Deutschland – Schweden: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 27. Oktober 2011 – 14.44 Uhr 28 Kommentare

Im zum „Prestigeduell“ erklärten Spiel gegen Schweden tat sich die deutsche Nationalmannschaft lange schwer. Womensoccer wirft einen Blick auf die Einzelleistungen der Spielerinnen.

Nadine Angerer

Die Spielführerin hat ihre Mannschaft in der ersten Halbzeit mit zwei Glanzparaden gegen Antonia Göransson und Lotta Schelin in der 8. und 15. Minute vor dem Rückstand bewahrt. Gegen Schelin hatte sie in der 62. Minute auch Glück, da half die Latte.

Note: 2

Bianca Schmidt
Die beiden Glanzparaden Angeres wurden beide nach groben individuellen Fehlern von Schmidt auf der rechten Abwehrseite nötig. Die Außenverteidigung (auch mit Faißt auf links) war ein andauernder Unsicherheitsfaktor.

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Note: 4,5

Annike Krahn
Die Innenverteidigung agierte deutlich sicherer als die Außenverteidigung. Krahn stand meistens richtig, konnte im Spielaufbau jedoch keine Akzente setzen, da die Bälle – wie häufig von ihr gesehen – nur hinten rausgeschlagen wurden.

Note: 3,5

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Saskia Bartusiak

Saskia Bartusiak (re.) im Laufduell mit Lotta Schelin © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Saskia Bartusiak
Die Innenverteidigerin vom 1. FFC Frankfurt bot eine solide Leistung und zeigte sich zumeist ruhig und abgeklärt – eine ihrer besten Leistungen im Nationaldress. War aber einmal nicht auf der Hut, als Lotta Schelin auf und davon ging und nur die Latte einen Gegentreffer verhinderte.

Note: 2

Verena Faißt
In ihrem sechsten Länderspiel war die junge Außenverteidigerin vom VfL Wolfsburg mit den zu Beginn dynamischen Schwedinnen überfordert. Nach vorne hat Faißt nach dem Seitenwechsel durchaus einige Impulse setzen können, in die Abwehr konnte sie keine Ruhe bringen.

Note: 4

Lena Goeßling
Mannschaftskollegin Lena Goeßling zeigte eine unauffällige Partie. Die Wolfsburgerin machte zwar keine groben Fehler, aber für die Position vor der Abwehr tat sie zu wenig und konnte im Spielaufbau keine Akzente setzen.

Note: 4

Simone Laudehr
Mehr tat an dieser Stelle Simone Laudehr. Die Duisburgerin war bemüht und hatte in der ersten Halbzeit die beiden besten Chancen, als sie aber zunächst (8.) an Hedvig Lindahl scheiterte und in der 26. Minute am Tor vorbei schoss. Ihr Kopfball an den Pfosten leitete nach dem Seitenwechsel das 1:0 ein.

Note: 2,5

Linda Bresonik
Konnte auf dem rechten Flügel wie schon in Rumänien keine Akzente setzen und blieb unauffällig. So recht scheint ihr die Position auf der Außenbahn nicht zu schmecken.

Note: 4,5

Fatmire Bajramaj
Bemüht zeigte sich auch Bajramaj, doch mit ihrer Fehlpassquote reihte sie sich nahtlos in das deutsche Spiel ein. Ihrem Spiel fehlte es an Struktur, auch wenn sie sich zur zweiten Halbzeit steigerte.

Note: 3,5

Melanie Behringer
Die Mittelfeldspielerin hat sich körperlich in der Vergangenheit schon spritziger gezeigt. Ihr Freistoß war die Vorarbeit zum 1:0, doch insgesamt waren auch ihre Standards schwach. Bei ihrem Potenzial und nach über 70 Länderspielen kann man mehr Impulse für das Flügelspiel erwarten.

Note: 4

Inka Grings
Hatte mit ihrem Heber in der 41. Minute eine Torchance, ansonsten war die Stürmerin kaum zu sehen. Sie bekam zwar wenig Bälle aus dem Mittelfeld, zeigte jedoch auch kaum Einsatz, sie sich in der Folge selbst zu holen.

Note: 4,5

Alexandra Popp
Eine ganze Klasse besser zeigte sich an der Stelle Alexandra Popp, die für Grings zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und Schwung ins deutsche Spiel brachte. Popp investierte viel, half sogar defensiv aus. Beim Treffer in der 60. Minute hatte sie sicherlich auch etwas Glück, doch kurze Zeit später hätte sie noch erhöhen können.

Note: 1,5

Svenja Huth

Svenja Huth feierte ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Svenja Huth
Kam für Behringer in der 68. Minute in die Partie und zeigte sich voll motiviert. Die Stürmerin war mit Herz und Einsatz bei der Sache – ein gutes Länderspieldebüt, auch wenn der Einsatz nicht von Erfolg gekrönt war.

Note: 3

Anja Mittag
Die Potsdamerin stand nur 15 Minuten auf dem Feld – zu wenig für eine Bewertung. Sie hatte jedoch kurz vor dem Ende das 2:0 auf dem Fuß, schoss aber zunächst direkt auf Lindahl und anschließend am Tor vorbei.

Martina Müller
„Joker“ Müller kam erst in der 87. Minute auf den Rasen und konnte naturgemäß nicht mehr viel bewegen.

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28 Kommentare »

  • karl sagt:

    Die perfekte Nationalelf ? , ich versuchs mal :
    Schult
    Bresonik Bartusiak Kulig Faisst
    Behringer Laudehr Bajramaj Maroszan
    da Mbabi Popp

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  • Paul sagt:

    Mit den zwei Varianten hätte uns Schweden 5:0 vom Platz geschickt. 🙂

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  • Michele sagt:

    @Paul Wie sieht den deine perfekte Natio aus? Man kann ja immer verschiedener Meinung sein, oder? Bestimmte Positionen sind schon vakant, klar. Mel Behringer ist in Frankfurt unglaublich wichtig auf der „6“. Warum probiert es SN nicht mal in der Natio aus? Linda Bresonik ist auch keine Spielerin für die rechte Offensivseite, sondern eine Rechtsverteidigerin oder eine für die „6“. Meike Weber wäre aber wirklich eine gute Alternative für die Abwehrkette. In der IV brauchen wir dringend eine Spielerin die Annike Krahn erlöst. Das Niveau in der Natio ist für Krahn einfach zuhoch. Nur die Bälle auf die Tribüne schlagen, dass geht heute nicht mehr. Bartusiak ist an guten Tagen ein Fels, an schlechten auch ein Unsicherheitsfaktor. Sie schafft es aber meistens in Potenzial abzurufen. Warum SN aber an Krahn festhält, bleibt ihr Geheimnis.

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  • FFFan sagt:

    @ Michele:

    Die „perfekte Nationalmannschaft“ gibt es nicht, weil es keine perfekten Menschen und somit auch keine perfekten Spielerinnen gibt.
    Jede Entscheidung für eine Aufstellung ist also immer gewissermaßen eine Wahl des geringsten Übels.^^

    Auf Deutschland bezogen, ist die Elf aus dem Schweden-Spiel schon ziemlich nah am derzeit möglichen Optimum. Babett Peter wird natürlich zurückkehren. Celia Okoyino da Mbabi könnte auf dem rechten Flügel versuchen, die durch den Rücktritt von Garefrekes entstandene Lücke zu schließen. Linda Bresonik würde dann eine Position nach hinten rücken, muss aber erst beweisen, dass sie dort besser ist als Schmidt. Im Angriff schwanke ich zwischen Inka Grings und Alex Popp. Technik und Torinstinkt sprechen für Inka, die momentane Form eher für Alex. Zusammengefasst sieht das so aus:

    Angerer – Bresonik (Schmidt), Krahn, Bartusiak, Peter – Laudehr, Goeßling – Okoyino da Mbabi, Bajramaj, Behringer – Grings (Popp)

    Kim Kulig und Julia Simic bleiben Hoffnungsträgerinnen für die Zukunft! Meike Weber? Hmmm, da werden wohl selbst eingefleischte FFC-Fans erstaunt die Augenbrauen hochziehen. Wenn überhaupt, dann im defensiven Mittelfeld, da sie ein gutes Gefühl für den Raum hat und relativ zweikampfstark ist. Für die Außenverteidigerposition fehlt ihr die Schnelligkeit.

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  • Michele sagt:

    @FFFan
    Ich meinte ja auch die perfekte Natio in spielerischer Sicht. Natürlich gibt es nicht den perfekten Menschen. Glaubst du nicht, dass es eine Alternative für Krahn in der IV gibt? Babett Peter könnte diese Position perfekt ausfüllen. Bei Meike ist es eher ein Wunsch von mir, als eingefleischter FFC-Fan. Die Schnelligkeit fehlt ihr vielleicht, aber sie hat ein gutes Stellungsspiel.

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  • Paul sagt:

    FFFan@ Deine Aufstellung ist in Ordnung. Perspetive hätte B.Schmidt(Jahrgan 90), sie ist für die Zukunft effektiver und ausbaufähiger.
    Auch eine Behringer müssste an der Athlethik arbeiten um sich ihren Platz in der Elf zu sichern, es war im Spiel nach vorn nicht viel zu sehen.(Seitenwechsel zählt nicht).
    Ladher würde auf rechts rücken. (ihre Laufbereitschaft ist enorm)
    Grings hätte es ganz schwer , da hilft auch keine Schlitzohrigkeit mehr. Krahn als Mitspielerin, denke ich—-da hat es jede Spielerin ob recht oder links von ihr schwer. (aber SN arbeitet dran—gibt nicht auf):).
    Auch die Spielerinnen die anklopfen werden interessant.(U20WM,U23)
    Denn es ist ein Neuaufbau und der braucht Zeit.

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  • FFFan sagt:

    @ Michele:

    Sicher kann Peter auch eine gute Innenverteidigerin sein, das war gegen Rumänien zu sehen (auch wenn die Abwehr wenig gefordert wurde). Aber wer spielt dann links? M.Weber kommt m.E. nicht in Frage, gegen z.B. eine Thomis nützt auch ihr gutes Stellungsspiel nichts. Faißt fand ich bislang nicht so überzeugend, dass ich sie schon als Stammkraft auf der linken Seite sehen möchte. Kemme wurde leider noch nicht getestet.

    @ Paul:
    „Auch die Spielerinnen die anklopfen werden interessant.(U20WM,U23)“

    In der Tat. Eine, die jetzt schon ‚anklopft‘, ist Luisa Wensing, die in der Abwehr innen oder außen und zur Not auch auf der „6“ spielen kann.
    Die U20-WM im nächsten Jahr bietet weiteren Talenten Gelegenheit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

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  • Andreas sagt:

    Also mir gefällt die Variante vom Rumänien-Spiel ganz gut. Nur mit Bartusiak statt Krahn. Verena Faisst hat durchaus großes Potential. Momentan ist sie zwar noch stärker in der Offensive und wird im Rückwärtsgang manchmal umspielt oder verliert den Ball. Dennoch hat das für mich Zukunft, jedenfalls mehr als mit der bisherigen Innenverteidigung.

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