Potsdam erneut im Finale
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat zum zweiten Mal in Folge das Endspiel der Champions League erreicht. Der Titelverteidiger setzte sich im Halbfinalrückspiel auf heimischem Platz mit 1:0 gegen den FCR 2001 Duisburg durch. Am Rande der Partie erklärte Fatmire Bajramaj ihren Abschied aus Potsdam.
Das Hinspiel in der vergangenen Woche war 2:2 ausgegangen, die Duisburgerinnen waren also unter Druck – traten aber wenig zwingend auf.
Bresonik in der Viererkette Auf der linken Abwehrseite des FCR stellte Trainer Marco Ketelaer Linda Bresonik auf, um der starken Yuki Nagasato eine erfahrene Gegenspielerin entgegenzustellen. Auch im Mittelfeld nahm Ketelaer Änderungen im Vergleich zum Hinspiel vor. Auf der linken Seite entschied sich der Trainer für Kozue Ando statt Mandy Islacker.
Grings und Popp nicht zu sehen Ando zeigte sich in der Tat recht agil und erspielte für den FCR die erste Chance des Spiels. In der zehnten Minute kam sie an der Grenze des Fünfmeterraums frei zum Schuss, Turbine-Torhüterin Anna Sarholz war allerdings zur Stelle. Trotz dieser ersten Möglichkeit zeigte sich der FCR in der Folgezeit wenig zwingend. Dem Spiel des Titelträgers von 2009 mangelte es an Bewegung und Präzision. Vom Sturmduo Inka Grings und Alexandra Popp war so gut wie nichts zu sehen, beide Akteurinnen konnten sich in der ersten Halbzeit keine Chancen erspielen.
Nagasato trifft zur Führung Anders die drei Potsdamer Spitzen Anja Mittag, Fatmire Bajramaj und Nagasato. Das Trio wechselte laufend die Positionen und wirkte agiler. In der zwölften Minute traf Nagasato nur den Pfosten. In der 40. Minute machte es die Japanerin besser. Einen Einwurf von Isabel Kerschowski verlängerte Viola Odebrecht zu Nagasato – die Nationalspielerin ließ sich nicht zweimal bitten und netzte zum 1:0 ein.
Duisburg kann nicht zulegen Die Duisburgerinnen hatten bereits im Hinspiel zweimal einen Rückstand aufgeholt, und Ketelaer zeigte sich in der Halbzeitpause noch optimistisch, dass dies auch im Karl-Liebknecht-Station gelingen würde. Doch obwohl der FCR zur zweiten Halbzeit noch stärker unter Zugzwang geriet, konnten die Gäste nicht zulegen. „Uns hat der letzte Wille gefehlt“, haderte Popp mit der Leistung ihres FCR. Stattdessen erspielten sich die Potsdamerinnen ab der 60. Minute ein klares Übergewicht auf dem Feld.
Potsdam mit schwachem Abschluss Die letzte halbe Stunde gehörte den Gastgeberinnen, die sich eine Vielzahl von Chancen erarbeiten konnten - aber die Verwertung ließ zu wünschen übrig. Zunächst vergab Mittag (66.), als sie direkt in die Arme von FCR-Torhüterin Christina Bellinghoven schoss. Nur eine Minute später konnte Isabel Kerschowski eine Flanke von Bajramaj nicht verwerten. Bellinghoven verhinderte in der Folgezeit einen höheren Rückstand des FCR. Bajramaj scheiterte in der 70. Minute an der Schlussfrau, die den Ball allerdings nicht festhalten konnte. Beim Nachschuss von Viola Odebrecht behielt sie allerdings erneut die Oberhand.
Von Duisburg war nichts mehr zu sehen, ein geordnetes Aufbauspiel fand nicht statt – ebenso wie Angriffe über die Außen. Einzig Bellinghoven konnte sich noch mehrfach auszeichnen. In der 73. Und 86. Minute blieb sie erneut Siegerin gegen Bajramaj.
Neuauflage gegen Lyon Im Finale trifft Potsdam am 26. Mai in London auf Olympique Lyonnias. Damit kommt es zu einer Neuauflage des Endspiels von vor einem Jahr. Damals blieben die „Torbienen“ im Elfmeterschießen die Oberhand. Und Sarholz ist sich auch in diesem Jahr sicher: „Wir gewinnen.“
Bajramaj verlässt Potsdam “Das war mein letztes Heimspiel”, erklärte Bajramaj nach der Partie. Die Nationalspielerin machte den langen Spekulationen um ihre Zukunft ein Ende. Morgen soll ihr Wechsel zum 1. FFC Frankfurt offiziell verkündet werden.