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2010

Führungstrio auf Kurs, Verfolger straucheln

Der achte Spieltag der Frauenfußball- Bundesliga brachte eine ganze Reihe von Erkenntnissen. Das Führungstrio konnte sich durch die Erfolge ein wenig absetzen, die Verfolgergruppe um Bayern München, SC 07 Bad Neuenahr und VfL Wolfsburg ließ allesamt Federn. Und auch am Tabellenende verfestigen sich die Konturen.

Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam (5:0 gegen den FF USV Jena) und der 1. FFC Frankfurt (5:1 gegen Bayer 04 Leverkusen ) kamen zu ungefährdeten Heimsiegen und marschieren im Gleichschritt vorneweg, durch den wichtigen 2:0-Erfolg beim SC 07 Bad Neuenahr hielt der FCR 2001 Duisburg Anschluss. „Wir hangeln uns von Woche zu Woche“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg , die zwar eine zerfahrene Leistung ihrer Elf sah, welche aber zum richtigen Zeitpunkt in Führung ging und in Ursula Holl einen starken Rückhalt hatte.

Sonderlob für Wensing „In der jetzigen Situation zählt nur die Punkte zu holen“, so Voss-Tecklenburg, die vor allem die Leistung von Luisa Wensing hervorhob, die sich unter den Augen von Bundestrainerin Silvia Neid als Innenverteidigerin im Duell mit Célia Okoyino da Mbabi Pluspunkte verdiente auf einer Position, die sie sowohl von früher als auch aus der Nationalmannschaft kennt. „Sie ist momentan Gold wert für uns und gibt uns Stabilität“, so das Lob von Voss-Tecklenburg, die vor allem die Kontinuität in der Leistung ihres zweikampf- und kopfballstarken Schützlings erstaunt.

Bad Neuenahr zu grün hinter den Ohren Beim Gastgeber SC 07 Bad Neuenahr musste man sich nach den starken Auftritten bei den Auswärtsspielen gegen den 1. FFC Turbine Potsdam und beim VfL Wolfsburg eingestehen, gegen Duisburg nicht das volle Potenzial abgerufen zu haben. „Das war viel Krampf und Kampf“, so Trainer Thomas Obliers, dessen junge Mannschaft aber bereits gewaltige Fortschritte gemacht hat und auch gegen Duisburg einige gute Torchancen hatte, allen voran durch Nicole Rolser. „Wir arbeiten gut, man muss dem einfach noch etwas Zeit geben. Man kann nicht immer Leistung auf höchstem Level erwarten und die Erfahrung kommt, je mehr Spiele wir bestreiten.“

Bayern spielt zu spät auf Sieg Auch beim FC Bayern München musste man nach dem 1:1 gegen die SG Essen-Schönebeck anerkennen, dass die Trauben nicht in den Himmel wachsen. Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärte: „Wir sind nicht so aufgetreten, wie ich mir das vorstelle. Schon vor dem Ausgleich hatten wir eine schlechte Phase. Erst nach dem 1:1 versuchten wir auf Sieg zu spielen. Für die kommenden schweren Spiele in Hamburg und Wolfsburg und die Heimspiele gegen Gersten im Pokal und Frankfurt in der Liga müssen wir uns verbessern.“

Negativserie beim VfL Wolfsburg Und beim VfL Wolfsburg ist man gar gänzlich außer Tritt geraten, das 1:2 beim Hamburger SV war die dritte Niederlage in Folge, nachdem man zuvor in der Saison bereits Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam und den Tabellenzweiten 1. FFC Frankfurt bezwungen hatte. „Wir müssen weiter an uns glauben und uns ins Gewissen zurückrufen, dass wir in dieser Saison bereits zwei Große ärgern konnten. Damit haben wir gezeigt, dass wir das Zeug dazu haben und werden damit auch wieder auf die Erfolgsschiene zurückkehren“, erklärt Anna Blässe. Während sich zwischen dem Hamburger SV auf Platz 7 und Bayer 04 Leverkusen auf Platz 11 in einer Spanne von nur vier Punkten ein breites Mittelfeld tummelt, liegt der Herforder SV mit null Punkten und nun bereits acht Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz abgeschlagen am Tabellenende.

Herford vermisst Effizienz und Nervenstärke “Ich war noch nie nach einem Spiel so sprachlos”, musste sich Herfords Trainerin Tanja Schulte nach der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken eingestehen. Zum wiederholten Male verstanden es die Gastgeberinnen in dieser Saison nicht, Zählbares aus ihren vorhandenen Möglichkeiten zu machen, zum zweiten Mal verschoss man zu einem wichtigen Zeitpunkt einen Elfmeter. Zu allem Überfluss wird am kommenden Spieltag in Leverkusen auch noch Stürmerin Marie Pollmann fehlen, die sich in der Schlussphase binnen 90 Sekunden erst eine Gelbe und dann eine umstrittene Gelb-Rote Karte einfing. Kann man Effizienz und Nervenstärke nicht verbessern, könnte sich das Abenteuer 1. Bundesliga schnell erledigen.