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2011

Die Tops und Flops der Woche 44/2011

In dieser Woche beschäftigen wir uns unter anderem mit torhungrigen Topstürmerinnen und einem überraschenden Tabellenführer, aber auch mit einem aufgelösten Team, einem zu hinterfragenden Modus und fragwürdigen Nominierungen.

Stürmerinnen in Torlaune Heimspiele gegen Zweitligisten: Für die Topstürmerinnen war das DFB-Pokal-Achtelfinale ein gefundenes Fressen. Yuki Nagasato traf beim 4:1 des 1. FFC Turbine Potsdam gegen den VfL Sindelfingen zweimal, Célia Okoyino da Mbabi beim 3:1-Sieg des SC 07 Bad Neuenahr gegen die TSG 1899 Hoffenheim dreimal und Alexandra Popp gar gleich sechsmal beim 10:0 des FCR 2001 Duisburg gegen den Herforder SV.

Huth debütiert Beim 1:0-Sieg der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft gegen Schweden feierte Svenja Huth vom 1. FFC Frankfurt als 183. Nationalspielerin aller Zeiten ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft, als sie in der 68. Minute für Melanie Behringer in die Partie kam. Auch wenn nicht alles gelang, war die Stürmerin mit Herz und Einsatz bei der Sache und brachte frischen Wind – ein ordentliches Länderspieldebüt .

Kanada gewinnt Panamerika-Spiele Bei der Frauenfußball-WM in Deutschland musste Kanada nach drei Niederlagen in der Vorrunde früh die Heimreise antreten, doch unter dem neuen Trainer John Herdman stellte sich ein schneller Erfolg ein. Mit 4:3 nach Elfmeterschießen bezwangen die Kanadierinnen Brasilien und holten sich somit den Titel bei den Panamerika-Spielen, nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Kanadas Torhüterin Karina LeBlanc wurde mit zwei gehaltenen Elfmetern im Estadio Omnilife im mexikanischen Guadalajara zur Heldin.

Juvisy neuer Tabellenführer Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte – in der französischen Liga hat der FCF Juvisy nach sieben Spieltagen und einem 3:0-Auswärtssieg beim AS Muret überraschend die Tabellenführung übernommen. Dabei profitierte das Team vom 0:0-Unentschieden im Topspiel zwischen den beiden Champions-League-Teilnehmern Paris Saint-Germain und Olympique Lyonnais. Juvisy führt die Tabelle mit 25 Punkten an, gefolgt von Lyon (24), Montpellier (23) und PSG (20).

Bad Neuenahr: „Eine starke Mannschaft gegen Krebs“ Unter dem Motto „Eine starke Mannschaft gegen Krebs“ hat Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr die Schirmherrschaft für einen am vergangenen Samstag stattgefundenen Informationstag Brustkrebs übernommen . Im Rahmen des reichhaltigen Programms gab es neben dem Auftritt des Bundesligisten Vorträge, wie etwa über die positiven Auswirkungen von Sport bei einer Krebserkrankung.

WPS löst magicJack auf Die US-Profiliga WPS schrieb in der vergangenen Woche einmal mehr negative Schlagzeilen . magicJack, Verein von so bekannten Spielerinnen wie Abby Wambach, Hope Solo, Christie Rampone und Megan Rapinoe, wird aufgelöst. In der nur dreijährigen Geschichte der WPS ist magicJack bereits der fünfte Verein, der seinen Betrieb einstellen wird. Und auch das Fortbestehen der Boston Breakers ist in Gefahr, so dass in der kommenden Saison im schlimmsten Fall Sky Blue FC als einziges WPS-Team der Anfangszeit übrig bleiben könnte.

DFB-Pokal-Modus sorgt für Langeweile Acht Heimsiege gab es am Sonntag in den acht Spielen des DFB-Pokal-Achtelfinales. Ein Grund dafür: Zweitligisten wie Herford, Sindelfingen oder Hoffenheim hatten bei Erstligisten auswärts schier unlösbare Aufgaben vor sich. Die Kluft zwischen den beiden Ligen ist nach wie vor dermaßen groß, dass es wünschenswert wäre, den unterklassigen Vereinen in den Pokalspielen ein automatisches Heimrecht zu gewähren, mehr Spannung wäre garantiert.

Rote Karten teuer bezahlt Bei der 0:2-Niederlage des SC Freiburg beim Hamburger SV wurde Innenverteidigerin Stéphanie Wendlinger in der Schlussphase mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz geschickt. Nach einer berechtigten Gelben Karte haderte sie mit sich selbst und dem Spiel und musste wegen ihres unbeherrschten Meckerns vorzeitig vom Platz. Prompt fingen sich die Freiburgerinnen den zweiten Gegentreffer ein. Und Lena Goeßling erwies dem VfL Wolfsburg einen Bärendienst, als sie nach Gelber Karte in der ersten Halbzeit sich zu einem taktischen Foul hinreißen ließ, so dass die Niedersachsen bei der 0:1-Niederlage beim 1. FFC Frankfurt fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl agieren mussten.

Weltfußballerinnen-Wahl: Fragwürdige Nominierung Die Nominierungsliste der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres 2011 sorgt auch in diesem Jahr für Stirnrunzeln. So wurde etwa die junge Amerikanerin Alex Morgan in die Top Ten nominiert, die zwar ein Ausnahmetalent ist, aber bei der Frauenfußball-WM nur als Joker zum Einsatz kam und auch im All-Star-Team der FIFA keine Berücksichtigung fand. Nur schwer nachzuvollziehen, dass sie jetzt zu den zehn weltbesten Spielerinnen gehören soll. Vergessen hat man hingegen offenbar Genoveva Anonma aus Äquatorialguinea, die bei der WM aus einem mittelmäßigen Team herausragte, ins All-Star-Team gewählt wurde und auch im Verein eine tragende Rolle gespielt hat. Zu Unrecht findet sie keine Berücksichtigung in den Top Ten.

Patzer in der EM-Qualifikation 2005 stand Finnland überraschend im Halbfinale der Europameisterschaft in England, 2009 schaffte das Team als Gastgeber immerhin den Sprung ins Viertelfinale. Doch in der Qualifikation zur UEFA Women’s EURO 2013 enttäuschte das Team von André Jeglertz zuletzt, als es in Weißrussland nicht über ein 2:2 hinauskam. Und auch Schottland musste sich im Heimspiel gegen Wales mit einem 2:2 begnügen und musste gar zweimal einem Rückstand hinterherlaufen.