Duisburgs Dreier macht es spannend

Von am 29. Januar 2011 – 15.49 Uhr 36 Kommentare

Das Meisterschaftsrennen ist nach dem Auswärtssieg des FCR 2001 Duisburg beim 1. FFC Frankfurt wieder offen. Beide Teams boten allerdings eine eher mäßige Leistung, die drei Punkte für die Duisburgerinnen waren glücklich.

Der FFC, der im vergangenen Jahr mit einer Siegesserie zurück auf die Erfolgsspur gefunden hatte, hätte mit einem Heimsieg die Qualifikation zur Champions League nahezu in der Tasche gehabt. Doch die Hessinnen versäumten es, aus ihren Tormöglichkeiten Profit zu schlagen und scheiterten am Ende an der Abgezocktheit der Inka Grings.

Duisburg beginnt ideenlos
Zu Beginn des Spiels zeigten sich die Frankfurterinnen deutlich überlegen. FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg schickte ihre Elf im 4-1-4-1-System aufs Feld. „Wir wollten Prinz und Marozsán dadurch aus dem Spiel nehmen und Frankfurt erst gar nicht kombinieren lassen.“ Doch dadurch zeigte der FCR auch keinerlei Initiative, konnte nur reagieren und geriet immer mehr unter Druck. Der Vize-Meister rückte kaum einmal bis zum gegnerischen Strafraum vor.

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„Schlechter geht nicht“
„Hätte der FFC seine Tormöglichkeiten ausgenutzt, hätte er in Führung gehen müssen“, so Voss-Tecklenburg über die erste Halbzeit, mit der sie „nicht zufrieden“ war. „Schlechter geht nicht“, habe sie in der Halbzeitpause zu ihrer Mannschaft gesagt, die mit der Taktik nicht gut zurecht kam. Es folgte die Umstellung aufs 4-4-2-System.

Christina Bellinghoven (l.) und Marina Himmighofen bejubeln die Duisburger Führung. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Das Spiel kippt
Die neue Taktik hatte einen merklichen Aufschwung für das Duisburger Spiel zur Folge. Die Frankfurterinnen kamen in der zweiten Hälfte aus dem Tritt, das Spiel kippte zugunsten der Duisburgerinnen. Kaum zu sehen war allerdings FCR-Stürmerin Inka Grings. Doch im richtigen Augenblick war sie zur Stelle, mit einem Heber schoss sie in den FCR in der 71. Minute in Führung. „Joker“ Conny Pohlers hatte zum Ende der Partie noch den Ausgleich auf dem Fuß, doch die an diesem Tag sehr gut aufgelegte Christina Bellinghoven im FCR-Tor hielt die knappe Führung fest.

Frankfurt verliert den Faden
„Wir haben das Spiel verloren, weil wir die Situationen in den ersten 45 Minuten nicht genutzt haben“, kritisierte FFC-Trainer Sven Kahlert, der den mangelnden Abschluss seiner Elf beklagte. „Wenn man nur einmal aufs Tor schießt, kann man kein Spiel gewinnen.“ Die Winterpause hat die Frankfurterinnen ganz offensichtlich aus dem Tritt gebracht, der Rhythmus ist verloren gegangen – doch dies trifft den FCR ebenso. Drei Punkte haben die Duisburgerinnen im Brentanobad zwar gewonnen, doch beiden Mannschaften merkte man in Puncto Bewegungsabläufe, Laufwege sowie einer hohen Fehlpassquote die mangelnde Spielpraxis der letzten Wochen an.

Meisterschaft ist offen
Die Tabelle wird weiterhin vom 1. FFC Turbine Potsdam angeführt (40 Punkte), es folgt der 1. FFC Frankfurt mit 39 Punkten – wieder voll im Meisterschaftsrennen ist der FCR 2001 Duisburg mit nun 38 Zählern. „Wir haben noch nichts verloren und werden den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Kahlert, „aber es ist natürlich schwer, nach so einem Spiel die positive Grundstimmung wieder aufzubauen.“

Diese Sorgen hat der FCR nicht. Die Mannschaft fahre „glücklich lächelnd nach Hause“, so Voss-Tecklenburg, die allerdings eingestand, dass „heute die glücklichere Mannschaft gewonnen hat. Ein Unentschieden hätten sich beide verdient.“

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36 Kommentare »

  • uwe sagt:

    Also wenn ich hier von verschiedenen Usern lese das Duisburg grottenschlecht war, muss dann die Frage erlaubt sein wieso die offensivstärkste Mannschaft es nicht fertig gebracht hat auch nur ein Tor zu schießen. Frankfurt zeichnet sich diese Saison nämlich damit aus das man grottenschlechte Mannschaften abschießt. Da wird ein Trainingslager in der Türkei gesponsert damit sich die Mannschaft bestens auf die Rückrunde vorbereiten kann und dann das.
    Das der Fcr nicht den besten Fussball gespielt hat keine Frage. Aber man muss auch nicht übertreiben. Die Abwehr der Duisburger stand sehr gut und hat vorallem in der 2. Halbzeit ( von den letzten 5.min abgesehen) nichts zugelassen. Das nach vorne nix ging ist der Tatsache geschultet das man erstmal hinten kompakt stehen wollte was nichts verwerfliches ist. Immerhin spielte man in Frankfurt.

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  • eisbär sagt:

    @ Uwe

    Dass Duisburg in Frankfurt erst mal etwas defensiver auftritt, ist ja vollkommen in Ordnung. Aber dass man in der 1.HZ kaum einen Pass an die Mitspielerin bringt und kaum aus der eigenen Hälfte kommt, ist schon ziemlich schockierend. Und diese Passprobleme sind ja schon seit längerem zu sehen und können einfach nicht abgestellt werden. Diesmal ist es gut gegangen, aber dann werden wieder Spiele kommen wie gegen Hamburg, wo man unnötiger Weise Punkte liegen lässt, die am Ende dann wieder den Ausschlag geben, dass man wieder mal „nur“ zweiter oder dritter geworden ist.
    Dazu kommen auch immer wieder technische Fehler wie bei der Ballannahme und -führung, auch bei technisch versierten Spielerinnen. Das muss doch im Training abzustellen sein.

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  • Marcel sagt:

    @Uwe

    Also meine Kritik bezieht sich auf die 1.HZ und das war meiner Meinung nach das schlechteste was ich in dieser Saison gesehen habe soviele Anhäufung von krassen Fehlpässen hab ich schon lang nicht mehr gesehen und das fing ja schon am eigenen 16er an wo man Frankfurt selbst die Torschüsse auflegte.
    Ich glaub Frankfurt hab ich nicht aus der Kritik ausgelassen nur das der FFC seine krassen Fehler meistens vor dem 16er des FCR beging.
    Die 2.HZ war eigentlich ok zumindest aus FCR-Sicht 😉

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  • Webcam sagt:

    Ich frag mich allerdings, warum die Duisburger (und diesmal auch die Frankfurter) Nationalspielerinnen im Nationalteam so tolle Leistungen und wenig Fehlpässe hinbekommen, aber im Verein muss es einen gruseln …

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  • Garrincha sagt:

    Natürlich war das ein Krotten-Kick, da gibts es nichts zu beschönigen. Aber warum darüber aufregen? Ich habe das Spiel beim HR aufgenommen und nach einem herrlichen Skiwochenende in den Alpen am Sonntag Abend angesehen. Zwischendurch mal rumgezappt und mal ein Bier geholt, auch mal telefoniert etc. Werde das bei der WM auch so machen… Sollte D gleich das erste Spiel verlieren bzw. auf den Niveau FFM-FCR kicken, geh‘ ich eh lieber in den Biergarten. Ich freue mich den FF und die WM- YES!

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  • jeanwood sagt:

    Vielleicht sollte man mal daran erinnern, dass die Bodenverhältnisse trotz des optisch grünen Rasens typisch winterlich waren. Der Untergrund gefroren und oben taute das Gras an,eine Mischung, die man als seifig bezeichenen und auch nur bedingt durch anderes Schuhwerk ausgleichen kann. Inka hatte ja ein paar Minuten nach dem Tor die fast gleiche Situation und war schon an der Frankfurter Verteidigerin vorbei, ist dann aber ausgerutscht. Man wird ihr hoffentlich zugestehen, dass sie in der Lage ist, auch im Spiel mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Und was die Passgenauigkeit und die Laufwege angeht, der FCR ist aus Kostengründen in der Pause in Duisburg geblieben und hatte wegen der Witterung kaum die Möglichkeit, auf dem Grossfeld und draussen zu trainieren. Und einige Dinge kann man nicht in der Halle üben. Ausserdem sei daran erinnert,dass seit geraumer Zeit den FCR Personalprobleme belasten. In einigen Spielen hatte Martina Voss-T nur einen Kader von 13 Spielerinnen zur Verfügung. In der Weihnachtspause kurierten etliche Spielerinnen Ihre Verletzungen aus und konnten nicht oder nur eingeschränkt trainieren. Inka Grings, Simone Laudehr, Linda Bresonik, Steffi Weichelt, Poppi, Femke Maas, Uschi Holl konnten wegen Verletzung nicht oder nur eingeschränkt trainieren. Mandy Islacker hat sich operativ gegen ihre Erkältungsanfälligkeit behandeln lassen, Annemieke Kiesel war zur holländischen Natio abgestellt. Von den Dauerverletzten Marina Hegering, Annike Krahn, Mirte Roelvink und Hasret Kayikci ganz zu schweigen. Ein paar Tage vor dem Spiel gegen den 1. FFC hatte MVT zum ersten Mal seit langer Zeit mehr als 20 Spielerinnen beim Training zusammen. Keine gute Voraussetzung für Trainingseinheiten. Und Duisburg hat die Taktik der Frankfurter angewandt,mit der diese dem FCR in den letzten beiden Jahren im PCC Stadion, die Meisterschaft verdorben haben. Hinten Beton anrühren und vorne auf Konter hoffen.
    Damit hat man die Kombinationsmaschine der Duisburger seinerzeit blockiert. Nur zur Erinnerung, die Zeit, in der Duisburg Turbine aus dem Berliner Olympiastadion geschossen hat und mit einem galaktischen Torverhältnis, aber einem Punkt zu wenig, dritter der BuLi wurde,und den Uefa-Pokal gewann ist mal gerade 2 Jahre her. Hier tun einige so, als würde der FCR seit Jahren nur noch Rumpelfussball anbieten.
    Frankfurt hat im Vorfeld nichts unversucht gelassen, die Duisburger einzuschüchtern. Der ausführliche Blog vom Trainingslager in der Türkei ( Harmonie und Spass pur und das bei sommerlichen Verhältnissen- die ideale Vorbereitung), dann die Salamitaktik oder wie in einem Forum geschrieben wurde, das System Adventskalender, jeden Tag ein Türchen aufmachen und wieder ist eine neue Verpflichtung oder Vertragsverlängerung zu melden. Das alles und natürlich diese absolute Überlegenheit vor der Winterpause ( 4:1 gegen Potsdam gewinnt man nicht mal so eben ) sollte signalisieren, wir sind so gut drauf und bei uns ist alles in Ordnung, dagegen kommt ihr nicht an. Gut dass die Löwinnentruppe sich davon nicht beeindrucken liess. Und die Wut vieler Kritiker in den Foren sind die Duisburger gewöhnt. Toll gespielt und trotzdem um die Ernte gebracht, das hatten die oft genug. Das tolle Spiel kommt automatisch wieder, vor allen Dingen wenn man Erfolg hat. Und mit dem Makel, durch das Grotten-Spiel und deren TV-Übertragung potentielle FF-Fans vergrault zu haben, was in Anbetracht einer Zuschauerquote von 0,40 % zumindest diskussionswürdig ist, müssen der FCR und der FFC jetzt leben. Aber deswegen heulen wohl weder MVT noch die Spielerinnen des Fcr vor Scham in die Kissen. Die haben nämlich andere Probleme( da geht es nicht um Titel oder Pokale zu sammeln, sondern um die Existenz des Vereins und damit auch um die der Spielerinnen ).

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  • laasee sagt:

    @jeanwood

    You write very concise and accurate. I agree with your comments.

    Now for Potsdam on Sunday and 3 more points for the Samba girls.

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