Experimente im Duell der Kontinentalmeister
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft trifft heute ab 18.30 Uhr (live im ZDF) auf Australien. „Wir wollen die Maßnahmen voll ausschöpfen und mit so vielen Spielerinnen arbeiten, wie es sinnvoll ist”, sagt Bundestrainerin Silvia Neid vor dem Duell der Kontinentalmeister, bei dem wieder viel ausprobiert werden dürfte.
22 Spielerinnen hat Neid in das Aufgebot für die Partie gegen den Asienmeister berufen, darunter die Neulinge Tabea Kemme und Verena Faißt .
Experimente in der Defensive Bereits in der Partie gegen Kanada hat die Bundestrainerin im vergangenen Monat Spielerinnen auf neuen Positionen getestet. Lena Goeßling hat gegen die Nordamerikanerinnen in der Innenverteidigung gespielt – eine Position, auf der man langfristig mit der Spielführerin des SC 07 Bad Neuenahr plane, so Neid damals. Doch nach weiteren Alternativen in der Defensive wird gesucht. Josephine Henning gab gegen Kanada ihr Länderspieldebut in der Abwehr, gegen Wolfsburg könnten Kemme und Faißt zu ihrem ersten Auftritt im DFB-Dress kommen. Die Auswahl an Spielerinnen ist groß, vor allem weil die erfahrene Ariane Hingst zuletzt ins Mittelfeld berufen wurde. Ausgeglichene Bilanz gegen Australien Dass man sich mit Australien einen starken Gegner eingeladen hat, zeigt auch ein Blick auf die Statistik. Die „Matildas“ sind eine der wenigen Mannschaften, gegen die Deutschland eine ausgeglichene Bilanz aufweist. Erst zweimal trafen beide Teams aufeinander. Bei den Olympischen Spielen 2000 siegte Deutschland mit 3:0, fünf Jahre später beim Vier-Nationen-Turnier in China musste die DFB-Elf eine 0:1-Niederlage einstecken.
Kontinuierliche Entwicklung Die australische Mannschaft, der die Bundestrainerin vor allem gute Offensivqualitäten zuschreibt, hat sich in den vergangenen Jahren gesteigert. Im Ozeanischen Fußballverband hatte die Elf von Trainer Tom Sermanni kaum Konkurrenz und schaffte die WM-Qualifikationen ohne große Mühe. Dann folgte der Wechsel zum Asiatischen Fußballverband – unter anderem auch, um mehr Spiele auf hohem Niveau bestreiten zu können. Die „Matildas“ haben sich gegen die starken Teams aus Nordkorea, Japan und China behaupten können. Mit dem Gewinn der Asienmeisterschaft in diesem Jahr war Australien die erste Mannschaft, die das Ticket für die Weltmeisterschaft 2011 in der Tasche hatte.
Lisa De Vanna fehlt Nach dem zweiten Platz beim Peace Cup ist der australische Trupp mit 15 Asienmeisterinnen nach Deutschland gereist, verzichten muss Trainer Sermanni allerdings auf Leistungsträgerin Lisa De Vanna. In den Vereinigten Staaten aktive Stürmerin muss verletzungsbedingt passen.
Die deutsche Offensive ist dagegen fit, mit U20-Weltmeisterin Dzsenifer Marozsán könnte eine weitere Nachwuchsspielerin zu ihrem Länderspieldebüt kommen. Schon gegen Kanada war die Stürmerin vom 1. FFC Frankfurt nominiert gewesen, kam jedoch nicht zum Einsatz.