Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2011

Frankfurt stürmt an die Tabellenspitze

Der 1. FFC Frankfurt hat dank eines Kantersiegs gegen den FC Bayern München am siebten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga die Tabellenführung übernommen, Potsdam und Duisburg hatten bei ihren Siegen hingegen mehr Mühe als erwartet.

Das vermeintliche Topspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem FC Bayern München geriet zu einer einseitigen Angelegenheit. Die Frankfurterinnen fegten den namhaften Gegner vor der stattlichen Anzahl von 3 230 Zuschauern mit 7:1 (5:1) aus dem Stadion am Brentanobad.

Hattrick von Smisek Fatmire Bajramaj eröffnete früh den Torreigen (10.), Ex-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes (14.) sowie ein lupenreiner Hattrick von Sandra Smisek (29., 32., 35.) schraubten die Führung in die Höhe, ehe Laura Feiersinger für die Gäste Ergebniskosmetik betrieb – es war der erste Gegentreffer für die Frankfurterinnen in dieser Saison (41.). Erneut Garefrekes (75.) und die eingewechselte Jessica Landström (85.) sorgten dafür, dass die Gastgeberinnen, bei denen Dzsenifer Marozsán nach ihrer Knieverletzung ihr Comeback gab, dank des besseren Torverhältnisses die Tabellenführung übernahmen.

Klägliche Bayern Bereits in der Vorsaison hatten die Frankfurterinnen den Gast mit einer 8:2-Packung nach Hause geschickt. „Ich bin froh, dass ich mit meinen 34 Jahren den jungen Hasen noch Konkurrenz machen kann“, frotzelte die gut gelaunte dreifache Torschützin Smisek nach der Partie. Bayern-Trainer Thomas Wörle stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Es soll keine Ausrede sein, aber meiner Mannschaft haben heute sieben Spielerinnen gefehlt, das hat man auf dem Spielfeld gemerkt. Aber wir haben heute kläglich agiert und Frankfurt kann man nur Punkte abnehmen, wenn alles optimal läuft.“

Potsdam siegt mit Mühe Meister 1. FFC Turbine Potsdam kam gegen Schlusslicht SC 07 Bad Neuenahr nur zu einem 1:0 (0:0)-Erfolg und musste somit trotz des siebten Siegs im siebten Spiel die Tabellenführung an Frankfurt abtreten. Jennifer Cramer erzielte vor 2 050 Zuschauern den Treffer des Tages, als sie eine Flanke von Viola Odebrecht per Kopf aus acht Metern verwertete für eine an diesem Sonntag ansonsten blasse Turbine-Mannschaft (70.). Gäste-Trainer Colin Bell konnte Positives aus der knappen Niederlage ziehen: ”Die Mädels haben taktisch ausgezeichnet gespielt. Einstellung und Laufbereitschaft stimmten zu 100 %. Das müssen wir jetzt konstant bringen, dann ist mir nicht bange um den SC 07.”

Duisburg ringt Jena nieder Der FCR 2001 Duisburg kam gegen den FF USV Jena ohne die grippekranke Stefanie Weichelt dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zu einem 3:0 (0:0)-Erfolg. Mandy Islacker brach nach einer knappen Stunde gegen den gut eingestellten Gegner mit einem Schuss aus elf Metern den Bann (57.), ehe in der Schlussphase Linda Bresonik mit einem unhaltbaren Schuss ins rechte Toreck (79.) und Barbara Müller aus kurzer Distanz (86.) gegen das Team ihrer Duisburger Ex-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg den Sieg unter Dach und Fach brachten. „Wir haben zunächst wie in Essen wieder eine mäßige Leistung abgeliefert“, so Duisburgs Trainer Marco Ketelaer. „Im zweiten Durchgang haben wir aber deutlich besser gespielt und zumindest von der Effizienz her überzeugt.“

Erneute Klatsche für Leverkusen Bayer 04 Leverkusen musste nach der 0:5-Niederlage gegen den 1. FFC Frankfurt auch im zweiten Heimspiel binnen einer Woche eine herbe Schlappe einstecken. Gegen den SC Freiburg setzte es eine 1:5 (0:3)-Niederlage. Kerstin Boschert brachte die Gäste per verwandeltem Foulelfmeter in Führung (5.), Hasret Kayikci erhöhte kurze Zeit später zum 2:0 (10.), ehe sie wenige Minuten später verletzungsbedingt vom Platz musste. Essi Sainio (40.) sorgte noch vor der Pause für die Entscheidung. Den Gastgeberinnen gelang zwar durch Carolin Dej der Anschlusstreffer (59.), doch die Französin Marina Makanza und Julia Zirnstein (90.) machten den Auswärtssieg der Breisgauerinnen perfekt.

HSV kann zuhause nicht gewinnen Der Hamburger SV hat im vierten Heimspiel der Saison seine vierte Heimniederlage kassiert. Gegen den VfL Wolfsburg verloren die Hanseatinnen das Nordderby mit 1:3 (0:1). Nach der Halbzeitführung der Gäste durch Nationalspielerin Martina Müller (6.) keimte bei den Gastgeberinnen nach dem Ausgleich durch die Ex-Potsdamerin Jessica Wich (57.) kurzzeitig Hoffnung auf, doch Lena Goeßling schlug postwendend zurück (58.) und die neuseeländische Nationalspielerin Rebecca Smith stellte in der Nachspielzeit den Endstand her (90.+1).

Essen setzt Höhenflug fort Die SG Essen-Schönebeck hat ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und im siebten Spiel den vierten Sieg gefeiert. Nach dem 1:1 gegen den FCR 2001 Duisburg in der Vorwoche feierte das Team einen ungefährdeten 4:0 (1:0)-Auswärtssieg bei Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig. Die Treffer für die Essenerinnen erzielten Charline Hartmann (8.), Linda Dallmann (75.), Jessica Bade (86.) und die eingewechselte Sabrina Bemmelen (88.).