Die Tops und Flops der Woche 46/2010
In dieser Woche stehen ein WM-Neuling, ein treffsicherer Joker und eine viel versprechende Kooperation genauso im Mittelpunkt wie eine versaute TV-Liveübertragung, ein überforderter Bundesligist sowie Informationsdefizite.
Vorteil Frankfurt Der 1. FFC Frankfurt hat durch den 4:1-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am 14. Spieltag nach mehr als zwei Jahren erstmals wieder die Tabellenspitze in der Bundesliga erobert. Für die Frankfurterinnen war es der elfte Sieg in Folge, der dem Team nun einen kleinen Vorteil im Kampf um die Meisterschaft verschafft hat. Doch schon in den nächsten beiden Spielen warten neue, schwere Herausforderungen: beim Auswärtsspiel gegen den SC 07 Bad Neuenahr und dem Heimspiel gegen den FCR 2001 Duisburg.
Joker Alex Morgan erlöst USA Im Playoff-Hinspiel zur Frauenfußball-WM 2011 sah es für die USA in Italien lange nach einer gefährlichen Nullnummer aus. Doch in der fünften Minute der Nachspielzeit erzielte die erst fünf Minuten vor Schluss eingewechselte Alex Morgan den Siegtreffer zum 1:0-Erfolg . Für die schnelle und mit 21 Jahren jüngste Spielerin im Team keine neue Erfahrung. Einen Monat zuvor bewahrte sie ihr Team beim 1:1 gegen China in den Schlussminuten vor der ersten Heimniederlage seit fünf Jahren, bei der U20-WM 2008 erzielte sie einen Treffer beim Finalsieg gegen Nordkorea.
Kolumbien fährt zur WM Mit dem Einzug ins Halbfinale der U20-WM in Deutschland hinterließ Kolumbien im Sommer ein Ausrufezeichen auf der internationalen Frauenfußball-Landkarte, jetzt legten die Cafeteras noch einen drauf, denn erstmals konnte sich die A-Nationalmannschaft für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Ingrid Vidal löste ihrem Team durch ihren Treffer beim 1:0-Sieg gegen Argentinien im Rahmen der Südamerika-Meisterschaft die Fahrkarte nach Deutschland.
Brigitte neuer Medienpartner der Nationalelf Wenige Monate vor der Frauenfußball-WM im eigenen Land hat die Nationalelf in der Zeitschrift Brigitte einen neuen Medienpartner im Bereich Frauenzeitschriften gewonnen. Mit einer umfangreichen Berichterstattung aus ungewöhnlichen und exklusiven Perspektiven soll die Vorfreude auf die WM erhöht werden. Die Kooperation beinhaltet auch eine umfassende Anzeigen-Kampagne in den Zeitschriften Brigitte, Brigitte Woman, Brigitte Balance, Gala, Stern und 11 Freunde sowie auf deren Webseiten. Das Thema Frauenfußball wird somit großflächig in den Köpfen der Leserinnen und Leser verankert.
HR steigt aus Topspiel-Übertragung aus Die Vorfreude bei den Fans auf das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FFC Turbine Potsdam war groß, nachdem HR und RBB Live-Übertragungen im Fernsehen angekündigt hatten. Doch die Freude schlug schnell in Ärger um, als beide Sender nach 15 Minuten in der ersten Halbzeit zur Ankunft von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel schalteten und erst Augenblicke vor der Pause zurückkehrten. Von der packenden ersten Halbzeit war somit kaum etwas zu sehen, die beiden Tore wurden nur als Konserve nachgereicht. Fußball-Frust statt Fußball-Lust.
Essen erneut im Abstiegsstrudel Eigentlich wollte die SG Essen-Schönebeck mit dem Abstiegskampf in dieser Saison nichts zu tun haben. Doch spätestens seit der 1:2-Heimniederlage gegen den FF USV Jena steckt man mittendrin. Auch unter dem neuen Trainer Markus Högner ist es nicht gelungen, die eigene Leistung zu stabilisieren, zu schwankend sind die Vorstellungen seiner Elf. An den nächsten beiden Spieltagen geht es beim 1. FC Saarbrücken und gegen Bayer 04 Leverkusen, zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Patzer darf sich Essen kaum noch erlauben, denn danach warten fast nur noch Spiele gegen stärkere Gegner.
Herford kann für 2. Liga planen Im selbst ernannten Endspiel im Abstiegskampf unterlag der Herforder SV dem VfL Wolfsburg sang- und klanglos mit 0:8 , nach einer ordentlichen ersten Halbzeit taumelte das Team in Halbzeit zwei bereits der zweiten Liga entgegen. Acht Spieltage vor Saisonende beträgt der Abstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz zwölf Punkte, das Abenteuer erste Liga dürfte sich bald erledigt haben. Im Fußball mag vieles möglich sein, doch an einen Klassenerhalt der Westfälinnen mag niemand mehr so recht glauben.
Peinlicher Fauxpas „Ich denke, für 2011 reichen noch 16 Teams. Der Frauenfußball entwickelt sich aber stetig weiter, man muss schauen, wie es in vier Jahren aussieht. Ich bin sicher: Es wird nicht mehr lange dauern, bis 24 Teams teilnehmen“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid unlängst im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger zu einer möglichen Aufstockung des WM-Teilnehmerfelds von derzeit 16 Teams. Dass die FIFA eine Vergrößerung des Teilnehmerfelds auf 24 Länder ab der WM 2015 bereits im Dezember 2009 beschlossen hat , war aber offenbar weder ihr, dem DFB noch der Nachrichtenagentur sid bekannt. Denn sie titelte unter Bezugnahme auf das Interview : „Neid fordert nach 2011 mehr WM-Teilnehmer“. Zahlreiche Tageszeitungen und auch die DFB-Website druckten die Meldung ab .