesbadener Brita-Arena (15.45 Uhr, live im ZDF) bislang verkauft worden. „Es ist ein undankbarer Termin“, so Bundestrainerin Silvia Neid über die Anstoßzeit, die mit der Männer- Bundesliga kollidiert. Schon zum Qualifikations-Auftakt gegen die Schweiz waren lediglich 6.632 Zuschauer gekommen.
Deutschland in klarer Favoritenrolle Gewonnen hat die DFB-Auswahl die Partie dennoch – und gleiches wird morgen gegen Kasachstan erwartet, wenngleich die Bundestrainerin von einem motivierten und defensiven Gegner ausgeht. „Für sie ist das das Spiel des Jahres – und genauso werden sie spielen.“ Neid hat die Kasachinnen weder beobachtet, noch hat sie DVDs gesichtet. Die Eindrücke basieren auf den vergangenen Ergebnissen. Und die machen klar, dass die deutsche Mannschaft in der haushohen Favoritenrolle ist.
Defensiver Gegner Alles andere als ein Erfolg wäre blamabel, von einem Kantersieg geht jedoch kaum einer aus. „Kasachstan wird tief stehen. Wir werden das Spiel nicht mit links gewinnen, sondern sehr konzentriert auftreten müssen.“ Und Babett Peter, die gegen Kasachstan wieder auf ihre gewohnte Außenverteidiger-Position zurückkehren wird, stimmt zu. „Wir müssen immer auf der Lauer sein, nicht von einem langen Ball überrascht zu werden.“
In den vergangenen Tagen ging es im Training vor allem um das Laufverhalten, präzise Flanken, das Passspiel und das Spiel über außen. Gerade dort ist auch Peter gefragt, die sich aus der Abwehr heraus „nach vorne einbringen (will), um den Offensivverbund zu unterstützen.“ An ihrem generellen 4-2-3-1-System will die Bundestrainerin gegen Kasachstan nicht rütteln, „aber aus dem System heraus kann man viel verändern und offensiver spielen.“
Es fehlt die klare Führungsspielerin Zuletzt schien das deutsche System jedoch führungslos. Dem Spiel fehlten der rote Faden und die Spielerin, die das Heft in die Hand nahm. Dass Neid mit Peter, Melanie Behringer , Saskia Bartusiak , Annike Krahn, Fatmire Bajramaj und der wieder genesenen Célia Okoyino da Mbabi an dieser Stelle gleich mehrere Namen einfallen, die in Zukunft als Führungsspielerinnen vorweg gehen könnten und sollten, unterstreicht, dass die deutsche Mannschaft über viele Akteurinnen verfügt, die trotz ihres jungen Alters bereits viele Länderspiele absolviert haben. Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, dass die Rücktritte von Birgit Prinz, Ariane Hingst und Kerstin Garefrekes die Teamhierarchie aus dem Gleichgewicht gebracht haben und die Findungsphase der “neuen” Elf länger dauern könnte als geplant.
Neid erwartet Steigerung von Bresonik Von Linda Bresonik hätte Neid die Führungsrolle „eigentlich schon gestern erwartet“. Die Erfahrung hat die Duisburgerin, doch von dem Auftritt der zweimaligen Weltmeisterin ist die Bundestrainerin enttäuscht und hat sie für die Spiele gegen Kasachstan und Spanien ausgeladen. „Ich war nicht zufrieden mit der Leistung gegen Schweden sowie der in der Liga“, sagt Neid, die von Bresonik vor allem eine Verbesserung der Fitness, des Zweikampfverhaltens sowie eben ihrer Präsenz auf dem Platz fordert.
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