Die Tops und Flops der Woche 38/2010
In der heutigen Ausgabe der Tops und Flops geht es um einen Meistertitel sowie einen Abstieg – darüber hinaus um viele Tore und wenig Zuschauer.
Rachel Brown ist bei der WM spielberechtigt Der Englische Fußballverband war mit seinem Protest bei der UEFA erfolgreich – Nationaltorhüterin Rachel Brown hat nach der Roten Karten im WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz keine Zwangspause zu befürchten. Drei Spiele Sperre hätte die Entscheidung der Schiedsrichterin eigentlich zur Folge gehabt. Sie hatte Brown wegen einer angeblichen Tätlichkeit vom Platz gestellt. Damit hätte Brown die gesamte Vorrunde bei der Weltmeisterschaft 2011 verpasst – wohl gleichbedeutend mit einem WM-Aus, denn die drei englischen Nationaltorhüterinnen sind auf ähnlichem Niveau, ein Wechsel im Tor nach einer Vorrunde wäre wohl unwahrscheinlich gewesen.
Gold Pride gewinnt den US-Titel Die zweite Saison der US-amerikanischen Profiliga ist mit dem Endspiel um den Meistertitel zwischen dem FC Gold Pride und Philadelphia Independence zu Ende gegangen. Gold Pride sicherte sich den Titel mit einem ungefährdeten 4:0-Sieg. Die Tore erzielten Christine Sinclair (2), Kandace Wilson und Marta.
Doreen Nabwire spielt in den Niederlanden Ein Jahr lang hatte Doreen Nabwire für den SV Werder Bremen gespielt , doch ihr Vertrag in der Hansestadt wurde nicht verlängert. Nun hat die 23-jährige Kenianerin ein Angebot aus der niederländischen Liga angenommen und heuert beim Erstligisten FC Zwolle an. Dort gab sie einen Einstand nach Maß: Gegen den FC Utrecht gelang ihr schon nach fünf Minuten das 1:0. Die Partie musste nach 26 Minuten wegen Unwetters beim Stand von 1:1 allerdings abgebrochen werden.
Safi Nyembo hält Leipzig im Rennen Im Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga Nord trennten sich der Hamburger SV II und Werder Bremen mit 1:1 – profitiert hat davon der 1. FC Lok Leipzig. Die Sächsinnen gewannen ihrerseits in Cloppenburg mit 4:1. Dreifache Torschützin war Safi Nyembo, die ihr Team schon nach sechs Minuten in Führung brachte. Nach einer Stunde fiel der Ausgleich für den Aufsteiger, doch ein Doppelschlag von Nyembo (67./86) brachte die Entscheidung. Marlene Ebermann gelang nur eine Minute später der Endstand. Mit noch einem Spiel in der Hinterhand läuft es für Leipzig momentan optimal, denn an der Tabellenspitze ist nur Bremen ein Konkurrent – Hamburg ist nicht aufstiegsberechtigt.
AIK ist nur noch zweitklassig Es ist der größte Sportverein in Schweden, doch im Frauenfußball ist AIK nur noch zweitklassig. Zwei Spieltage vor Saisonende steht der Abstieg des Clubs aus Solna (Stockholm) fest. Noch vor drei Jahren galt AIK als Mannschaft mit Meisterschaftsambitionen, und der internationale Kader konnte sich sehen lassen. Doch die Geldprobleme in der schwedischen Liga holten auch AIK ein, es folgte außerdem eine radikale Verjüngung des Kaders. Nach zwanzig Spieltagen hat das Team nur zehn Punkte auf dem Konto.
Herford kann auch in Jena nichts reißen Die Hoffnungen in Herford waren groß, nach dem schweren Auftaktprogramm beim FF USV Jena die ersten Punkte einfahren zu können. Schon vor Saisonbeginn hatte man optimistisch auf das Ligaprogramm ab dem siebten Spieltag geschaut. Dass die Mannschaft nach den sechs harten Partien zu Beginn eingespielt sein würde, konnte man vernehmen. Doch sechs Niederlagen in Folge (sowie das Aus im DFB-Pokal) kratzen am Selbstbewusstsein. Beim 1:2 in Jena hat der HSV nun eine große Möglichkeit verpasst, den Abstand auf die Nichtabstiegsplätze zu verringern – der beträgt mittlerweile schon sieben Punkte.
Frankfurt II (mal wieder) im Tabellenkeller Schon in der vergangenen Saison hatte die zweite Mannschaft des 1. FFC Frankfurt lange im Tabellenkeller gelegen, gelernt hat man daraus offensichtlich nicht. Nun setzte es am Wochenende eine 1:2-Niederlage beim Aufsteiger 1. FFC Recklinghausen, der die rote Laterne dadurch an die Hessinnen abgab. Die Reserveteams der anderen Erstligisten spielen in den Ligen eine gute Rolle – nur in Frankfurt schaut man schon das zweite Jahr in Folge etwas hinterher. Als das Erstligateam noch souverän an der Tabellenspitze gestanden hatte und nicht um die Champions-League-Qualifikation zittern musste, war das anders. Hat man die zweite Mannschaft bei den Bemühungen, die erste wieder zu alter Stärke zu führen, ein wenig aus den Augen verloren?
Heimspiele bei TeBe locken nicht Schon in der vergangenen Erstligasaison waren Heimspiele von TeBe Berlin alles andere als Publikumsmagneten, der Hauptstadtclub hatte den niedrigsten Zuschauerschnitt der Liga. In der Zweiten Bundesliga hat sich dieses Bild nicht geändert, auch jetzt liegen die Borussinnen mit zweistelligen Zuschauerzahlen am Ende der Beliebtheitsskala. Am Wochenende fanden gerade 38 Menschen den Weg ins Mommsenstadion. Eintrittskarten sind auch Einnahmen, und die könnte TeBe doch so gut gebrauchen. Leistungsmäßig nimmt TeBe den letzten Platz der Tabelle ein, doch selbst am anderen Ende, wo der Hamburger SV II so erfolgreich spielt, wie nie bisher, sieht der Schnitt ähnlich trist aus.