1. FFC Frankfurt: Das Imperium schlägt zurück

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Nach zwei mageren Jahren hat der 1. FFC Frankfurt erstmals wieder die Tabellenspitze der Bundesliga erklommen und sich mit dem klaren 4:1-Sieg gegen Meister 1. FFC Turbine Potsdam nicht nur neuen Respekt verschafft, sondern sich endgültig in der Beletage des deutschen Frauenfußballs zurückgemeldet.

„Das ist schon ein besonderer Moment“, freute sich Frankfurts Trainer Sven Kahlert, der sich aber der Euphorie des Moments nicht vollends hingeben wollte: „Abgerechnet wird nach 22 Spielen.“

Prinz und Garefrekes bärenstark
Denn trotz der starken Leistung seines Teams, in dem routinierte Spielerinnen wie Birgit Prinz oder die von einer Knieprellung wiedergenesene Kerstin Garefrekes den Spaß am Fußballspielen neu entdeckt haben und auch junge Kräfte wie U20-Weltmeisterin Dzsenifer Marozsan überzeugten, fiel der Sieg ein wenig zu hoch aus. Frankfurt hatte in den fünf Minuten vor der Pause eine kritische Phase zu überstehen und musste zufrieden sein, nicht mit einem Rückstand in die zweite Halbzeit zu gehen.

Frankfurt wackelt, aber fällt nicht
Nach dem Ausgleich von Nadine Keßler, die einen Fehler von Gina Lewandowski gnadenlos bestrafte, hatten sowohl Fatmire Bajramaj als auch Anja Mittag gegen kurzzeitig indisponierte Frankfurterinnen die Führung auf dem Fuß, doch beide ließen beste Chancen aus. „Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn wir mit einem 1:2 oder 1:3 in die Pause gegangen wären“, räumte Kahlert ein. Doch in der zweiten Halbzeit spielte Frankfurt seine ganze Routine und Klasse aus und ließ dem Gegner, allem voran dem gegnerischen Mittelfeld, auch dank großer physischer Präsenz nur wenig Luft zum Atmen.

Vom Jäger zum Gejagten
„Unser Team ist körperlich in einem guten Zustand“, so Kahlert. Gespannt sein darf man allerdings, wie der 1. FFC Frankfurt nun in den kommenden Wochen mental mit der neuen Situation umgeht. „Wir waren Jäger, doch jetzt sind wir die Gejagten.“ Begünstigt wurde der Frankfurter Erfolg auch durch einige fragwürdige taktische Maßnahmen auf Seiten des Meisters.

Torhüter-Rotation geht nach hinten los
So musste sich Turbine-Trainer Bernd Schröder zähneknirschend eingestehen, sich in der Wahl seiner Torhüterin an diesem Tag verzockt zu haben. „Schumann war unter der Woche im Training wesentlich besser“, versuchte der 68-Jährige zu rechtfertigen, warum er ihr überraschend den Vorzug vor Anna Felicitas Sarholz gegeben hatte. Doch er räumte ein: „Es sind Tore in einer Zone gefallen, wo Sarholz vielleicht gestanden hätte und sich andere nicht ran getraut hätten. Aber Schumann hat das Vertrauen gehabt, auch wenn es nicht so gelaufen ist.“ Das permanente Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel hat inzwischen bei beiden Torhüterinnen Spuren hinterlassen und wird auf Dauer wohl nicht den gewünschten Erfolg zeitigen.

Taktik geht nicht auf
Die Entscheidung, die nervenstarke Sarholz auf die Bank zu verbannen, erwies sich an diesem Nachmittag als Bumerang. Denn Schumann hielt zwar in der ersten Halbzeit einige Male glänzend, leistete sich aber neben anderen Schnitzern unter anderem den Fauxpas den Eckball zu unterlaufen, der zum vorentscheidenden 1:3 führte. Schwer nachzuvollziehen war auch, warum Bajramaj vom linken auf den rechten Flügel wechselte, obwohl sie in der Anfangsphase Frankfurts Außenverteidigerin Meike Weber schier schwindlig spielte. „Unsere Spielerinnen spielen nicht positionsgebunden“, versuchte Schröder die Rochade auf die andere Seite zu verteidigen.

Potsdam zu grün hinter den Ohren
Schröder gratulierte Frankfurt zum verdienten Sieg und erklärte: „Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele individuelle Fehler gemacht, die durch die routinierten Frankfurter Spielerinnen provoziert wurden, das muss man anerkennen. Daran sieht man, dass wir noch etwas grün sind. Wir haben uns zu weit zurückdrängen lassen und unser Mittelfeld war nicht mehr präsent genug.“ Doch eine Entscheidung in der Meisterschaft ist noch lange nicht gefallen. „Man hat gesehen, welches Potenzial beide Teams haben“, so Schröder.

FFC Frankfurt
Der 1. FFC Frankfurt bejubelt das 4:1. © Nora Kruse // ff-archiv.de

Dietrich: „Liga ist attraktiver geworden“
FFC-Manager Siegfried Dietrich durfte sich darüber freuen, dass sein Team durch den Sieg einer Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison einen gewaltigen Schritt nähergekommen ist. Und auch im Sinne der Liga zog er ein positives Fazit: „Die Bundesliga ist heute ein Stückchen spannender geworden. Es ist schön, dass da vorne auch noch zwei, drei andere Teams mitspielen, dadurch ist die Liga attraktiver geworden.“

Tore aus der Konserve kein Grund zum Ärgernis
Und er ließ sich auch nicht dadurch die Laune verderben, dass die Liveübertragung des Spitzenspiels durch Schaltungen zur Ankunft von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel unterbrochen wurde, die Tore der ersten Halbzeit gar nur als Konserve nachgereicht wurden. „Es ist ein Glück, dass sich der HR für diese Liveübertragung entschieden hat. Ich habe Verständnis für diese Entscheidung, es wird nicht jeden Tag jemand Weltmeister. Man wird trotzdem alle Emotionen des Spiels gesehen haben und ich denke, vielleicht hat auch mancher Formel-1-Fan Spaß am Frauenfußball gewonnen.“

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laasee
laasee

Premature joy?
The season continues…….and FCR are still dancing at the wedding!

timmy
timmy

„Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison einen gewaltigen Schritt nähergekommen“

Nun ja, nach wie vor 4 Punkte auf Platz 3. Schön wäre ja wenn unser CL Sieger in der Liga dritter wird. Dann gibts ja 3 CL Plätze.

Lucy
Lucy

Die Überschrift hört sich so an, als würde es gleich wieder Haue von den Turbine- und FCR- Fans geben 😉

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

@Markus
Jedem, so wie er´s verdient! 🙂
Bei der reißerischen Aufmache kann man sich ein Echo eigentlich nicht verkneifen. 😉
Wer am meisten an seinem Glück geschmiedet hat, wird sich am Saisonende, denn da wird abgerechnet, zeigen, und hat dann Mainhatten die Nase vorn, werden sie´s auch verdient haben und man kann nur noch (die Linke in der Tasche zur Faust geballt) gratulieren. 😀

Marcel
Marcel

@Markus

Wieso eigentlich von den Turbinen ? ,bei der Schlagzeile sind doch die Frankfurterinnen die bösen 😉

jeanwood
jeanwood

Tja wer ist denn jetzt Darth Vader und die dunkle Seite der Macht. Und wer Luke Skywalker und wer ist R2-D2 und Chewbacka? Fragen über Fragen

laasee
laasee

Inka ist „Buffy – the Vampire Slayer“.

Watch live on DFB-TV 5 Dezember.

Brentanobad will be trembling, SiDi will be crying (again), and all football fans will be singing and dancing to the Samba beat.

Webcam
Webcam

Bislang hätte Frankfurt die Meisterschaft jedenfalls verdient, ob Darth Vader oder nicht. Und ich traue es Duisburg in der ggw. Verfassung nicht zu, Frankfurt zu Hause zu besiegen.
In zwei Wochen sind wir klüger.

Jan
Jan

Na das ist doch mal ’ne Überschrift!! 🙂

tommy, so hab ich auch gedacht – aber pssst: Sonst wird’s nix mit dem 3. CL-Platz.

Ohne Duisburg wär die Meisterschaft wohl so gut wie entschieden. So bleibt’s noch etwas spannend.

jeanwood
jeanwood

@webcam
Hoffentlich denken ganz Frankfurt und auch der FFC so. Kann Duisburg nur recht sein. Keine Angst, wenn es drauf ankommt, ist der FCR da. Mal sehen, ob es reicht.
Aber man braucht auch eine gute Schiedsrichterin.

Detlef
Detlef

Ich muß zugeben, daß ich auch sehr überrascht war, das DESI im Tor stand!!! Aber Schröder sah beide Torfrauen unter der Woche mindestens 10mal im Training, und hat sich für die seiner Einschätzung nach Richtige entschieden!!! DESI hat sicherlich das 3:1 mit zu verantworten!!! Auch beim 1:0 kann man ihr eine Teilschuld geben, denn der Ball ist lange unterwegs, und sie hat das ganze Spiel vor sich!!! Ob FELIX da besser ausgesehen hätte, bleibt Spekulation!!! Bei diesen beiden Gegentoren haben aber auch andere TURBINEN Fehler gemacht!!! Das 2:1 geht auf BIANCAS Konto, und das 4:1 auf TABEAS!!! Hat sich Schröder… Weiterlesen »

Webcam
Webcam

@ !!!-Detlef:
Dass nur die mangelnde Chancenverwertung schuld ist, wenn TP in dieser Saison bislang weniger Tore geschossen hat als Neuenahr, WOB, FCR, von Frankfurt ganz zu schweigen … , glaube ich einfach nicht. TP hat Sand im Getriebe, und dass sie es jetzt bei einer recht hohen Niederlage zu spüren bekommen haben, wird nicht gerade für Stabilität sorgen.

@ „Keine Angst, wenn es drauf ankommt, ist der FCR da.“
Das glaube ich nicht, denn das ist schon seit längerem nicht mehr so. Ich sehe in Duisburg keinen Mentalitätswechsel.

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Na ja, Detlef, das mit dem Druck, der angeblich weg sein soll, ist so eine Sache. Druck ist nämlich immer da, egal ob man der Gejagte oder der Jäger ist. Vor diesem Spitzenspiel war man gezwungen jedes Spiel zu gewinnen und sich keinen Ausrutscher zu leisten, was ja leider nicht gelungen ist – das Polster schwand dahin. Jetzt sieht es ganz genauso aus, bloss das das Hoffen auf einen Ausrutscher der Hesseninnen hinzukommt. Schlussendlich meine ich, ist die Drucksituation grundsätzlich keine andere!

Ulf
Ulf

@ webcam
Als Anwesender beim Spiel in Hamburg sollte ich dann wohl von der Ausnahme zur sonstigen Mentaltät ausgehen,oder ?

laasee
laasee

@Detlef

Turbine have not found the form of last year.
The kantersieg CL games with Aland and Neulengbach did not give a proper test of how Turbine are.
On Sunday Frankfurt were better because they took their opportunities.
The big difference was that Birgit Prinz proved that she is a big game player but Lira Bajramaj is not yet at that level.

The Buli will be decided in February when Duisburg go to Potsdam. The winner of that game will be Deutsche Meister.

expert
expert

Markus, die Annalyse mit der Torfrau hoffe ich Schröder hat dies jetzt eingesehen. Zum Glück, Potsdam hat es noch nicht weh getan! Ich glaube von den sogenannten drei vorne werden noch einige Patzen gegen die sogenannte zweite Garnitur.Wir sollten nicht jedes Spiel immer TOPSPIEL nennen.( erst Nachher kann man sagen es war ein TOPSPIEL ) Potsdam hat doch von Hinten die Bälle nur nach Vorne geschlagen. während Frankfurt versucht hat zu spielen. Frankfurt war hoch motiviert, Beflügelt ( RB Vettel)Potsdam spielt wie gelähmt außer Mira, lies die Flügel bald hängen, besonders in der zweiten Halbzeit. Potsdam ist im Moment ohne… Weiterlesen »

laasee
laasee

@Markus I fully agree about rotation of goalkeepers being a problem. In mens football there have been previous examples of this. It just does not work. On Sunday Birgit Prinz showed that she is still capable of being a big game player. Lira Bajramaj showed that she still has not reached that level. That was the big difference. If Frankfurt are to win the Buli then they must avoid defeat against Duisburg on 5 December. If Frankfurt win that game then they will most certainly be champions, even a draw should be enough for them. If Frankfurt lose then the… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Markus, Schröder beurteilt seine Spielerinnen schon immer nach seinem persönlichen Eindruck beim Training!!! Es ist auch nicht das erste Mal, daß er sich dabei vertan hat Mit dieser „Strategie“ hat er aber all die Erfolge erzielt, die bei TURBINE auf dem Wimpel stehen!!! Die Situation Schmetz-Längert, sehe ich etwas anders als die Situation SCHUHMANN-SARHOLZ!!! Schmetz war immer die bessere Torhüterin bei den Bayern-Ladies!!! Bei TURBINE schwanken die Leistungen der beiden Torhüterinnen immer noch, was auch ihrer Jugend zuzuschreiben ist!!! FELIX ist für mich gefühlt nervenstärker als DESI!!! DESI wiederum ist wohl (nach Aussage von Heinrichs) die Fleißigere beim Training!!! Diese… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Markus, ich glaube Schröder hatte noch nie ein Problem damit, einer Spielerin deutlich ins Gesicht zu sagen, daß ihre Leistung nicht reicht!!! Einige Fakten mögen ja gegen DESI sprechen, aber der alte Trainerfuchs weiß, was er an ihr hat!!! Er hat ja auch nach dem Spiel in Herford, und wohl jetzt auch in Frankfurt, sehr klare Worte in der PK gefunden, wo er DESI klar als Problemfall darstellte!!! Wenn denn FELIX wirklich so viel besser wäre, würde DESI keine Chance mehr bekommen!!! (frage mal bei GAGA nach) Und ich glaube, daß diese Rotation auch mehr anstachelt, als verunsichert!!! Langfristig weiß… Weiterlesen »

Jan
Jan

Sicher: Bei 2 Aktionen, die zu Toren führten, hätte ein Torwart besser handeln können. Dennoch sollte man D.Schumann da nicht so viel Schuld zuschieben. Was wäre denn gewesen, wenn DESI eben jene 2 Tore verhindert hätte? Erstens hätte sich Turbine ob solch einer knappen Niederlage nur noch mehr geärgert. Zweitens wäre womöglich T.Kemme wegen des blöden verursachten Elfmeters eine große Schuld zugewiesen worden. – Nein! Da müssen sich schon alle Turbinen „an die eigene Nase fassen“. Und so klang’s ja auch in den Interviews B.Schröders u. L.Bajramajs heraus. Torwart-Rotation, od. Spieler-Rotation allg., finde ich übrigens gar nicht so verwerflich. Denn… Weiterlesen »