Turbine Potsdam holt US-Torhüterin Naeher

Von am 1. September 2011 – 0.19 Uhr 21 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam hat eine weitere Torhüterin verpflichtet. Von WPS-Verein Boston Breakers kommt die amerikanische U23-Nationaltorhüterin Alyssa Naeher, wie der Verein am Donnerstag Mittag bestätigte.

Die 23-jährige  erhält einen Einjahresvertrag. „Nach der länger andauernden Verletzung unserer Torhüterin Anna Sarholz haben wir Handlungsbedarf gesehen“, erklärt Turbine-Trainer Bernd Schröder.

Kein Risiko eingehen
„Damit wollen wir der Gefahr aus dem Wege gehen, bei unserem intensiven Programm mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League im Falle einer Verletzung von Ann-Katrin Berger auf der Torposition Probleme zu bekommen. Wir haben in unserem weiteren Kader mit Friederike Mehring und Josephine Wiedner zwei Nachwuchstorhüterinnen, die hinsichtlich ihres Alters, ihrer Erfahrung und ihrer Entwicklung noch nicht so weit sind, dass sie uns weiterhelfen, wenn es drauf ankommt. Das Risiko wäre zu groß, auch bezüglich der Drucksituation, der diese jungen Spielerinnen dann ausgesetzt werden“, begründet er den Schritt.

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Alyssa Naeher

Alyssa Naeher verstärkt den Deutschen Meister © 1. FFC Turbine Potsdam

Naeher will sich in Dienst der Mannschaft stellen
Nach einem Zwischenstop auf Turbines Trainingsgelände, wo sie sich mit ihrer zukünftigen Mannschaft bekannt machte, ging es für Naeher direkt zur sportärztlichen Untersuchung. „Ich bin sehr gespannt und freue mich riesig auf Potsdam und die neuen Erfahrungen, die ich hier sammeln kann“, erklärte Alyssa Naeher. „Ich war noch nie zuvor in Deutschland, daher freue ich mich jetzt umso mehr, dass ich nun die Gelegenheit habe, auf hohem Niveau mit einer Top-Mannschaft zu trainieren. Ich weiß um die Torhüter-Situation in Potsdam. Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft und möchte ihr bei den anstehenden Aufgaben helfen. Ich freue mich sehr auf die neuen Erfahrungen, die ich in den nächsten Monaten hier sammeln kann.“

Beste Torhüterin der U20-WM in Chile
Die 1, 75 Meter große Naeher, die sich gerade auf dem Weg nach Deutschland befindet, erklärt: „Das ist für mich eine großartige Gelegenheit, mich weiter zu verbessern und als bessere Torhüterin zurückzukehren“, sagte sie vor ihrem Abflug über ihr Kurz-Engagement in Potsdam. Naeher ist keine Unbekannte, bei der U20-WM in Chile 2008 wurde sie zur besten Torhüterin des Turniers ausgezeichnet. Die Verpflichtung einer weiteren Torhüterin neben der jungen Ann-Katrin Berger war notwendig geworden, nachdem sich Anna Felicitas Sarholz bei einem Fahrradunfall einen Kahnbeinbruch zugezogen hatte und zumindest mehrere Wochen ausfallen wird.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • bneidror sagt:

    Laut turbine-potsdam.de wurde Naeher für ein Jahr verpflichtet.

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  • Detlef sagt:

    Zuerst mal eine sehr gute Lösung für TURBINE!!!
    Natürlich ist ALYSSA die erfahrenere Torhüterin, aber sie kennt die Bundesliga noch nicht, und sie kennt vor allem die Mannschaft noch nicht!!!
    Und für eine Torfrau ist es essentiell wichtig, ihre Vorderleute genau zu kennen, denn sie muß sich im Fall der Fälle auch auf sie verlassen können!!!

    Das ist KABAs großes Plus, denn sie hat die komplette Vorbereitung, und schon einige Testspiele plus zwei Ligaspiele mit dem Team absolviert!!!
    Deshalb wird sie sicher am Sonntag gegen Freiburg im TURBINE-Kasten stehen, auch wenn die Spielerlaubnis von ALYSSA schon da sein sollte!!!
    Möglicherweise ist es dann in Wolfsburg andersherum, und KABA sitzt auf der Bank???
    Aber gegen Freiburg wird sie bestimmt wesentlich mehr zu tun bekommen, als in den beiden ersten Spielen!!!
    Hier kann sie sich auszeichnen und Schröder beweisen, daß seine Entscheidung richtig war, sie zu verpflichten!!!

    Diejenigen, die in TURBINE nicht mehr die Ausbildungsmannschaft sehen, sollten sich einmal den Kader der Ersten ganz genau zu Gemüte führen!!!

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  • Sheldon sagt:

    Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt. Ganz klar, Berger braucht noch einmal einen Schub, den sie sich im Konkurrenzkampf mit Naeher holen kann. Doch es geht doch hier nicht um eine Demoralisierung oder Stürzung von Berger. Es geht lediglich darum, den Konkurrenzkampf im Tor in der Zeit von Sarholz beizubehalten und eine Alternative im Fall eines weiteren Torhüterinnenausfalls zu haben.
    Naeher mag vor 3 Jahren mal internationale Erfahrung gesammelt haben, doch ich glaube nicht, dass die WPS unbedingt von der Qualität der Trainingsbedingungen insbesondere der der Torhüterinnen mit der Bundesliga mithalten kann. Das sind dann doch Welten. Von daher hat ein Resultat von vor 3 Jahren nichts über die aktuelle Stärke zu sagen.

    Ich denke, wir werden erst einmal Berger wieder im Tor sehen, denn auf sie baut Schröder langfristig und es geht ihm um ihre Erfahrung, der Transfer war wahrscheinlich nur als eine Art Push gedacht.

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  • ballander sagt:

    mir ist die rangordnung im tor völlig egal. ich finde es gut, dass eine solide verstärkung ins team kommt. beide haben ihre vorteile. das hat detlef gut beschrieben. und genau diese unterschiedlichkeit der beiden macht den gewinn für beide und das team aus. für berger ist es gut, nicht allein jegliche verantwortung zu tragen. und für naeher gilt das gleiche, zumal sie buli und team noch nicht kennt. schroeder wird in den nächsten wochen von spiel zu spiel entscheiden. ich brauche keine benennung einer nummmer 1.

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  • waiiy sagt:

    Solange beide fit sind, würde ich innerhalb des Spiels zur Halbzeitpause wechseln, dass sich Beide mit der Hintermannschaft einspielen. Da Bernd Schröder eh meist nur 2 weitere Wechsel braucht, ist das ja machbar… 🙂

    Ist aber nur eine Träumerei und wird nicht passieren, das weiß ich.

    waiiy

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Die auch erstmalig zur U23-Natio eingeladene Berger hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass die Kommunikation mit ihren Vorderleute Null Probleme macht. Ganz anders bei Naeher, die noch nie in Deutschland war und völlig sprachunbeleckt daherkommt. Sich jetzt darauf zu verlassen, dass eine englischsprachige Verständigung nahtlos möglich ist, ist kaum angeraten.
    Die gesamte Vorbereitung mit dem Team absolviert zu haben, ist für die Umsetzung der Anforderungen wichtig – auch das fehlt Naeher. Nun liegt es an ihr, wie ernst sie die neue Herausforderung annimmt und die gen. Defizite angeht und abbaut!

    @KABA
    Es gibt keinen echten Grund zum Knieeschlottern, nimmt die Herausforderung an, mache nahtlos dort weiter, wo Du zuletzt standest – Du bist keine Eintagsfliege(rin)!

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