Noch sieben Spiele bis zum Neuaufbau
Der Herforder SV bekommt internationale Verstärkung; Hannah Bromley schließt sich dem Bundesligaschlusslicht an. Der Vertrag der Neuseeländerin gilt auch für die Zweite Bundesliga, denn den Klassenverbleib hat man in Herford so gut wie abgeschrieben. Es heißt bereits jetzt, längerfristig zu planen.
Bromley hat erstmals im vergangenen November mit den Herforderinnen trainiert und hat aufgrund ihrer Dynamik und Vielseitigkeit einen guten Eindruck hinterlassen. Zuletzt hatte die Neuseeländerin für IF Fløya in Norwegen gespielt – doch nach Abstieg und internen Streitigkeiten kehrte sie der Mannschaft den Rücken.Der Vertrag in Herford läuft zunächst bis zum 30. Juni 2011, kann aber per Option seitens des Vereins um ein weiteres Jahr verlängert werden – auch für die Zweite Bundesliga.
Länderspielerfahrung Die 24-jährige Allrounderin hat mit ihrem Heimatland an der U20-Weltmeisterschaft 2006 sowie der Frauen-Weltmeisterschaft 2007 teilgenommen. In letzter Zeit stand Bromley allerdings nicht mehr im Kader, insgesamt hat sie sieben A-Länderspiele absolviert.
Kenter lobt Defensivqualitäten “Sie hat in der Defensive ihre Stärken”, so Herfords Geschäftsführer Björn Kenter. In der HSV-Abwehr wird ein Ersatz auch dringend benötigt, denn die Belgierin Jessy Torreele erwartet ihr erstes Kind und wird ihrer Mannschaft in den verbleibenden Spielen nicht zur Verfügung stehen.
Planungen in Richtung Liga zwei Ein Schnellschuss des HSV ist die Verpflichtung nicht. „Sie ist mit Sicherheit keine, die uns jetzt die erste Liga hält“, so Kenter, der „zu neunzig Prozent“ vom Abstieg ausgeht und bereits jetzt längerfristig planen möchte. „Wir hoffen natürlich, den Kader so weit wie möglich halten zu können“, erklärt Kenter weiter. „Einige Spielerinnen sind auch beruflich gebunden. Aber bis zum jetzigen Zeitpunkt hat keine definitiv erklärt, bleiben oder gehen zu wollen.“
Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass es den Herforderinnen gelingt, wie beim ersten Abstieg 2009, alle Leistungsträgerinnen zu halten. So brachte das Westfalen Blatt die Österreicherin Laura Feiersinger gestern bereits mit dem FC Bayern München in Verbindung, und Spielführerin Kerstin Nolte werde ab der kommenden Saison nicht mehr in der ersten Mannschaft spielen, so die Zeitung weiter.
Neuaufbau statt Aufstiegsfavorit? Es könnte also ein Umbruch anstehen, doch zunächst „wollen wir die kommenden sieben Spiele ordentlich gestalten und auch endlich unseren ersten Sieg einfahren“, so Kenter. Vor der Saison 2009/2010 wurde der direkte Wiederaufstieg als klares Ziel der Mannschaft formuliert, jetzt ist man beim HSV zurückhaltender. „Bei den Rahmenbedingungen muss man schauen, ob wir die kommende Saison nicht nutzen müssen, um uns neu aufzustellen.“
Auch finanziell wird der Abstieg wegen des wegfallenden DFB-Zuschusses einen Einschnitt bedeuten. Momentan arbeiten sowohl Kenter als auch Trainer Jürgen Prüfer hauptamtlich. „Da müssen wir schauen, ob wir das über Sponsoren und Umverteilungen halten können.“