Deutschland – Frankreich: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 6. Juli 2011 – 13.32 Uhr 34 Kommentare

Wie schon in den beiden Spielen zuvor wirft Womensoccer auch diesmal wieder einen Blick auf die Leistungen der deutschen Spielerinnen beim 4:2-Sieg gegen Frankreich.

Nadine Angerer: Wie schon in den ersten beiden Gruppenspielen, bekam sie nur wenig zu tun. Bei den Gegentreffern war sie machtlos, in der ersten Halbzeit entschärfte sie einen Freistoß von Sandrine Soubeyrand, am Schluss rettete sie gegen Abily.

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Note: 2,5

Bianca Schmidt: Kam als Ersatz für die von einer Magen-Darm-Grippe geschwächte Linda Bresonik und machte ihre Sache auf Anhieb gut. Ließ hinten rechts nichts anbrennen und spielte kluge Pässe, schaltete sich aber nur wenig in die Offensive ein.

Note: 2,5

Annike Krahn: An ihr bissen sich die französischen Stürmerinnen die Zähne aus, war gewohnt zweikampfstark, zeigte aber auch bekannte Schwächen im Aufbauspiel und hatte Probleme im Stellungsspiel bei Standardsituationen, wie etwa beim ersten Gegentreffer.

Note: 3

Saskia Bartusiak: Wirkte souveräner und konzentrierter als sonst, gewann nahezu alle Zweikämpfe und baute das Spiel gut von hinten auf. Verschätzte sich allerdings beim ersten Gegentreffer, verlor das Luftduell gegen Delie.

Note: 2,5

Babett Peter: Zeigte eine bärenstarke Vorstellung und degradierte Flügelflitzerin Eugenie Le Sommer zur Bedeutungslosigkeit. Schalte sich oft ins Angriffsspiel ein und schlug die Maßflanke zum 1:0, traf in der Schlussphase die Latte. Unterlief aber die Ecke, die Georges zum Treffer nutzte.

Note: 2

Lena Goeßling: Mühte sich redlich, fand aber nur schwer Bindung zum deutschen Spiel und leistete sich so manchen Abspielfehler. Konnte Kim Kulig nicht vergessen machen, und arbeitete nicht immer gut nach hinten.

Note: 3,5

Simone Laudehr: Absolvierte einmal mehr ein Riesenlaufpensum, spielte aber weniger auffällig als gegen Nigeria. Setzte sich am linken Flügel schön durch, bevor sie die Flanke zum 2:0 schlug.

Note: 2,5

Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes setzt sich gegen Sandrine Soubeyrand durch © Nora Kruse, ff-archiv.de

Kerstin Garefrekes: Erzielte als Ersatzkapitänin für Birgit Prinz per Kopf das so wichtige 1:0 und spielte kluge Pässe. In der zweiten Halbzeit kam sie später notgedrungen auf der Sechser-Position zum Einsatz und machte dort ihre Sache gut.

Note: 2

Célia Okoyino da Mbabi: Versetzte mit ihrem Treffer zum 4:2 den Französinnen den K.o. Arbeitete und bewegte sich viel, war aber nicht so effektiv wie zum WM-Auftakt gegen Kanada.

Note: 2,5

Fatmire Bajramaj: Zeigte in ihrer Heimat eine aufsteigende Leistung. War sehr aktiv und arbeitete auch gut nach hinten. Häufig aber zu ballverliebt, so dass sie sich zu spät vom Ball trennt und das zeitige Abspiel verpasste.

Note: 3,5

Inka Grings: Nutzte über 90 Minuten ihre Chance, war ein stetiger Unruheherd und krönte ihre starke Leistung mit zwei Toren. Leistete zudem per Kopf die Vorarbeit zum 4:2 und spielte den Pass, der zum Elfmeter führte. Wurde zurecht zur Spielerin des Spiels gewählt.

Note: 1

Ariane Hingst: Kam nach der Pause auf der Sechserposition zum Einsatz. Spielte kluge Bälle in die Spitze und ließ im defensiven Mittelfeld nichts anbrennen.

Note: 2

Alexandra Popp: Kam erst in der 78. Minute ins Spiel, hatte gegen Ende eine gute Chance zum 5:2. Spielte aber zu kurz für eine Bewertung.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

34 Kommentare »

  • Schnappa sagt:

    @webcam

    So hab ich das auch gesehen. Beim zweiten Gegentor ist Peter einfach stehen geblieben und guckte zu, wie Georges den Ball reinköpfte. Die Zuordnung war da eigentlich eindeutig (im Gegensatz zum ersten Tor, wo Schmidt und Krahn kurz gehen und Bartusiak einen Schritt hinter Delie ist).
    Daher von mir auch „nur“ ne 2 für Peter.

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  • berggruen1 sagt:

    @stefan: 1. Ist Lira Bajramaj eine ziemlich Ausnahme, welche die horrenden 11000 € nicht dem Fußball, sondern ihren Werbeverträgen zu verdanken hat. Verglichen mit Werbeverträgen von Männern, die in der 1. Liga spielen (wieso sollte sie sich mit Männern in der 2.! Liga messen?), ist das Ergebnis unter dem Strich absolut lächerlich.
    2. Ich bin ein großer Fan des Männerfußballs, keine Frage, aber was mancher MF-Torwart sich in nahezu jedem Spiel so leistet und was selbst unsere etatmäßige Nummer 1 der NM sich in der vergangenen Saison so alles geleistet hat und sich, sollte die IV beim FCB nicht besser stehen als in der vergangenen Saison, auch in der kommenden Saison alles leisten wird, war selbst des Prädikates „Top-Torhüter“ nicht würdig, geschweige denn „Weltklasse-Torhüter“. Über den 16er rauslaufen, den Ball leider mangels spielreischer Klasse nicht weghauen können und dann nicht mehr schnell genug nach hinten kommen – sorry, das sind Anfängerfehler! Geschickt an Bällen nach Ecken und Flanken vorbeifliegen, die er hätte nur rausfausten müssen – Anfängerfehler.
    Die Liste der Fehler der Torhüter bei der WM vergangenes Jahr in Südafrika ist gar nicht erst aufzumachen, ich bin mir nicht sicher, ob die Männer-Torhüter da wirklich besser aussehen als die Frauen-Torhüter! Nicht mit zweierlei Maß messen, bitte!

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  • Eurycantha sagt:

    Stimmen aus Frankreich:

    Laure Boulleau: Fuer mich, ist dies schwer zu ertragen!

    link: https://j.mp/nrnmm5

    Berangere Sapowicz: Fur die Zukunft gibt es viel zu lernen aus diesem Spiel!

    link: https://j.mp/qVh8Ss

    Wendie Renard: Ich versuche immer wieder von meinen Fehlern zu lernen!

    link: https://j.mp/oDEvfp

    Bruno Bini: Wir koennen darauf bauen!

    link: https://j.mp/oqSEG5

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  • pinkpanther sagt:

    @Eurycantha: Gibt`s das auch als Übersetzung? 😉

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  • Daniela sagt:

    Während des Spiels fragte ich mich oft, ob die Torhüterin von Lyon Frankreich nicht besser getan hätte…

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  • karl sagt:

    @pinkpanther: Der google chrome browser bietet eine uebersetzungsfunktion. Noch nicht hundertprozentig aber brauchbar, am besten kann er nach english uebersetzen aber nach deutsch geht auch einigermassen , link :
    https://j.mp/q1YYFV

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  • pinkpanther sagt:

    @karl: Danke! Englische Übersetzung ist passabel, deutsch … naja. Aber echt interessant die Kommentare. Ich habe den Eindruck, dass sich die Französinnen doch etwas mehr ausgerechnet hatten in diesem Spiel 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    Mit der Formation in Halbzeit eins hat Bruno Bini nicht gerade unbedingten Siegeswillen ausgedrückt, sonst hätte er nicht gleich seine drei vielleicht besten Spielerinnen draußen gelassen. Zur Pause musste er wohl dann reagieren, weil er eine Klatsche befürchtet hat.

    Ich vermute, der kluge Monsieur hat mit Absicht nicht seine beste Elf aufs Feld geschickt, bei einem Sieg gegen Deutschland wären Druck und Erwartungshaltung auf das französische Team enorm gewachsen.

    Vor einigen Wochen sagte Bini mir in einem Interview, dass seine Hauptaufgabe während der WM darin bestehen würde, einen gewissen Abstand zur WM zu halten, „damit die Mädchen nicht unter der Last des Events zusammenbrechen. Sie sollen sich auf das Spiel konzentrieren und mit Spaß zur Sache gehen. Die WM ist vor allem ein großartiges menschliches Abenteuer, noch mehr als ein sportliches Abenteuer.“

    Ich glaube, wir können von der französischen Mannschaft bei der WM noch einiges erwarten und ich wäre nicht überrascht, wenn sich Deutschland und Frankreich im Finale wiedersehen würden. 😉

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  • laasee sagt:

    „Ich glaube, wir können von der französischen Mannschaft bei der WM noch einiges erwarten und ich wäre nicht überrascht, wenn sich Deutschland und Frankreich im Finale wiedersehen würden.“

    I agree. Germany v France Final is very likely.

    The big problem that France have is the suspension of the goalkeeper for the England game.
    But I still think that France will have too much quality and should win on Saturday.

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  • eisbär sagt:

    Frankreich hat nicht ansatzweise so gespielt wie gegen Kanada, was auch am Gegner gelegen haben kann. Aber vor allem in der 1.HZ hat die Laufbereitschaft gefehlt und somit wurde nur mit langen Bällen operiert. Zudem war bis auf Necib (die nicht viele Zuspiele bekam) keine Spielerin in der Lage, den Ball zu halten, was dann zu schnellen Ballverlusten führte. Das muss sich gegen England auf jeden Fall ändern, sonst ist die WM für Frankreich am Samstag vorbei.

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  • Webcam sagt:

    Verstehe ich hier einige Beiträge richtig, dass Frankreich nicht mit ganzem Einsatz gespielt hat, ggf. auf Geheiß des Trainers?

    Das würde natürlich einiges erklären (sie sind ja deutlich unter den Erwartungen geblieben), aber klug ist es nicht, denn mit solchen Taktierereien hat sich schon mancheiner aus dem Turnier-Rhythmus gebracht.

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  • ballander sagt:

    @markus: das erste mal, dass ich dir voll zustimme. ich glaube, bini ist ein echtes schlitzohr. nur soviel energie wie nötig investieren und gas geben, wenn es um die wurst geht. ich sehe frankreich gegen england siegen. und sehe ein finale schweden – frankreich 😉

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  • laasee sagt:

    „und sehe ein finale schweden – frankreich.“

    nah, nah.
    After Tuesday night I think that Germany have now found the team to win WM.
    I wrote before that Frau Neid is a ‚lucky‘ coach and events have now worked out well for her.
    I hope that she goes with the same team tomorrow and then I think it may be a very special night for German football.

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  • Fee sagt:

    „Ich vermute, der kluge Monsieur hat mit Absicht nicht seine beste Elf aufs Feld geschickt, bei einem Sieg gegen Deutschland wären Druck und Erwartungshaltung auf das französische Team enorm gewachsen. “

    Welchen Druck und welche Erwartungshaltung? In Frankreich findet die WM so gut wie nicht statt.

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