Fernduelle am Sonntag
Wenn das Wetter der Frauenfußball-Bundesliga keinen Strich durch die Rechnung macht, werden am Sonntag alle sechs Partien des 15. Spieltags ausgetragen. Nach dem direkten Aufeinandertreffen in der vergangenen Woche geht es für den 1. FFC Frankfurt und den 1. FFC Turbine Potsdam diesmal im Fernduell um die Tabellenführung. Wobei die Frankfurterinnen die größere Herausforderung erwartet.
Ab 14 Uhr sind die Hessinnen beim SC 07 Bad Neuenahr zu Gast. Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde sind die Kurstädterinnen mit einem 2:1-Auswärtserfolg beim FC Bayern München in der Vorwoche wieder auf die Spur gekommen.
Hohe Siege gegen Bad Neuenahr Neben dem Erfolg beim FCB konnte der SC in dieser Saison auch gegen den VfL Wolfsburg gewinnen. Grund genug, so FFC-Trainer Sven Kahlert, den Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, obwohl „die Partien gegen Bad Neuenahr unter meiner Regie stets verdient und deutlich gewonnen wurden.“ In der Hinrunde siegte Frankfurt mit 4:1.
Dennoch warnt Kahlert vor der individuellen Klasse der SC-Spielerinnen. „Die Nationalspielerinnen Lena Goeßling, Célia Okoyino da Mbabi, Bianca Rech oder auch die Rolser-Schwestern sind jederzeit in der Lage, gefährliche Aktionen herbeizuführen.“ Er selbst kann personell aus dem Vollen schöpen. Einzig Alexandra Krieger steht nicht zur Verfügung, weil sie mit der US-amerikanischen Nationmannschaft im entscheidenden Playoff-Spiel am Samstag gegen Italien um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 kämpft.
Turbine erwartet das Schlusslicht Der 1. FFC Turbine Potsdam trifft unterdessen auf den Herforder SV. Das Tabellenschlusslicht konnte die Partie in der Hinrunde allerdings lange offen halten und verlor am Ende knapp und unglücklich mit 1:2. Turbine-Trainer Bernd Schröder und sein Herforder Kollege Jürgen Prüfer haben sich auf einer Trainertagung im Rahmen des Länderspiels zwischen Deutschland und Nigeria in Leverkusen bereits kennen lernen können. Prüfer plant für das Gastspiel in Brandenburg eine defensive Aufstellung, „um dem Gegner nicht sofort ins offene Messer zu laufen.“ Die Favoritenrolle ist klar verteilt, für den Aufsteiger, der sich kaum noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen kann, dürfte es nur darum gehen, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen.
Topspiel in Duisburg Das Highlight des 15. Spieltags findet im Duisburger PCC-Stadion statt, wo der FCR 2001 Duisburg ab11 Uhr (live auf DFB-TV) den FC Bayern München empfängt. Der Einsatz von FCR-Spielführerin Inka Grings ist fraglich, die Stürmerin zog sich im Länderspiel gegen Nigeria unter der Woche eine Adduktorenzerrung zu. „Die Truppe weiß, worum es geht, ich bin sehr optimistisch für Sonntag“, so Grings. Dabei geht es um nichts Geringeres als den Anschluss an die Tabellenspitze. „Wir wissen alle, wie wichtig die nächsten Spiele sind“, sagt FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, die mit ihrer Mannschaft in der kommenden Woche zum Spitzenspiel beim 1. FFC Frankfurt antritt und sich bereits an diesem Wochenende eine gute Ausgangsposition erarbeiten will. Gegen München muss der FCR neben den Langzeitverletzten auch auf Torhüterin Ursula Holl (Muskelfaserriss) verzichten.
Jena gegen Hamburg Die Partie des FF USV Jena gegen den Hamburger SV findet am Sonntag um 13 Uhr auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld statt. Nach den wichtigen drei Punkten in der Vorwoche gegen die SG Essen-Schönebeck könnte der USV mit einem Sieg die Abstiegsränge verlassen. Aufgrund ihrer Gelbroten Karte im Spiel gegen die SGS ist Lisa Seiler gesperrt, auch der Einsatz von Torhüterin Jana Burmeister ist noch fraglich. Die Hamburgerinnen können dagegen wieder auf Kim Kulig zählen. Die Nationalspielerin nimmt seit Anfang der Woche wieder am Mannschaftstraining teil.
Die „Wölfinnen“ empfangen Leverkusen Bayer 04 Leverkusen reist am 15. Spieltag zum VfL Wolfsburg. Der Aufsteiger verbindet mit dem VfL durchaus positive Erinnerungen – gegen die mit internationalen Nationalspielerinnen gespickte Mannschaft gelang in der Hinrunde der erste Saisonsieg. Der 1. FC Saarbrücken empfängt die SG Essen-Schönebeck.