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2011

Deutschland – Schweden: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Im zum „Prestigeduell“ erklärten Spiel gegen Schweden tat sich die deutsche Nationalmannschaft lange schwer. Womensoccer wirft einen Blick auf die Einzelleistungen der Spielerinnen. Nadine Angerer Die Spielführerin hat ihre Mannschaft in der ersten Halbzeit mit zwei Glanzparaden gegen Antonia Göransson und Lotta Schelin in der 8. und 15. Minute vor dem Rückstand bewahrt. Gegen Schelin hatte sie in der 62. Minute auch Glück, da half die Latte.

Bianca Schmidt Die beiden Glanzparaden Angeres wurden beide nach groben individuellen Fehlern von Schmidt auf der rechten Abwehrseite nötig. Die Außenverteidigung (auch mit Faißt auf links) war ein andauernder Unsicherheitsfaktor.

Annike Krahn Die Innenverteidigung agierte deutlich sicherer als die Außenverteidigung. Krahn stand meistens richtig, konnte im Spielaufbau jedoch keine Akzente setzen, da die Bälle – wie häufig von ihr gesehen – nur hinten rausgeschlagen wurden.

Saskia Bartusiak Die Innenverteidigerin vom 1. FFC Frankfurt bot eine solide Leistung und zeigte sich zumeist ruhig und abgeklärt – eine ihrer besten Leistungen im Nationaldress. War aber einmal nicht auf der Hut, als Lotta Schelin auf und davon ging und nur die Latte einen Gegentreffer verhinderte.

Verena Faißt In ihrem sechsten Länderspiel war die junge Außenverteidigerin vom VfL Wolfsburg mit den zu Beginn dynamischen Schwedinnen überfordert. Nach vorne hat Faißt nach dem Seitenwechsel durchaus einige Impulse setzen können, in die Abwehr konnte sie keine Ruhe bringen.

Lena Goeßling Mannschaftskollegin Lena Goeßling zeigte eine unauffällige Partie. Die Wolfsburgerin machte zwar keine groben Fehler, aber für die Position vor der Abwehr tat sie zu wenig und konnte im Spielaufbau keine Akzente setzen.

Simone Laudehr Mehr tat an dieser Stelle Simone Laudehr. Die Duisburgerin war bemüht und hatte in der ersten Halbzeit die beiden besten Chancen, als sie aber zunächst (8.) an Hedvig Lindahl scheiterte und in der 26. Minute am Tor vorbei schoss. Ihr Kopfball an den Pfosten leitete nach dem Seitenwechsel das 1:0 ein.

Linda Bresonik Konnte auf dem rechten Flügel wie schon in Rumänien keine Akzente setzen und blieb unauffällig. So recht scheint ihr die Position auf der Außenbahn nicht zu schmecken.

Fatmire Bajramaj Bemüht zeigte sich auch Bajramaj, doch mit ihrer Fehlpassquote reihte sie sich nahtlos in das deutsche Spiel ein. Ihrem Spiel fehlte es an Struktur, auch wenn sie sich zur zweiten Halbzeit steigerte.

Melanie Behringer Die Mittelfeldspielerin hat sich körperlich in der Vergangenheit schon spritziger gezeigt. Ihr Freistoß war die Vorarbeit zum 1:0, doch insgesamt waren auch ihre Standards schwach. Bei ihrem Potenzial und nach über 70 Länderspielen kann man mehr Impulse für das Flügelspiel erwarten.

Inka Grings Hatte mit ihrem Heber in der 41. Minute eine Torchance, ansonsten war die Stürmerin kaum zu sehen. Sie bekam zwar wenig Bälle aus dem Mittelfeld, zeigte jedoch auch kaum Einsatz, sie sich in der Folge selbst zu holen.

Alexandra Popp Eine ganze Klasse besser zeigte sich an der Stelle Alexandra Popp, die für Grings zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und Schwung ins deutsche Spiel brachte. Popp investierte viel, half sogar defensiv aus. Beim Treffer in der 60. Minute hatte sie sicherlich auch etwas Glück, doch kurze Zeit später hätte sie noch erhöhen können.

Svenja Huth Kam für Behringer in der 68. Minute in die Partie und zeigte sich voll motiviert. Die Stürmerin war mit Herz und Einsatz bei der Sache – ein gutes Länderspieldebüt, auch wenn der Einsatz nicht von Erfolg gekrönt war.

Anja Mittag Die Potsdamerin stand nur 15 Minuten auf dem Feld – zu wenig für eine Bewertung. Sie hatte jedoch kurz vor dem Ende das 2:0 auf dem Fuß, schoss aber zunächst direkt auf Lindahl und anschließend am Tor vorbei.

Martina Müller „Joker“ Müller kam erst in der 87. Minute auf den Rasen und konnte naturgemäß nicht mehr viel bewegen.