DFB-Team überrollt Nigeria
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat das Testspiel gegen einen schwachen Afrikameister Nigeria unerwartet deutlich gewonnen. Die Weichen für den Sieg wurden bereits in einer furiosen Auftaktphase mit drei Treffern in den ersten zehn Minuten gestellt.
Am Ende stand vor 8 100 Zuschauern in der Leverkusener BayArena ein überlegener 8:0 (5:0)-Sieg. Inka Grings (5./10.), Kerstin Garefrekes (9., 71., 79.), Birgit Prinz (19./42.) und Alexandra Popp (62.) erzielten die Treffer beim Kantersieg gegen den Gegner, dem es nach der gewonnenen Afrikameisterschaft offenkundig nicht gelang, die Spannung hoch zu halten.
Im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Australien veränderte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Startformation auf drei Positionen: Für Ursula Holl stand Nadine Angerer im Tor, Ariane Hingst und Verena Faißt kamen für Sonja Fuss und Kim Kulig von Beginn an zum Einsatz. Nigeria trat gegenüber dem 4:2-Sieg gegen Äquatorialguinea im Finale der Afrikameisterschaft auf einer Position verändert an, für Iroka Glory Chigere spielte Gladys Akpa. Nigeria bot zudem vier Spielerinnen des U20-WM-Finales in Bielefeld auf, Osinachi Ohale, Helen Ukaonu, Ebere Orji und Desire Oparanozie.
Grings eröffnet Torreigen Gleich mit der ersten Chane des Spiels ging Deutschland in Führung: Nach einem kraftvollen Antritt am linken Flügel flankte die überragende Prinz maßgerecht auf Grings, die den Ball mühelos per Kopf zur Führung ins Netz setzte (5.). Und im gleichen Atemzug ging es weiter, Garefrekes erhöhte mit einem Schuss aus elf Metern nach Vorarbeit Prinz auf 2:0 (9.), und Grings baute nur Sekunden später die Führung mit einem 25-Meter-Schuss aus , Nigerias Torhüterin Precious Dede stand zu weit vor ihrem Tor (10.).
Weitere Treffer der DFB-Elf Ein Freistoß von Ukaonu sorgte für erste Gefahr vor dem deutschen Tor, doch die nahezu unbeschäftigte Angerer lenkte den Ball mit einer Hand zur Ecke (12.). Fatmire Bajramaj hätte fast den vierten Treffer erzielt, doch Dede klärte per Fuß (14.). Die DFB-Elf drückte weiter mächtig aufs Tempo, Ohale konnte gerade noch klären (16.), doch zwei Minuten später lag der Ball erneut im nigerianischen Tor, Prinz drückte eine Vorlage von Garefrekes ins Netz (19.). Ulunma Jerome verschaffte ihrem Frust mit einem bösen Foul gegen Verena Faißt Luft, die Wolfsburgerin konnte aber zum Glück weiterspielen (21.). Bereits früh wechselte Neid ein erstes Mal. Grings, die ein Ziehen in der Leiste verspürte, machte zur Sicherheit Platz für ihre Vereinskollegin Alexandra Popp (24.).
Prinz stellt Pausenstand her Das Spiel beruhigte sich nun wenig, es dauerte zehn Minuten, ehe sich Deutschland die nächste Torchance erarbeitete, nach schöner Kombination von Prinz und Popp versuchte Garefrekes abzuschließen, Dede lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten (34.). Doch kurz darauf war es wieder soweit, Prinz traf problemlos aus neun Metern, mustergültig bedient von Garefrekes, die am rechten Flügel einen Fehler von Ohale ausnutzte (42.).
Popp macht halbes Dutzend voll Zur zweiten Halbzeit kamen Linda Bresonik für Simone Laudehr und Melanie Behringer für Bajramaj in die Partie, Prinz vergab aus sechs Metern die Chance, das halbe Dutzend voll zu machen (53.), Popp fand zunächst ihre Meisterin in Dede (54.), doch Minuten später machte sie es besser und erzielte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nach Pass von Behringer das 6:0 (62.).
Treffsichere Garefrekes Ariane Hingst hatte hingegen Pech und traf kurz darauf nur die Latte (65.). Mitte der zweiten Halbzeit kam Dzsenifer Marozsan für Prinz in die Partie, dem deutschen Spiel taten die Wechsel jedoch keinen Abbruch. Hingst hob den Ball mit einem weiten Schlag in den Strafraum, Garefrekes erzielte ihren zweiten Treffer (71.) und legte per Kopf den nächsten gleich nach (78.). In den Schlussminuten erhielten auch noch Josephine Henning für Saskia Bartusiak und Anja Mittag für Garefrekes Spielzeit. Die DFB-Elf drängte auf weitere Treffer, aber es blieb beim 8:0, Oparanozie vergab für den Gast kurz vor Schluss die Chance zum Ehrentreffer (90.).