Frankfurt unterliegt dem alten Angstgegner

Von am 6. November 2011 – 17.12 Uhr 47 Kommentare

Am achten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga haben sowohl der 1. FFC Frankfurt als auch der FCR 2001 Duisburg ihre ersten Saisonniederlagen kassiert. Die Frankfurterinnen unterlagen durch ein Tor kurz vor dem Abpfiff beim SC Freiburg, der FCR verlor in Bad Neuenahr. Hauptprofiteur ist der 1. FFC Turbine Potsdam, der die Tabelle nun allein anführt.

Drei Punkte beträgt der Vorsprung der „Torbienen“ auf den 1. FFC Frankfurt, der nach der souveränen Vorstellung in der Champions League in der Liga gegen den Aufsteiger aus dem Breisgau einen herben Rückschlag hinnehmen musste.

Freiburg schafft die Sensation
Früher war der SC Freiburg eine Art Angstgegner für den 1. FFC Frankfurt, und durch den 1:0 (0:0)-Sieg der Freiburgerinnen gegen den Champions-League-Achtelfinalisten hat sich dies einmal mehr bestätigt. „Wenn man die Torchancen, die man sich herausspielt, so fahrlässig vergibt, dann ist das schrecklich“, haderte FFC-Trainer Sven Kahlert mit der mangelnden Chancenverwertung seiner Elf. SC-Torhüterin Laura Benkarth hielt in der 54. Minute einen Foulelfmeter von Melanie Behringer. 20 Minuten später wurde dem FFC ein Tor von Kerstin Garefrekes wegen Abseits nicht zugesprochen.

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Kerstin Garefrekes' Treffer wurde wegen Abseits nicht gegeben. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Die Freiburgerinnen zeigten sich über 90 Minuten hochmotiviert und –konzentriert. „Diesen Sieg hat sich die Mannschaft mit einer taktisch disziplinierten und engagierten Leistung erkämpft“, lobte Trainer Milorad Pilipovic sein Team. Als sich die 1.600 Zuschauer bereits auf ein torloses Unentschieden eingestellt hatten, traf Mannschaftsführerin Kerstin Boschert nach einem Freistoß von Juliane Maier in der 89. Minute zum 1:0-Endstand. „Diese Niederlage tut uns sehr, sehr weh, weil wir dadurch im Vergleich zu Turbine Potsdam ins Hintertreffen geraten“, so Kahlert.

FCR verliert in Bad Neuenahr
Der SC 07 Bad Neuenahr hat beim 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den FCR 2001 Duisburg den ersten Saisonsieg gefeiert. „Bad Neuenahr hat verdient gewonnen“, gratulierte FCR-Trainer Marco Ketelaer den Kurstädterinnen, die das Spiel der Duisburgerinnen mit einer kompakten Mannschaftsleistung gut unterbunden. Zur Matchwinnerin avancierte Neuzugang Sarah Gregorius. Die Neuseeländerin traf vor 1.104 Zuschauern mit einem späten Doppelpack (80./87.) zum 2:0-Endstand, wodurch der SC auf den zehnten Tabellenrang kletterte.

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Genoveva Anonma

Genoveva Anonma (li.), hier im Duell mit Petra Wimbersky, erzielte in München einen Hattrick © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

„Torbienen“ feiern lockeren Sieg
Keine Mühe hatten die Potsdamerinnen beim 4:0 (1:0)-Auswärtserfolg gegen den FC Bayern München. Nationalspielerin Bianca Schmidt brachte den amtierenden Deutschen Meister in der 26. Minute in Führung. Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Münchens Ivana Rudelic den Ausgleich auf dem Fuß, schoss jedoch in die Arme von Turbine-Torhüterin Alyssa Naeher. Im direkten Gegenzug erhöhte Potsdam durch Genoveva Anonma (47.) auf 2:0. Der Nationalspielerin aus Äquatorialguinea gelang ein lupenreiner Hattrick: Durch ihre Treffer in der 67. und 70. Minute schraubte sie das Ergebnis in die Höhe. Damit liegen die Potsdamerinnen nun mit drei Punkten Vorsprung auf Frankfurt an der Tabellenspitze.

Leipzig feiert Auswärtserfolg
Mit einem 1:0 (1:0)-Sieg beim FF USV Jena hat auch der 1. FC Lok Leipzig die Abstiegsränge verlassen. Vor 778 Zuschauern gelang Marie-Luise Herrmann in der 24. Minute aus kurzer Distanz der Siegtreffer. Der USV agierte in der Folgezeit aggressiver, doch selbst U20-Weltmeisterin Sylvia Arnold vergab größte Möglichkeiten zum Ausgleich. Durch die Niederlage rutschte der USV auf den vorletzten Tabellenrang.

VfL lässt Werkself keine Chance
In der vergangenen Saison hatte Bayer 04 Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg den ersten Saisonsieg gefeiert, doch beim 5:1 (3:0)-Sieg ließ der VfL den Leverkusenerinnen diesmal keine Chance. Zwei Treffer von Spielführerin Nadine Keßler (12./33.) sowie Conny Pohlers (33.) sorgten schon vor der Halbzeitpause für die Entscheidung. Nach dem Seitenwechsel schraubten Martina Moser (64.) und Lena Goeßling (69.) das Ergebnis in die Höhe. Johanna Elsig gelang in der 84. Minute der Ehrentreffer für die Gäste, die durch die Niederlage nun Tabellenletzte sind.

Unentschieden in Essen
Die Überraschungsmannschaft SG Essen-Schönebeck kam im Heimspiel gegen den Hamburger SV nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Sabrina Dörpinghaus brachte die SGS in der 52. Minute in Führung, Maike Timmermann gelang vor knapp 1.000 Zuschauern in der 67. Minute jedoch der Ausgleich.

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47 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    ‚FFFAnalyse‘: SC Freiburg – 1.FFC Frankfurt 1-0 (0-0)

    SC-Trainer Pilipovic veränderte seine Elf ggü. dem Pokalspiel in Hamburg auf drei Positionen: für Hegenauer, Meyer und Lohmann spielten diesmal J.Maier, Miraoui und Zirnstein von Beginn an. Sein Kollege Kahlert nahm in Anbetracht der ‚englischen‘ Wochen im Vergleich zum CL-Spiel gegen Paris St.Germain sogar vier Änderungen vor: Percival, Lewandowski, Thunebro und Crnogorcevic ersetzten Krieger, Bartusiak, Weber und Smisek.

    Der SC Freiburg zeigte von Beginn an keinen Respekt vor dem großen Favoriten, ließ Frankfurts Kombinationsspiel durch entschlossenes Pressing kaum zur Entfaltung kommen. In allen Mannschaftsteilen wurde konsequent verschoben und auf den Außenpositionen clever gedoppelt. Trotzdem erspielten sich die Hessinnen einige gute Chancen, doch im Abschluss fehlte Crnogorcevic (25.) und Bajramaj (37.) die nötige Konzentration. Die Gastgeberinnen standen ihrerseits zwar in der Defensive gut, doch in der Offensive sorgten sie zunächst noch nicht für Gefahr. Spätestens am gegnerischen Strafraum war Endstation. So ging es torlos in die Pause.

    Im zweiten Abschnitt war zuerst Frankfurt das aktivere Team. Garefrekes, wunderbar bedient von Crnogorcevic, schoss die auf der Torlinie stehende Wendlinger an (49.). Fünf Minuten später vergab Behringer die größte Chance, als sie mit ihrem Strafstoß (Zirnstein an Crnogorcevic) an der glänzend parierenden Benkarth scheiterte. Dieser Fehlschlag zeigte Wirkung: die Gäste schienen irgendwie den ‚Glauben‘ zu verlieren, ihr Angriffsspiel verlor an Schwung und Überraschungsmomente wurden seltener. Daran änderten auch die taktischen Umstellungen (Smisek kam für Huth, Bajramaj jetzt auf links; später ersetzte noch Weber die behäbig wirkende Marozsan) nichts.

    Dafür setzte jetzt plötzlich Freiburg Akzente: Makanza ’stibitze‘ Kumagai den Ball, doch Angerer verhinderte mit prächtigem Reflex einen Rückstand (62.); beim Versuch, den Abpraller zu verwerten, kam die Französin nach einem leichten Rempler von Lewandowski zu Fall, ein -durchaus möglicher- Strafstoß wäre aber stark in die Nähe einer Konzessionsentscheidung gekommen. Wenig später bewahrte die Nationaltorhüterin ihre Mannschaft erneut vor einem Rückstand, als sie die nach einem Konter allein aufs Tor zulaufende Leupolz stoppte (69.)!

    Es folgte die vielleicht spielentscheidende Szene: nach dem schönsten Spielzug des Spiels (doppelter Doppelpass mit Bajramaj und Crnogorcevic) passt Thunebro scharf nach innen, Marozsan verpasst noch , Garefrekes netzt am langen Pfosten ein (75.); doch die Schiedsrichterin gab das Tor wegen Abseits nicht – eine Fehlentscheidung, wie die Fernsehbilder zeigen! Als kurz darauf Garefrekes den Ball aus Nahdistanz nicht über die Linie brachte und Webers Nachschuss von der Latte zurückprallte (77.), kam es wie es kommen musste: SC-Kapitänin Boschert schob nach Maier-Freistoß an Angerer vorbei zum Siegtreffer ein (88.) – nicht mal unverdient (weil die Heimmannschaft taktisch diszipliniert spielte und aufopferungsvoll kämpfte, während der Tabellenführer den letzten Einsatz vermissen ließ und auf der ganzen Linie enttäuschte), andererseits aber auch sehr glücklich, weil das Ergebnis durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns beeinflusst wurde.

    SCF: Benkarth (1,5) – Boschert (3), Zirnstein (5), Abbe (3), Wendlinger (4) – Leupolz (3), J.Maier (3,5) – Sainio (3), Miraoui (4), Makanza (3) – Kayikci (4,5)

    84. Igwe (-) für Makanza
    88. Meyer (-) für Kayikci
    90. Lohmann (-) für Sainio

    FFC: Angerer (1,5) – Percival (3,5), Lewandowski (3,5), Kumagai (4,5), Thunebro (3,5) – Marozsan (4), Behringer (4,5) – Garefrekes (2,5), Huth (4) – Bajramaj (4), Crnogorcevic (3)

    61. Smisek (-) für Huth
    76. M.Weber (-) für Marozsan

    SR: Angelika Söder (Schwarzenbruck), Note 5, mit wenigen, aber spielentscheidenden Fehlern: Garefrekes‘ Treffer wurde zu Unrecht aberkannt und auch der Freistoß, der zum 1-0 führte, war sehr zweifelhaft.

    SdS: Laura Benkarth (SC Freiburg), krönte ihre insgesamt gute Leistung mit dem gehaltenen Elfmeter und wurde so zum ‚Matchwinner‘ für ihre Mannschaft.

    (c) FFFan

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  • LaBu sagt:

    @ sheldon: ich glaube wir wissen jetzt alle,dass potsdam tausendmal besser ist als frankfurt 😀 aber die saison ist noch lang und kahlert wird seinen mädels hoffentlich bald mal den marsch blasen und dann aufgepasst turbine 😉 potsdam ist meiner meinung nach super in die saison gestartet und wenn sie das durchhalten – hut ab! Aber frankfurt wird sich nicht kampflos geschlagen geben 🙂

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  • waiiy sagt:

    Unter http://www.kicker.de steht: „Ich bin von meiner Mannschaft maßlos enttäuscht. Vielleicht waren die Spielerinnen in Gedanken schon beim nächsten Champions-League-Spiel in Paris“, sagte FFC-Trainer Sven Kahlert nach der Pleite vor 1600 Zuschauern.

    Hat Kahlert seine Spielerinnen in der Halbzeit nicht mehr erreicht? Warum nicht? Oder ist das generell so? (Frage an die Frankfurt-Insider)

    waiiy

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  • LaBu sagt:

    Ich glaub einfach,dass ne traineransprache in der halbzeit nicht immer unbedingt was hilft.und freiburg war einfach gut und kompakt,dazu gibts nichts mehr zu sagen!
    Aber er hat vier positionen verändert,zwei davon in der abwehr…und für mich sind bartusiak und krieger einfach konstanten,am sonntag hat die abwehr echt gewackelt…

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  • Sheldon sagt:

    Im SportBild-Sonderheft zum Bundesliga-Start gibt es den Artikel „Im Zweifel für die Abwehr“ und auch im Kicker gab es darüber ein Interview mit dem Schiedsrichter-Vorsteher Herbert Fandel.

    Hier wird insbesondere das passive Abseits in den Fokus genommen, wobei das Irritieren der Hintermannschaft als aktives Eingreifen gewertet wird.

    Zur Szene: Maroszan hat dadurch, dass sie zum Ball ging, eindeutig in das Spielgeschehen eingegriffen, nahm also aktiv teil. Ihre Abseitsposition war möglicherweise nur im Zentimeter- oder Millimeterbereich, darüber will ich mir kein Urteil anmaßen. Mag sein, dass man hätte anders entscheiden können.
    Doch das Entscheidende war: Bevor Garefrekes überhaupt an den Ball kam, wurde auf Abseits entschieden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass in letzter Konsequenz nicht zu klären ist, ob der Ball reingegangen wäre, wäre nicht abgepfiffen worden. Wäre man streng gewesen, hätte das sogar eine Gelbe Karte für Garefrekes bedeutet, weil der Pfiff vor ihrem Schuss ganz eindeutig zu hören war.

    Doch wie schon gesagt, am Ende war es ausgleichende Gerechtigkeit. Wie man diesen Treffer hätte geben können, hätte man auch den Elfmeter an Makanza geben können.

    Und zur Trainerdebatte: Es gibt Trainer, die können ihr Team in der Kabine derart aufrütteln, dass sie in Halbzeit 2 ein ganzes Spiel wenden: Beste Beispiele sind Sepp Herberger 1954 oder Rafael Benitez im CL-Finale gegen Mailand 2005.
    Und dann sind es auch immer die Einzelspieler: Ein Pizarro gegen Köln, eine Anonma gegen Essen, ein Gomez oder Robben bei Bayern, ein Messi bei Barca, ein CR bei Real!
    Wenn du einen hast, der das Spiel in die Hand nimmt, dann verlierst du solche Spiele nicht!

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  • Krissi sagt:

    @pinkpanther: stimmt, da gebe ich dir recht – den Elfmeter hätte man gut und gerne für Freiburg geben können – ich wollte das eigentlich nur mal so mit bemerkt haben, da es hier ja Leute zu geben scheint (keine Namen!), die permanent Frankfurt schlecht machen. Bin selbst kein Frankfurt Fan (wenn dann auch eher Turbine Anhänger), aber man kann doch nicht eine Mannschaft in den Himmel jubeln und alles andere verteufeln (nur meine Meinung!) 😉

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  • pinkpanther sagt:

    @Krissi: Meinen Daumen hoch hast du 😉

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