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2011

DFB-Pokalfinale: Gipfeltreffen der Dauerrivalen

Heute um 16.15 Uhr (live in der ARD) duellieren sich im Kölner RheinEnergieStadion die beiden besten deutschen Teams der Saison und Dauerrivalen des vergangenen Frauenfußball-Jahrzehnts im Finale des DFB-Pokals . Dabei geht es für den 1. FFC Frankfurt und den 1. FFC Turbine Potsdam um mehr als reines Prestige.

Denn die Frankfurterinnen wollen mit einem Pokalsieg einem Millionenpublikum beweisen, dass sie nach zwei mageren Jahren nicht nur in der Liga wieder zur Bel Etage gehören.

Und das Team von Trainer Sven Kahlert will den kleinen Makel vergessen machen, dass man trotz einer tollen Bundesligasaison mit einer Tordifferenz von 103:16 und der besten Offensive und Defensive gleichermaßen den deutschen Meistertitel den Potsdamerinnen überlassen musste. „Ich denke, das wird ein offener Schlagabtausch“, so Frankfurts Mittelfeld-Ass Melanie Behringer .

Dietrich: “Sahnehäubchen aufsetzen” Manager Siegfried Dietrich will der Saison „das Sahnehäubchen aufsetzen“ und Trainer Sven Kahlert fordert von seinem Team „101 Prozent“. Von 1998 bis 2008 standen die Frankfurterinnen zehn Mal in Folge im Endspiel, sieben Mal konnten die Hessinnen die Trophäe bereits gewinnen. Gleich dreimal in Folge traf man dort von 2004 bis 2006 auf Potsdam, dreimal ging der Gegner als Sieger vom Platz. Zwischen den Pfosten der Brandenburgerinnen stand dabei jeweils Nadine Angerer, die in allen drei Partien ohne Gegentreffer blieb: „Ich würde gerne die Vorzeichen tauschen und mit Frankfurt gegen Potsdam gewinnen.“

Wunderlich für Bartusiak Doch Frankfurt muss zwei Handicaps verkraften: Zum einen muss Kahlert seine Innenverteidigung umstellen, weil Saskia Bartusiak wegen ihrer Gelbsperre nicht zur Verfügung stehen wird. Für sie wird Urgestein Tina Wunderlich zu ihrem elften Pokalfinale kommen. „Wir haben uns aufgrund ihrer Erfahrung und guten Leistungen in der U 23 für Tina entschieden“, begründet Kahlert den mutigen Schritt, die 33-Jährige in den Finalkader aufzunehmen.

Spielpraxis als Turbine-Vorteil Zum anderen hat die Elf seit dem furiosen 8:2-Sieg gegen den FC Bayern München zum Saisonfinale der Bundesliga fast zwei Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten, während die Potsdamerinnen mit zwei erfolgreichen Viertelfinalspielen in der Champions League gegen den FCF Juvisy (3:0 und 6:2) Selbstvertrauen tanken und im Spiel-Rhythmus bleiben konnten, möglicherweise ein entscheidender Vorteil. „Da haben wir uns weitere Sicherheit für den Samstag geholt“, glaubt auch Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz.

Bajramaj und Sarholz wieder fit Potsdam kann anders als Frankfurt personell aus dem Vollen schöpfen. „Ich bin auf jeden Fall wieder dabei“, verspricht Fatmire Bajramaj nach überstandener Beckenprellung. Und auch Stammtorhüterin Anna Felicitas Sarholz dürfte nach ihrem grippalen Infekt wieder zwischen den Pfosten stehen. „Es wird schwer, aber ich hoffe, dass wir dann noch ein Ass aus dem Ärmel ziehen können“, erklärt Potsdams Trainer Bernd Schröder, der in dem Kräftemessen mit Frankfurt nach wie vor auch ein Duell zweier unterschiedlicher Philosophien sieht.

Willkommene Bonusgelder Gewonnen haben beide Teams unabhängig des Ausgangs allerdings schon durch den Einzug ins Finale. Denn sowohl der 1. FFC Frankfurt als auch der 1. FFC Turbine Potsdam haben sich durch den Finaleinzug bereits 70 750 Euro gesichert, der Sieger erhält noch einen Aufschlag von 20 000 Euro, beide Teams erhalten zusätzlich jeweils 25 Prozent Gewinnbeteiligung, sollte das Finale einen Überschuss abwerfen. Frankfurt und Potsdam sowie die Sponsoren beider Teams freuen sich gleichermaßen über den Bonus Pokalfinale.

Stelldichein der Stars Und wie schon im Vorjahr, als 26 282 Zuschauer beim ersten Finale nach der Abkopplung aus Berlin ins Kölner Stadion kamen, dürfte es diesmal eine ähnliche Kulisse werden. Im Vorverkauf wurden knapp 20 000 Tickets abgesetzt, aus Frankfurt haben sich 2000, aus Potsdam 500 Fans angesagt. Ein gutes Dutzend deutscher sowie weiterer Nationalspielerinnen aus Schweden, Japan und den USA werden für ein Stelldichein der Stars sorgen und somit einen Vorgeschmack auf die in drei Monaten beginnende Frauen-WM liefern.

Buntes Rahmenprogramm Rund um das Spiel wird es zudem wie schon im Vorjahr ab 12 Uhr auf den Stadionvorwiesen und rund um die Abelbauten ein buntes Rahmenprogramm geben: Einlagespiele, Mädchenfußballturniere, vielfältige Mitmachmodule, Autogrammstunden auf der Fanmeile und ein attraktives Bühnenprogramm mit Stars wie de Höhner. Tickets sind noch in allen Kategorien verfügbar, sie kosten zwischen 15 Euro (Sitzplatz Kategorie 3) und 30 Euro (Sitzplatz Kategorie 1). Die Tageskassen am Stadion öffnen ab 14.15 Uhr. Zeitgleich ist auch Einlass. An der Nordtribüne haben zwei Kassen bereits ab 12 Uhr geöffnet.

Welchen Platz wird der FC Bayern München in der Bundesligasaison 2013/14 belegen?