Duisburgs Dreier macht es spannend
Das Meisterschaftsrennen ist nach dem Auswärtssieg des FCR 2001 Duisburg beim 1. FFC Frankfurt wieder offen. Beide Teams boten allerdings eine eher mäßige Leistung, die drei Punkte für die Duisburgerinnen waren glücklich.
Der FFC, der im vergangenen Jahr mit einer Siegesserie zurück auf die Erfolgsspur gefunden hatte, hätte mit einem Heimsieg die Qualifikation zur Champions League nahezu in der Tasche gehabt. Doch die Hessinnen versäumten es, aus ihren Tormöglichkeiten Profit zu schlagen und scheiterten am Ende an der Abgezocktheit der Inka Grings.
Duisburg beginnt ideenlos Zu Beginn des Spiels zeigten sich die Frankfurterinnen deutlich überlegen. FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg schickte ihre Elf im 4-1-4-1-System aufs Feld. „Wir wollten Prinz und Marozsán dadurch aus dem Spiel nehmen und Frankfurt erst gar nicht kombinieren lassen.“ Doch dadurch zeigte der FCR auch keinerlei Initiative, konnte nur reagieren und geriet immer mehr unter Druck. Der Vize-Meister rückte kaum einmal bis zum gegnerischen Strafraum vor.
„Schlechter geht nicht“ „Hätte der FFC seine Tormöglichkeiten ausgenutzt, hätte er in Führung gehen müssen“, so Voss-Tecklenburg über die erste Halbzeit, mit der sie „nicht zufrieden“ war. „Schlechter geht nicht“, habe sie in der Halbzeitpause zu ihrer Mannschaft gesagt, die mit der Taktik nicht gut zurecht kam. Es folgte die Umstellung aufs 4-4-2-System.
Das Spiel kippt Die neue Taktik hatte einen merklichen Aufschwung für das Duisburger Spiel zur Folge. Die Frankfurterinnen kamen in der zweiten Hälfte aus dem Tritt, das Spiel kippte zugunsten der Duisburgerinnen. Kaum zu sehen war allerdings FCR-Stürmerin Inka Grings. Doch im richtigen Augenblick war sie zur Stelle, mit einem Heber schoss sie in den FCR in der 71. Minute in Führung. „Joker“ Conny Pohlers hatte zum Ende der Partie noch den Ausgleich auf dem Fuß, doch die an diesem Tag sehr gut aufgelegte Christina Bellinghoven im FCR-Tor hielt die knappe Führung fest.
Frankfurt verliert den Faden „Wir haben das Spiel verloren, weil wir die Situationen in den ersten 45 Minuten nicht genutzt haben“, kritisierte FFC-Trainer Sven Kahlert, der den mangelnden Abschluss seiner Elf beklagte. „Wenn man nur einmal aufs Tor schießt, kann man kein Spiel gewinnen.“ Die Winterpause hat die Frankfurterinnen ganz offensichtlich aus dem Tritt gebracht, der Rhythmus ist verloren gegangen – doch dies trifft den FCR ebenso. Drei Punkte haben die Duisburgerinnen im Brentanobad zwar gewonnen, doch beiden Mannschaften merkte man in Puncto Bewegungsabläufe, Laufwege sowie einer hohen Fehlpassquote die mangelnde Spielpraxis der letzten Wochen an.
Meisterschaft ist offen Die Tabelle wird weiterhin vom 1. FFC Turbine Potsdam angeführt (40 Punkte), es folgt der 1. FFC Frankfurt mit 39 Punkten – wieder voll im Meisterschaftsrennen ist der FCR 2001 Duisburg mit nun 38 Zählern. „Wir haben noch nichts verloren und werden den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Kahlert, „aber es ist natürlich schwer, nach so einem Spiel die positive Grundstimmung wieder aufzubauen.“
Diese Sorgen hat der FCR nicht. Die Mannschaft fahre „glücklich lächelnd nach Hause“, so Voss-Tecklenburg, die allerdings eingestand, dass „heute die glücklichere Mannschaft gewonnen hat. Ein Unentschieden hätten sich beide verdient.“