1. FFC Turbine Potsdam holt Meistertitel

Von am 13. März 2011 – 15.48 Uhr 31 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat sich zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gesichert. Beim souveränen Erfolg gegen die SG Essen-Schönebeck machten die Turbinen die Hoffnungen des 1. FFC Frankfurt zunichte, dessen Kantersieg gegen den FC Bayern München nur noch statistischen Wert hatte.

Beim 3:0 (2:0)-Sieg im mit 7 000 Zuschauern prall gefüllten Karl-Liebknecht-Stadion ließen zwei schnelle Tore von Beginn an keine Zweifel am neuerlichen Triumph aufkommen. Turbine-Trainer Bernd Schröder war nach dem Erfolg gerührt: „Im tiefsten Inneren haben wir gehofft, dass wir im 40. Jahr unseres Vereins das Triple schaffen. Wir haben zwar keine überragende Saison gespielt, aber es war trotzdem super, wie wir uns in den letzten Spielen präsentiert haben.“

Schnelle Entscheidung
Viola Odebrecht erzielte den Führungstreffer, Anja Mittag per Hacke und Yuki Nagasato leisteten die Vorarbeit, Essens Torhüterin Steffi Löhr konnte den ersten Schussversuch von Odebrecht noch mit dem Fuß blocken, beim Nachschuss war sie jedoch machtlos (3.). Und nur Augenblicke später schraubte Turbine die Führung in die Höhe, Fatmire Bajramaj schlug einen weiten Ball über die zu weit aufgerückte Essener Abwehr, Mittag umkurvte Löhr und verwertete sicher (4.).

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Wenig Gefahr vom Gegner
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken ließ es der Tabellenführer ruhiger angehen, Bianca Schmidt verpasste mit einem Schuss aus 12 Metern die Chance, das Polster weiter auszubauen (37.). Melanie Hoffmann sorgte kurz vor der Pause mit einem abgefälschten Freistoß für Gefahr aus den Reihen der Gäste (45.).

Freude in Potsdam nach dem dritten Meistertitel in Folge © 1. FFC Turbine Potsdam / Jan Kuppert

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Peter macht Entscheidung perfekt
Nach der Pause sorgte Turbine schnell für die Entscheidung: Zunächst scheiterte Kapitänin Jennifer Zietz zwar noch mit einem von Katarina Tarr an Bajramaj verursachten Foulelfmeter an Löhr, doch kurz darauf beseitigte Babett Peter per Kopf nach Freistoß von Mittag die letzten Zweifel (57.).

Frankfurt schießt Bayern ab
Der 1. FFC Frankfurt feierte gegen den FC Bayern München beim 8:2 (4:2)-Erfolg ein wahres Torfestival, doch aufgrund des Potsdamer Siegs müssen sich die Frankfurterinnen mit Platz 2 in der Abschlusstabelle zufrieden geben, der aber zur Teilnahme an der Champions-League-Saison 2011/12 berechtigt. Conny Pohlers sicherte sich mit ihren Saisontreffern 24 und 25 die Krone als beste Torschützin der Saison. Svenja Huth (6.), Gina Lewandowski (11.), Corinna Paukner (12. Eigentor), Pohlers (20., 60.), Birgit Prinz (51., 69. Foulelfmeter, 81.) bei Gegentreffern von Vanessa Bürki (38., 40.) sorgten für einen furiosen Erfolg der Frankfurterinnen.

Saarbrücken zweiter Absteiger
Der 1. FC Saarbrücken muss nach der 0:5 (0:2)-Niederlage beim FCR 2001 Duisburg dem Herforder SV in die 2. Liga folgen. Auch ohne die erkrankte Inka Grings kam Duisburg zu einem souveränen Sieg, die Treffer erzielten Alexandra Popp (14., 70., 89.), Mandy Islacker (45.) und Femke Maes.

Jena überrascht in Wolfsburg
Auch ohne Top-Torjägerin Genoveva Anonma kam der FF USV Jena zu einem 2:1 (0:1)-Sieg beim VfL Wolfsburg. Die Gastgeberinnen waren durch die ehemalige Jena-Spielerin Yvonne Hartmann in Führung gegangen (18.), doch zwei Treffer von Caro Schiewe (62., 66. Foulelfmeter) sorgten dafür, dass die Thüringerinnen unabhängig vom Ausgang des Saarbrücken-Spiels den Klassenerhalt sicherten.

HSV holt Platz 4
Der Hamburger SV kam zum Abschluss der Saison zu einem 3:1 (1:0)-Auswärtssieg beim Herforder SV und sicherte sich somit einem überraschenden vierten Platz in der Abschlusstabelle. Kim Kulig (40.) brachte ihr Team in Führung, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Anna Laue (49.) sorgten Antonia Göransson (70.) und Ana Maria Crnogorcevic (86.) für den Erfolg der Hanseatinnen.

Fünferpack von Da Mbabi
Célia Okoyino da Mbabi schoss beim 5:1 (2:1)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen den Gegner im Alleingang ab. Alle fünf Treffer gingen auf das Konto der Nationalspielerin (12., 21., 63., 71., 80.), den Ehrentreffer der Gäste erzielte Carolin Dej (37.).

Abschlusstabelle der Frauenfußball-Bundesliga

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • Michele sagt:

    Persönlich würde ich mich wahnsinnig über Linda freuen. Ich habe die Aussage von Lira auch gehört, aber sollte sie Turbine wirklich verlassen geht es auch ihr nur ums Geld. Wenn Turbine wie eine Familie für sie ist, verlängert sie ihren auslaufenden Vertrag. Läuft Kesslers Vertrag auch aus?

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  • Marcel sagt:

    Zum Glück ist Lira (noch) nicht unter die Fittiche von Herrn Dietrich geraten, so wie der seine „Reserviert“-Schilderchen an ein paar Spielerinnen kleben hat ist ja schon sehr grenzwertig…

    Aber ich geh trotzdem davon aus das eine Verlängerung mit Lira Turbine was kosten wird und sie auch die „teuerste“ Torbiene damit wird oder wenn sie es nicht schon ist.
    Aber wenn sie den Satz ernst gemeint hat wird sie wohl auch zu einem Kompromiss bereit sein.
    Zu hoffen wäre es zumindest aus Turbinefansicht

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  • Ute sagt:

    Glückwunsch an meine Torbienchen! 🙂 – Dann fehlen ja nur noch 2 Titel und ich denke diesmal ist das Triple echt drin. Wann wenn nihct DIESE Saison, da Turbine diesmal auch die spielerisch nicht so überzeugenden Spiele gewonnen hat, was eine neue zusätzliche Qualität darstellt.

    Glückwunsch auch an die HSV-Frauen zum herausragenden 4.Platz. Können sie in Stein meißeln, denn so schnell wird das wohl nicht wiederholbar sein, da sich das Geld des FFC ja diesmal HIER bedient hat mit der Abwerbung von KULIG und Crnogorcevic.

    Deshalb machen angebliche Wechselgerüchte von Lira zur schon sehr gut besetzten Offensive von Mainhatten eigentlich keinen Sinn – es sei denn Birgit Prinz hört auf 😉 – was ich persönlich als sehr wahrscheinlich halte. (neues Futter für die Gerüchteküche 😉

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  • Winter sagt:

    @ Marcel

    Das ist auch o.k., sie ist einfach grandios. Sie ist ein absolutes Vorbild mit ihrer Frohnatur für viele junge Nachwuchsspielerin im Verein.
    Frankfurt ist doch nur eine zusammengekaufte Truppe ohne Substanz. Die Nachwuchs- und Aufbauarbeit findet in der Breite für junge Mädchen nicht statt.

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  • Detlef sagt:

    GLÜCKWUNSCH an den neuen (und alten) Meister TURBINE POTSDAM!!!
    So, der erste Titel in dieser Turbosaison wäre damit in trockenen Tüchern!!!
    Was jetzt noch zusätzlich dazu kommt, ist wie Extra-Käse auf die große TURBINE-Geburtstagspizza!!! 😉

    Sehr gefreut habe ich mich auch für die Rothosen!!!
    Achim Feifel macht dort einen Superjob, und sein Team konnte nun endlich mal zeigen, wozu sie fähig sind!!!
    Jetzt müssen sie für die neue Saison halt „nur“ ein oder zwei Knipserinnen finden, dann ist das Ganze auch wiederholbar!!!

    Und zu guter Letzt; GLÜCKWUNSCH an den USV zum Klassenerhalt!!!
    Da haben sie ja doch noch rechtzeitig die Kurve bekommen!!!
    Jetzt sind die anstehenden Vertragsgespräche natürlich wesentlich entspannter!!!

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  • FFFan sagt:

    @ timmy:

    Das mit Heidi Mohr ist mir bekannt; aber das war noch zu ‚zweigleisigen‘ Zeiten!

    @ Schnuller:

    Nö, zu dem Blödsinn, den ich hier verzapfe, stehe ich schon selber! 😉

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  • sitac sagt:

    @Markus Juchem: Vielen Dank für den link. Hut ab vor Herrn Etzel, allerhöchsten Respekt!!!!!!! Ich hoffe, in Jena siegt Verantwortungsbewusstsein, Kompetenz und menschliches Format und der Mut zu neuen Wegen. Andernfalls war die grandiose Leistung der Mannschaft zu Saisonschluss für die Katz.

    Wenn beim Festbankett in Köln ein Jenaer Vorstandmitglied gegen Wessis pöbelt, frage ich mich schon, ob ich im Stadion als Jena-Fan und generell als Jena-Fan nicht im falschen Film bin 🙁

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  • ruhri sagt:

    @render:
    Deine Hoffnung hat leider nichts genutzt. Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Printausgabe Essen) heute meldet, hat sich Kyra Malinowski am Sonntag in Potsdam das Kreuzband gerissen. Philine von Bargen erlitt beim Vorbereitungsspiel gegen Perm am 1. März dagegen „nur“ einen Anriss des Kreuzbandes und wurde bereits operiert.
    Gute Besserung, Kyra und Philine!

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  • susifan sagt:

    @ Markus und sitac: Jetzt brennt in Jena richtig der Baum: TLZ von heute sagt, dass Markus Etzel gestern gekündigt hat!! Das wäre der Anfang vom Ende, denn (so die gleiche Zeitung) es gibt wohl schon einen Nachfolgekandidaten und zwar eine „vereinsinterne Lösung“. Das kann nur ein Vorstandskandidat sein und dann ist alles vorbei. Die machen hier echt alles kaputt….

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  • sitac sagt:

    @susifan: Nach dem Interview konnte fast nur noch dieser Schritt kommen. Ganz stark, dass er noch in seiner Funktion als Geschäftsführer Klartext gesprochen hat. @susifan und hexe: Ihr hattet Recht in allem, was ihr gepostet habt.
    Schade, und traurig und bitter!

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  • Harry70 sagt:

    Saisonende,

    hallo ich verstehe nicht wie Mitte März die Frauen Fußball Bundesliga Saison zu Ende sein kann. Will man die Monate wo es am schönsten ist Fußball zu spielen, bewusst nicht nützen um weiter vor wenig Zuschauern kicken zu dürfen. Kommt mir so vor, wo braucht eine Mannschaft 31/2 Monate um sich auf ein Turnier vorzubereiten? Da bekommen die eher einen Lagerkoller als dass sie erfolgreicher werden. Und ist die Frauen Bundesliga gar nix wert. Muss wohl so sein, die Fakten sprechen für sich, finde ich sehr schade. Aber es gibt ja so einige Entscheidungen z.B. die Spielansetzungen im Januar und Anfang Februar wo man merkt dass die Frauen Bundesliga nicht richtig auf die Beine kommen soll. Schade, dann aber von der WM reden als Chance für die Frauen Bundesliga, das klingt wie Hohn.

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