Duisburg gewinnt Topspiel, Anonma verhindert Potsdam-Pleite

Von am 2. Oktober 2011 – 16.12 Uhr 41 Kommentare

Auch am fünften Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga gab sich das Spitzentrio keine Blöße. Der FCR 2001 Duisburg hatte im Topspiel gegen den VfL Wolfsburg wenig Mühe, Meister 1. FFC Turbine Potsdam musste hingegen einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen und der 1. FFC Frankfurt benötigte einen umstrittenen Foulelfmeter, um auf die Siegerstraße zu finden.

Der FCR 2001 Duisburg kam zu einem ungefährdeten 3:0 (2:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg und liegt nach dem fünften Sieg im fünften Spiel gegenüber den punktgleichen Teams aus Frankfurt und Potsdam weiter dank des besseren Torverhältnisses an der Tabellenspitze. Alexandra Popp brachte ihr Team aus zentraler Position in Führung (15.), Simone Laudehr hatte ihre Teamkollegin mit einem Flachpass von unweit der Eckfahne bedient. Laudehr selbst baute nach Vorarbeit von Kozue Ando die Führung aus – ihr Schuss ging mit Hilfe des Innenpfostens ins Tor (37.). Gülhiye Cengiz (56.) sorgte mit einem Volleyschuss Marke „Tor des Monats“ vor 1 835 Zuschauern im PCC-Stadion von Homberg für den Endstand.

Duisburg besticht durch Effizienz
Duisburgs Trainer Marco Ketelaer fand trotz des klaren Siegs ein Haar in der Suppe. „Wir haben heute spielerisch nicht alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, deshalb bin ich nicht ganz zufrieden; dafür waren wir aber sehr effektiv beim Umsetzen der Chancen.“ Sein Gegenüber Ralf Kellermann meinte: „Wir sind heute an der gnadenlosen Effektivität des Gegners gescheitert. Es ist derzeit so, dass jeder Fehler in der Defensive sofort knallhart bestraft wird.“

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Frankfurt siegt mit Mühe
Der 1. FFC Frankfurt kam vor 2 630 Zuschauern zu einem 2:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Wie schon in den vorherigen Spielen fanden die Frankfurterinnen, in deren Reihen einige Stammspielerinnen, darunter Torhüterin Nadine Angerer, für das Champions-League-Rückspiel im Sechzehntelfinale gegen Stabæk am kommenden Mittwoch geschont wurden, nur schwer in die Partie und gingen erst durch einen verwandelten Foulelfmeter von Sandra Smisek in der 73. Minute in Führung – Schiedsrichterin Riem Hussein hatte eine Aktion von Laura Störzel gegen Melanie Behringer als elfmeterwürdig eingestuft. „Eine Entscheidung der katastrophalen Art“, so die Einschätzung von Bad Neuenahrs Trainer Colin Bell.

Probleme mit der Doppelbelastung
Die japanische Weltmeisterin Saki Kumagai sorgte elf Minuten später für die Entscheidung, sie stand nach einer Behringer-Ecke am langen Pfosten goldrichtig und schoss ihren ersten Bundesligatreffer. Die eingewechselte schwedische Nationalspielerin Jessica Landström verpasste die Gelegenheit, das Ergebnis noch höher ausfallen zu lassen, sie vergab einen von Sara Doorsoun-Khajeh an ihr selbst verursachten Foulelfmeter (89.). Frankfurts Trainer Sven Kahlert machte die Doppelbelastung durch die Champions League für die schwerfällige Leistung seiner Elf verantwortlich. „Meine Spielerinnen sind das nicht gewohnt, deswegen fehlen uns die letzten vier bis fünf Prozent.“

Genoveva Anonma

Genoveva Anonma bewahrte Turbine vor einer Pleite © Lutz Kollmann / girlsplay.de

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Anonma dreht Partie für Potsdam
Meister 1. FFC Turbine Potsdam musste im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion gegen die SG Essen-Schönebeck nach frühen Treffern von Melanie Hoffmann (5.) und Charline Hartmann (15.) einem ungewohnten 0:2-Rückstand hinterherlaufen, doch am Ende stand doch noch ein standesgemäßer 3:2 (1:2)-Sieg. Genoveva Anonma drehte die Partie mit drei Treffern (37., 55., 58.) zugunsten der Gastgeberinnen und führt die Torjägerinnenliste der Bundesliga mit nun acht Toren an.

Jena holt Punkt in München
Der FC Bayern München musste sich im Heimspiel gegen den FF USV Jena mit einem 1:1 (1:1) begnügen. Nach einem an Vanessa Bürki verursachten Foulelfmeter brachte Katharina Baunach ihr Team früh in Führung (8.), doch Julia Arnold sicherte den Gästen mit dem Ausgleich (35.) noch vor der Pause einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg.

Erste Punkte für Leverkusen, Freiburg rehabilitiert sich
Zwei Treffer von Lisa Schwab (57., 87.) bescherten Bayer 04 Leverkusen beim Hamburger SV einen 2:0 (0:0)-Sieg und nach vier Niederlagen im fünften Anlauf den ersten Sieg. Nach der bitteren 0:6-Heimniederlage gegen den FCR 2001 Duisburg acht Tage zuvor kam der SC Freiburg zu einem schmeichelhaften 1:0 (0:0)-Auswärtssieg bei Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig, der mit einer Vielzahl von Chancen zu fahrlässig umging. Die Finnin Essi Sainio erzielte nach Vorarbeit von Isabelle Meyer in der 58. Minute den Treffer des Tages. „Die spielerische Leistung in dieser Partie sollten wir schnell vergessen, die Punkte aber behalten wir gerne“, so Freiburgs Trainer Milorad Pilipovic.

Der 5. Spieltag im Überblick

1. FFC Frankfurt – SC 07 Bad Neuenahr 2:0 (0:0)
Hamburger SV – Bayer 04 Leverkusen 0:2 (0:0)
1. FC Lok Leipzig – SC Freiburg 0:1 (0:0)
FCR 2001 Duisburg – VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)
1. FFC Turbine Potsdam – SG Essen-Schönebeck 3:2 (1:2)
FC Bayern München – FF USV Jena 1:1 (1:1)

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    @Der Hamburger: Ja, Turbine spielt Raute Hanebeck vorn und Odebrecht hinten. Vorn wird wie immer rotiert. Da wird es wohl nichts anderes geben bei Turbine. Aber gestern in der CL ist sogar Hanebeck teilweise in die Spitze gegangen und Anja hat sich auf die 10 fallen lassen. Auch das hat Wirkung gezeigt und ist vielleicht eine Option, wenn sich der Gegner im Spiel auf das System einstellt.

    Da ja gestern auch Anja Mittag und Isabel Kerschowski je 2 Mal und Patricia Hanebeck (endlich) zum 1. Mal getroffen haben, ist die Offensivabteilung nun schon auf Kurs.

    Fehlt nur noch Chantal de Ridder, dann kann man den Gegner durch Wechseln im Spiel mit völlig anderen Konstellationen überraschen.

    waiiy

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