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2010

ÖFB-Frauenliga: Ohne Play-offs in die neue Saison

In der Schweizer Nationalliga A hat man zur neuen Saison 2010/11 Play-offs eingeführt , im Nachbarland Österreich geht man genau den umgekehrten Weg. Denn nach drei Saisons kehrt die höchste Spielklasse Österreichs wieder zum klassischen Modus zurück, wenn am Samstag, 7. August, die neue Saison beginnt.

Bisher wurden nach der Herbstsaison aus den Teams mit den Tabellenplätzen 1 bis 5 bzw. 6 bis 10 zwei Gruppen gebildet, die im Frühjahr mit den halbierten Punkten aus dem Herbstdurchgang und zusätzlichen Bonuspunkten das „Obere und Untere Play-off“ bestritten.

Entscheidung mehrheitlich begrüßt Die Mehrzahl der Trainer befürwortet diese Entscheidung. FC-Wacker-Innsbruck-Cheftrainer Robert Martini erklärt: „Mir gefällt der neue Modus wesentlich besser, er ist sportlich einfach gerechter und besser vermarktbar.“ Sogar Trainer der „schwächeren“ Teams, etwa Kleinmünchen-Trainer Andreas Gerard, meint: „Obwohl wir vom alten Modus profitieren würden, ist es für die Liga sicher sinnvoll, ohne diesen Modus zu spielen. Für die Beibehaltung des Play-off-Systems sprach sich hingegen Arnold Freiberger, Trainer des Sensationsaufsteigers FC Stattegg, aus: „Schade, ich denke, dass es für alle Mannschaften besser gewesen wäre, dieses System weiter zu behalten!“

Transfers: Exporte nach Deutschland Die spektakulärsten Wechsel betrafen den Herforder SV und zwei ÖFB-Ligisten: die ÖFB-Internationalen Laura Feiersinger (USK Hof), Marion Gröbner, Verena Aschauer (beide USC Landhaus) wechselten zum Herforder SV in die deutsche Frauenfußball-Bundesliga, im Gegenzug kehrte Isabelle Berger endgültig zum USC Landhaus zurück. Ebenso schloss sich Bayern-München- Küken Stephanie Schachner wieder ihrem Stammklub FC Stattegg an. ÖFB-Teamkapitänin Marlies Hanschitz verabschiedete sich aus Innsbruck und wird in der neuen Saison für den SK Kärnten spielen. Die Italo-Schweizerin Fabiana Pammeringer (Pulimeno), die bereits vor einige Jahren bei den LASK Ladies in Linz Regie führte, wechselt vom Ostschweizer Klub FC Staad nach Salzburg zum USK Hof.

Importe aus der Slowakei Neu in Österreichs höchster Spielklasse sind die slowakischen Nationalstürmerinnen Simona Gregorovicova und Denisa Stefanova (jeweils USC Landhaus) sowie Jana Roziakova (Slovan Bratislava) beim Serienmeister SV Neulengbach. Prominenteste Abgänge betreffen die Brasilianerin „Fabiana“, die aus dem Wienerwald in ihre Heimat zurückkehrt und Gabriele Fiedler, die Innsbruck mit unbekanntem Ziel verlässt. Weiterhin fehlen werden die ÖFB-Internationalen Melanie Fischer (Innsbruck) und Natascha Celouch mit langwierigen schweren Verletzungen.

Neulengbach erneut Favorit Nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Trainerin Olga Hutter leiten Sabine Brand und Maria Gstöttner als lizenzierte UEFA-B-Lizenz-Trainerinnen die Geschicke beim Abonnement-Meister SV Neulengbach. Für den Bereich Kondition, Fitness und Taktik konnte der prominente Sportwissenschaftler und ÖFB-U17-Trainer Dr. Johannes Uhlig gewonnen werden. Manager Direktor Bruno Mangl erklärt: „Unser Ziel ist das neunte Double in Folge und das Achtelfinale in der UEFA Womens Champions League.“

Zielsetzungen „Wir wollen die Jugend forcieren“, sind sich Hans Gröss (SK Kärnten), Robert Martini (Wacker Innsbruck) und Andreas Janota (USC Landhaus) einig, und „peilen Rang 2 oder 3“ (Gröss), „zumindest einen guten Mittelfeldplatz an“ (so Martini, Janota, Hans Enzinger (USK Hof) und Kerstin Weber (FC Südburgenland)). „Wir wollen uns in der Tabelle verbessern“, gibt Gerhard Vidovic (LUV Graz) nach einer sensationellen Aufholjagd im Frühjahr klar die Linie vor, „und uns im taktischen Bereich steigern sowie noch mehr Fußball –‚spielen‘“, ergänzt sein steirischer Kollege Arno Freiberger (FC Stattegg).

Traditionsklub Kleinmünchen „pünktlich“ wieder im Oberhaus „Den Klassenerhalt schaffen“ wollen Ardagger/Neustadtl und Union Kleinmünchen, wobei sich die Aufsteigerinnen aus der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz heuer als besonders „pünktlich“ erwiesen: Just im 30. Jahr der Vereinsgründung schafften sie nach dem bitteren Abstieg vor zwei Jahren wieder den Aufstieg in Österreichs Top-Liga. Im Entscheidungsspiel gewann der Traditionsclub (Achtfacher österreichischer Meister, sechsfacher Cupsieger, Supercupsieger) mit einem sensationellen 2:0 (2:0)- Auswärtserfolg beim favorisierten ASV Spratzern das Turnier der Zweitliga-Meister um den Aufstieg in die ÖFB-Frauenliga. Obendrein sorgte der Stammklub der früheren Bayern-München-Stars Gerti Stallinger und Nina Aigner mit dem Meistertitel der 2. Liga-Mitte-West, sowie den oberösterreichischen Pokalsiegen für einen ausreichend gedeckten „Gabentisch“ zum Jubiläum.