Jays WM: „Was für ein Auftakt!“

Von am 30. Juni 2011 – 8.11 Uhr 2 Kommentare

Hallo zusammen!

Mann, war das ein WM-Auftakt!

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Der Sieg gegen Kanada war ein guter Auftakt des deutschen Teams, aber verzaubert haben sie uns noch nicht. An dieser Stelle mache ich mir aber keine Sorgen, denn das Trainerteam um Silvia Neid wird das genau analysiert haben und wir können uns jetzt schon auf ein ganz anderes Spiel des deutschen Teams freuen.

Jays WM, Teil 1

Aber um nochmals auf das „Zaubern“ zurückzukommen. Céli! Der absolute Winner der WM-Vorbereitung und schön zu sehen, dass sie ihre Leistung auf dem Feld abrufen kann – ich bin schon gespannt auf das nächste Spiel. Tja und zu guter Letzt  „KG“, wie immer souverän, beeindruckend ihre Gelassenheit und Ruhe auf dem Feld. Eine der absolut wichtigsten Säulen des deutschen Spiels.

Die Atmosphäre im Stadion muss gigantisch gewesen sein. Ich habe mit Mel [Behringer] telefoniert und sie hat mir erzählt, dass es ein geiles Gefühl war, einlaufen zu dürfen und die Stimmung schon beim Aufwärmen unglaublich war. Es ist für jede einzelne unfassbar, welches Ausmaß die WM inzwischen angenommen hat – damit hat nun wirklich keiner gerechnet. Da schaltet man in der Früh den Fernseher ein, schlägt die Zeitung auf und kommt direkt mit der WM in Berührung. Es ist faszinierend, wie schnell es diese Richtung genommen hat. Nun doch Sommermärchen reloaded?

Meine Neuseeländerinnen haben ihr erstes Spiel leider verloren. Inzwischen haben sie aber ihr Lächeln und die positive Stimmung wieder gefunden. Das Spiel ist abgehakt, jede freut sich jetzt auf England, das wichtigste Spiel. Es geht um alles, und die Mädels sind motiviert. Japan war sicherlich die bessere Mannschaft, aber man hat sich mehr als nur wehren können. Am Ende hat es leider nicht gereicht, das war sicherlich enttäuschend.

Von den anderen Spielen habe ich noch gar nicht so viel sehen können, Schweden gegen Kolumbien konnte ich mir etwas länger anschauen. Schwedens Spielanlage gefällt mir gut und mit Lotta Schelin in der Spitze sind sie sehr gefährlich. Mir fehlt hier und da die Zeit, aber Deutschland gegen Nigeria steht natürlich wieder fest auf dem Programm. Auch dieses Spiel wird keine eindeutige Sache werden. Die Nigerianerinnen werden kompakt stehen und dann auf ihre Chancen lauern, keine Elf will sich von Deutschland abschießen lassen. Thomas [Obliers] ist ein Fuchs und ein sehr, sehr guter Trainer, er wird sich schon eine Taktik zurechtgelegt haben. Er kennt die deutsche Mannschaft und wird viel einbringen können.

Bianca Rech

Bianca Rech verfolgt die WM exklusiv für Womensoccer © privat

Euch ist sicherlich schon aufgefallen, dass bei der WM viel weniger Tore fallen als früher. Es ist zu beobachten, dass die Spitze zusammengerückt ist, und es keine typischen 4:0-Ergebnisse mehr gibt. Die Spiele sind spannender geworden, das macht es für die Medien und Zuschauer interessanter. Wundert Euch übrigens nicht, dass einige Spielerinnen vielleicht im ersten Spiel noch nicht ihre tausendprozentige Leistung gezeigt haben. Eine WM ist kein Ligaspiel, von jedem wird auf den Punkt Leistung erwartet. Bei der Fanbegeisterung und dem Medieninteresse dieser WM wird wohl jede etwas nervös sein dürfen. 🙂 Ab morgen ist die Aufwärmphase vorüber – jetzt geht es richtig los!

Eins habe ich Euch noch gar nicht erzählt: Ich kicke bei den Neuseeländerinnen im Training mit! Das macht die Arbeit als TLO – das ist die Kurzform für Team Liaison Officer – umso schöner. Nicht das ich noch vor lauter gutem Hotelessen außer Form komme. Nachdem ich mir in den ersten Tagen von Spielern und Coaches immer wieder anhören musste: „Jay bring your boots“ bin ich nicht mehr drum herum gekommen, mitzumachen.

Jetzt sind wir in Dresden und ab sofort heißt es „Beat England“.

So, das war’s für heute. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Spiele, ich hoffe, Ihr auch?!

Liebe Grüße
JAY

20 Mal spielte Bianca Rech in der deutschen Nationalelf, 2002 gewann die 30-Jährige mit dem 1. FFC Frankfurt den UEFA Women’s Cup. In der Bundesliga spielte sie darüber hinaus lange Jahre beim FC Bayern München und aktuell beim SC 07 Bad Neuenahr. 2005 sammelte sie ein Jahr Auslandserfahrung in Schweden bei Sunnanå SK. Während der WM schildert Bianca Rech in einer exklusiven Kolumne für Womensoccer ihre Eindrücke.

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2 Kommentare »

  • Eurycantha sagt:

    Vielen Dank Jay fuer deine Eindruecke und „inside“-info!

    link nach einer franzoesischen „Informant“ (Torfrau von Poitiers und

    in Wolfsburg als Freiwillige stationiert):

    https://j.mp/jaSr0d

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  • Rallfb sagt:

    Prima Statement !
    Ich sehe es auch so, daß es das frühere „Kanonenfutter“ derzeit nicht mehr gibt. Die Mannschaften, zumindest die Teams, die sich für diese WM qualifiziert haben und im Vorfeld als klare Außenseiter gesehen worden, haben schon mal angedeutet, daß sie taktische Feinheiten in der Rückwärtsbewegung absolut verinnerlicht haben und durch ihr cleveres Verschieben den favorisierten Teams das Leben ganz schön schwer machen. Gerade für Australien war gegen die Brasilianerinnen viel mehr drin, schmeichelhaftes 1:0 für Martas Team.

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