Wolfsburg patzt, Bayern verliert

Von am 28. August 2011 – 12.58 Uhr 31 Kommentare

Am zweiten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga ließ das Top-Trio der vergangenen Saison nichts anbrennen. Sowohl der 1. FFC Turbine Potsdam als auch der 1. FFC Frankfurt und der FCR 2001 Duisburg kamen zu ungefährdeten Siegen. Anders sah es bei den hoch gehandelten Wolfsburgerinnen und beim FC Bayern München aus.

Der Deutsche Meister aus Potsdam kam bei Bayer 04 Leverkusen vor 515 Zuschauern zu einem ungefährdeten 3:0 (2:0)-Sieg. Genoveva Anonma (24.) und Bianca Schmidt (43.) brachten die Gäste noch vor der Pause auf die Siegerstraße. Viola Odebrecht gelang in der Schlussphase per Kopf der 3:0-Endstand (83.).

Saskia Bartusiak steuerte gegen Leipzig gleich zwei Tore bei. © Nora Kruse, ff-archiv.de

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Bartusiak trifft doppelt
Der 1. FFC Frankfurt kam bei Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig vor der tollen Kulisse von 1 697 Zuschauern zu einem 4:0 (1:0)-Erfolg. Abwehrspielerin Saskia Bartusiak brachte ihr Team in Führung (38.), Ali Krieger (56.), erneut Bartusiak (61.) und Melanie Behringer (78.) sorgten für einen souveränen Sieg.

Laudehr sorgt für frühe Führung
Der FCR 2001 Duisburg hatte beim Hamburger SV unter den Augen von 764 Zuschauern ebenfalls keine große Mühe und gewann mit 2:0 (2:0). Simone Laudehr brachte ihr Team per Alleingang früh in Führung (5.), Luisa Wensing sorgte nach Ecke von Mandy Islacker bereits kurz vor der Pause für den Endstand (44.).

Freiburg gelingt erster Saisonsieg
In der vergangenen Woche war der SC Freiburg bei 2:2 gegen den SC 07 Bad Neuenahr schon nah an einem Sieg, diesmal hat es geklappt. Mit 3:1 gewannen die Breisgauerinnen gegen den FC Bayern München. Melanie Leupolz hatte den SC mit einem Doppelschlag (19./30.) in Führung gebracht, der FCB kam durch Ivana Rudelic in der 37. Minute zum Anschlusstreffer. Doch die für Leupolz eingewechselte Französin Marina Makanza sorgte mit dem 3:1 in der 58. Minute für die Entscheidung.

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Bad Neuenahr punktet in Wolfsburg
Gleich zu Saisonbeginn verliert der VfL Wolfsburg wichtige Punkte. Während Frankfurt, Potsdam und Duisburg am Mittag jeweils drei Zähler gewannen, reichte es für den  VfL auf heimischem Platz gegen den SC 07 Bad Neuenahr nur zu einem 1:1. Ramona Petzelberger erzielte in der zehnten Minute das 0:1, doch Conny Pohlers gelang mit ihrem dritten Saisontreffer zumindest noch der Ausgleich (78.).

Später Sieg für Essen
Die SG Essen-Schönebeck empfing zum ersten Heimspiel der Saison den FF USV Jena. Über 800 Zuschauer hatten den Weg ins Stadion gefunden. Doch lange sah es so aus, als sollten sie keiner Treffer zu sehen bekommen. Erst in der 90. Minute erzielte Vanessa Martini das 1:0 für die Gastgeberinnen.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • Svensson sagt:

    Wrong!
    Correction:

    The info on DFB.de says Bresonik played as a DEFENDER at the left.

    And Wensing at the top!?
    Great! Not!
    A defender at top and a creative central midfielder as defender at the corner of the pitch…
    Ketelaer what are you thinking of?!

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  • FFFan sagt:

    @ Svensson:
    Die Anordnung der Namen im Spielstenogramm des DFB muss nicht unbedingt der Realität auf dem Platz entsprechen…

    Aber da Ulf offenbar vor Ort war, könnte er evtl. die korrekte taktische Aufstellung des FCR posten.

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  • waiiy sagt:

    @Detlef: Genau damit hast Du so recht. Ich glaube, in Frankfurt ärgert man sich immer noch, dass man zu Hause gegen Duisburg verloren hat und so die ganze Zeit mit einem Punkt Rückstand hinter Potsdam hinterhergelaufen ist. Da sieht man, wie wichtig jeder einzelne Punkt ist. In der Liga kann halt nicht Jeder Jeden schlagen, auch wenn einige Mannschaften aufrücken. Zu denen gehört auch Bad Neuenahr, wo Potsam letzte Saison im eigenen Stadion auch lange gebraucht hat, um den Siegtreffer zu erzielen (aber eben nicht in Rückstand war, weil man gut hinten aufgepasst hat).

    waiiy

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  • Svensson sagt:

    @FFFan:
    Okay, thanks for telling me! 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Wenn es so weitergeht, werden Wolfsburg und Frankfurt nix mit dem Titel zu tun haben. Es dürfte eine einsame Saison für Potsdam werden, da es Wolfsburg einfach an Teamlosigkeit und Frankfurt an Kreativität und Spielstruktur fehlt.
    Bayern hat ebenfalls früh geschwächelt, dafür hält Duisburg nach den ganzen Abgängen erstaunlich gut mit.
    Bad Neuenahr und Leverkusen kann man zu diesem frühen Zeitpunkt schwer beurteilen, Freiburg und Leipzig mit starken Auftritten, werden unter Umständen beide nix mit dem Abstieg zu tun haben, dafür aber Jena, Essen und der HSV, die alle zwei bislang sehr dürftige Spiele abgeliefert haben.

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Als Turbine Fan freue ich mich natürlich über Deine Einschätzung. Aber teilen tue ich sie nicht. Wieso sollte Frankfurt nichts mit dem Titel zutun haben? Sie sind nicht nur für mich Favorit auf den Titel und haben sich bisher auch keine Blöße gegeben.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: So sehe ich das und niemand muss meine Einschätzung teilen. Ich denke, nach den ersten beiden Spielen ist sie aber durchaus vertretbar.
    Hier wurde schon davon gesprochen, dass Wolfsburg gepatzt hat und sich quasi wegen eines 1:1 gegen Bad Neuenahr blamiert hat. Auch Bayern hat mit der 3:1-Niederlage gegen Freiburg viele Aktien verspielt.
    Doch schauen wir uns die Spiele von Frankfurt an, so ist doch erkennbar, dass es im 1. Spiel gegen Essen nach 30 Minuten 2:0 hätte stehen müssen und im 2. Spiel Frankfurt sich sehr schwer gegen Leipzig getan hat.
    Frankfurt hat zwar hochgepriesene Spielerinnen, deren technische Fähigkeiten ich gar nicht bemängele. Aber sie haben mit Prinz und Pohlers 48 Tore der vergangenen Saison verloren und mit Garefrekes sitzen weitere 23 Tore auf der Bank. Was Frankfurt also fehlt, ist eindeutig ein Knipser, den sie mit Bajramaj, Crno und Landström aber nicht haben. Es ist nicht verwunderlich, dass 3 der 7 Tore von Abwehrspielerinnen erzielt wurden.
    Dann ist ihnen mit Hingst das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff, die klassische Zentralspielerin verloren gegangen. Man sieht die Wichtigkeit von Hingst daran, dass es erst 1-2 Tore gab, die wirklich herausgespielt wurden. Alle anderen waren eher Zufallsprodukte oder Standardsituationen.
    Außerdem fehlt ihnen trotz oder gerade wegen der Zugänge in der Abwehr hier die Abstimmung, die Zuordnung und auch noch die Stammviererkette. Mit Weber, Thunebro, Krieger und Percival haben sie jetzt 4 für die Außen-, mit Kumagai und Bartusiak aber nur zwei für die Innenverteidigung.

    Alles in allem sieht es in Frankfurt ein bisschen so aus wie in Wolfsburg, sie haben viele gute, teure Einzelspielerinnen, aber kein Team. Das macht sie gegen eingespielte Teams wie Bayern, Bad Neuenahr, Duisburg und sogar gegen Freiburg oder Leverkusen angreifbar.
    Ich sehe sie am Ende der Saison, sollte sich diese Leistung weiterhin als die eines „zahnlosen Tigers“ gestalten, vielleicht sogar nur auf Platz 4 oder 5, Potsdam ist trotz des Ausfalls von Nagasato immer noch spielerisch absolut dominant, Duisburg, Bayern und Bad Neuenahr, vielleicht sogar Freiburg, wenn sie ihr Niveau halten können, dürften um Platz 2 und 3 kämpfen, weil sie eingespielt sind und Spielfreude zeigen. Wolfsburg könnte durch die Tore von Pohlers ebenfalls ein Wörtchen mitzureden.
    So

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  • waiiy sagt:

    Ja, die Einschätzung der 2 Spiele über Frankfurt stimmt. Aber die Abstimmung innerhalb der Mannschaft wird kommen, weil es eben auch gute Einzelspielerinnen sind. Und wenn sie jetzt am Anfang uneingespielt keine Punkte verlieren, dann wird es schwer, Frankfurt von oben zu verdrängen, selbst wenn dann erst zum Ende der Hinrunde die schweren Spiele kommen.

    Potsdam hatte in der letzten Saison auch nicht wirklich eine „Knipserin“, ist aber Meister geworden. Gut, dass sich Nagasato dahin entwickelt und Anonma einfach Spaß am Toreschießen hat. Wenn dann Mittag mal wieder heiß läuft, dann ist das wirklich ein Kracher-Sturm im Gegensatz zu Frankfurt.

    Aber: „Offense wins games. Defens wins championchips.“ Mal sehen, wie sich Frankfurt hinten entwickelt. Das ist in meinen Augen wichtiger, zumal Potsdam da einfach eingespielt und sicher ist, auch mit Ann-Kathrin Berger.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    Die Frage wird doch sein: Wie soll Frankfurt an Potsdam vorbeikommen? Kemme, Peter und Schmidt hatten zusammen gegen HSV und Leverkusen eine Zweikampfrate von mehr als 90% und Nagasato und Anonma sorgten vorne für die Tore.

    Bei der N11 haben wir auch alle gedacht, ruhig Blut, das kommt schon noch, die müssen sich erst einspielen, das sind doch alle gute Einzelspielerinnen. Aber es funktionierte nicht. Weil das System nicht gestimmt hat, weil die Spielerinmischung anscheinend verkehrt war (siehe Aussage Birgit Prinz) und weil einfach der Spielaufbau bzw. der Abschluss nicht funktionierten! Genau wie bei Frankfurt!

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  • Ulf sagt:

    Für den alten Schweden die Duisburger Aufstellung letzten Sonntag:
    Bellinghoven
    Wensing/Krahn/Neboli/Himmighofen(Silva)
    Oster(Cengiz)/Laudehr/Bresonik/Weichelt(Groenen
    Popp/Islacker

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  • Svensson sagt:

    @Ulf:

    Aah! Thank you very much!
    That looks much better. 🙂

    I’m looking forward to see Duisburg vs Leverkusen on saturday. It will be exciting to see what changes they’ve made in the game.

    Thank god, for DFB-TV and Internet! 🙂

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