Frankfurt gewinnt Topspiel gegen Potsdam

Von am 21. November 2010 – 15.46 Uhr 41 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat durch einen klaren Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam die Tabellenführung in der Frauenfußball-Bundesliga übernommen. Zwei Treffer von Birgit Prinz ebneten den Weg zum verdienten Erfolg, der nur kurz vor der Pause auf der Kippe stand.

Die Frankfurterinnen setzten sich vor 3 960 Zuschauern am Brentanobad klar mit 4:1 (1:1) durch. Birgit Prinz (29., 60.), Kerstin Garefrekes (75.) und Conny Pohlers (85.) erzielten die Treffer für die Frankfurterinnen, Nadine Keßler traf für die Gäste (39.).

Die Partie begann zerfahren, Querschläger von Tabea Kemme und Saskia Bartusiak waren Beleg für die anfängliche Nervosität auf beiden Seiten. Ein Freistoß von Anja Mittag sorgte für die erste Torszene des Spiels, doch FFC-Torhüterin Nadine Angerer hielt sicher (13.). Nach Hereingabe von Meike Weber hatte Dzsenifer Marozsan die erste Chance für die Gastgeberinnen, doch sie traf den Ball nicht richtig (17.). Ein Schuss von Melanie Behringer ging über das Tor für nun immer besser ins Spiel findende Frankfurterinnen (19.).

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Frankfurt am Drücker
Nach einem schönen Steilpass von Prinz hatte Garefrekes die zunächst beste Chance des Spiels, doch ihr Drehschuss wurde sichere Beute von Turbine-Torhüterin Desiree Schumann, die überraschend für Anna Felicitas Sarholz im Tor stand (25.). Frankfurt gewann nun immer mehr Übergewicht und ging folgerichtig in Führung. Ariane Hingst setzte mit einem Querpass Melanie Behringer in Szene, deren Flanke Prinz nahezu unbedrängt per Kopf zum 1:0 ins Netz setzte (29.).

Jennifer Zietz, Sandra Smisek

Bissiger Zweikampf: Jennifer Zietz (li.) und Sandra Smisek ©Nora Kruse // ff-archiv.de

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Ausgleich durch Keßler
Die Partie wurde nun immer verbissener geführt, Frankfurt blieb am Drücker, doch wie aus dem Nichts gelang den Gästen der Ausgleich, als Keßler im Strafraum an den Ball kam und nicht lange fackelte (39.). Und nur Sekunden später ging Bajramaj nach Pass von Mittag alleine aufs Frankfurter Tor zu, schob den Ball aber knapp am Pfosten vorbei. Potsdam hatte gegen nun verunsicherte Gastgeberinnen weitere Chancen, doch Bajramaj scheiterte an Angerer (44.) und auch Mittag ließ eine gute Gelegenheit aus, nachdem sich Sara Thunebro verschätzt hatte (45.).

Prinz trifft erneut
Für den ersten Aufreger der zweiten Halbzeit sorgte Schumann, die bei einem Klärungsversuch Marozsan anschoss und Glück hatte, dass die Frankfurterin im Nachsetzen aus der Aktion kein Kapital schlagen konnte und nur das Außennetz traf (59.). Doch kurz darauf war es soweit: Prinz setzte sich im Strafraum kraftvoll durch und erzielte mit einem Drehschuss und ihrem 17. Saisontreffer die neuerliche Führung (60.). Und fast hätte Frankfurt nachgelegt, doch Marozsan schoss über das Tor (61.). Noch einmal hatte Frankfurt die Chance zur frühzeitigen Entscheidung, doch Schumann klärte per Fuß gegen Garefrekes (70.).

Entscheidung durch Garefrekes
Frankfurt war weiter im Vorwärtsgang und wurde belohnt, als Schumann nach einer Ecke von Prinz am Ball vorbeigriff und Garefrekes die Führung ausbaute (75.). Im direkten Gegenzug hatte die eingewechselte Yuki Nagasato die Chance zu verkürzen, doch Angerer ließ sich nicht überwinden (76.). Frankfurt ließ jetzt nichts mehr anbrennen und drängte auf einen vierten Treffer, Schumann klärte zweimal gegen Prinz (78. und Huth (80.). Nach einem Foul von Tabea Kemme an Prinz gab es Elfmeter, den die eingewechselte Pohlers sicher zum Endstand verwandelte (85.).

1. FFC Frankfurt – 1. FFC Turbine Potsdam 4:1 (1:1)

Frankfurt: Angerer – Weber, Bartusiak, Lewandowski, Thunebro – Garefrekes, Hingst, Marozsan (77. Huth), Behringer (63. Pohlers) – Prinz, Smisek

Potsdam: Schumann – Kemme, Peter, Henning – Schmidt, Odebrecht, Zietz, Kerschowski (65. Löwenberg) – Bajramaj, Keßler (71. Nagasato), Mittag

Tore: 1:0 Prinz (29.), 1:1 Keßler (39.), 2:1 Prinz (60.), 3:1 Garefrekes (75.), 4:1 Pohlers (85./Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Jaworek (Rötsweiler)

Gelbe Karten: Lewandoski – Odebrecht, Kemme, Mittag

Zuschauer: 3.960

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Spiel-Analyse:

    Frankfurt ggü. dem Sieg in Herford mit zwei Änderungen: Marozsan und die wiedergenesene Garefrekes für Landström und Huth. Bei den Gästen überraschte Trainer Schröder mit einem Wechsel auf der Torwartposition: Schumann erhielt diesmal den Vorzug vor Sarholz. Außerdem wurde Nagasato durch I.Kerschowski ersetzt.

    Beide Teams begannen offensiv, versuchten mit energischem Pressing, enormem Tempo und aggressivem Zweikampfverhalten die Gegenseite unter Druck zu setzen.
    Die Gastgeberinnen hatten dabei leichte spielerische Vorteile, arbeiteten sich aus einer gut gestaffelten Defensive geschickt nach vorn, vermochten ihre Feldüberlegenheit aber zunächst nicht in Torchancen umzusetzen. Den Gästen wiederum boten sich Konterchancen. Der ballführenden Spielerin fehlten dann aber häufig die Anspielstationen, weil zwischen Mittelfeld und Angriff eine zu große Lücke klaffte. Gefahr ging nur von Bajramaj aus, die Weber nicht in den Griff bekam.
    Nach einer knappen halben Stunde ging Frankfurt zwar verdient in Führung (Prinz, 28.), musste aber wenig später nach einer Fehlerkette in der Defensive den Ausgleich hinnehmen (Keßler, 39.) Es folgte die stärkste Phase der Turbinen, die nun eigentlich in Führung gehen mußten, doch Bajramaj versagte frei vor Angerer (40.) – eine der Schlüsselszenen dieser Partie!
    Nach dem Seitenwechsel übernahm der FFC wieder die Initiative und schnürte Potsdam phasenweise in der eigenen Hälfte ein. Garefrekes, Prinz und Marozsan wirbelten Potsdams Dreierkette, in der Kemme sich als Schwachpunkt erwies, durcheinander. Deutlich seltener als in den ersten 45 Minuten kamen die nun stärker in der Defensive beschäftigten Turbinen zu Konterangriffen. Folgerichtig fiel die erneute Frankfurter Führung durch Prinz (61.). Nachdem Garefrekes eine Prinz-Ecke zum 3-1 einköpfte (75., Schumann machte dabei keine gute Figur) und Nagasato im Gegenzug an Angerer scheiterte, war das Spiel gelaufen. Den Schlusspunkt setzte die eingewechselte Pohlers (86.) per Strafstoß (Kemme soll Prinz gefoult haben).

    Frankfurt gibt am nächsten Sonntag -erstmals in dieser Saison als Tabellenführer- seine Visitenkarte in Bad Neuenahr ab, die als Spitzenreiter entthronten Potsdamerinnen empfangen im Tabellenletzten Herford einen „Aufbaugegner“.

    FFC: Angerer (1,5) – Weber (4), Bartusiak (3), Lewandowski (3,5), Thunebro (3) – Smisek (3,5), Hingst (2,5) – Garefrekes (2), Behringer (2,5) – Marozsan (2,5), Prinz (1)

    64. Pohlers (-) für Behringer
    77. Huth (-) für Marozsan
    89. Landström (-) für Garefrekes

    TP: Schumann (4) – Kemme (4,5), Peter (2,5), Henning (2,5) – Schmidt (3), Odebrecht (3,5), Zietz (3,5), I.Kerschowski (3) – Mittag (3,5), Keßler (2), Bajramaj (3)

    65. Löwenberg (-) für I.Kerschowski
    69. Nagasato (-) für Keßler

    SR: Christina Jaworek (Rötsweiler), Note 4, entschied im Zweifelsfall für Frankfurt, die Elfmeterentscheidung war zumindest fragwürdig, ansonsten ohne größere Fehler.

    SdS: Birgit Prinz (1.FFC Frankfurt), präsentiert sich derzeit in bestechender Form, war an allen vier Toren ihrer Mannschaft maßgeblich beteiligt.

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