Die Turbinen fahren nach Madrid
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das Finale der Champions League erreicht. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel des rein deutschen Halbfinales gegen den FCR 2001 Duisburg siegte der Titelträger von 2005 in einem packenden Rückspiel erst nach Elfmeterschießen.
Für die Potsdamerinnen war es eine gelungene Revanche, nachdem man zuvor zweimal in Folge knapp gegen den FCR verloren hatte. Dessen Trainerin ließ ihre Mannschaft in Potsdam leicht verändert auflaufen. Neuzugang Kozue Ando übernahm Inka Grings‘ Position als Mittelstürmerin, Grings rückte dafür auf den rechten Flügel. Die normalerweise dort spielende Jennifer Oster nahm zunächst auf der Bank Platz.
Torlose erste Halbzeit „Unser Ziel muss es jetzt sein, mindestens ein Tor zu schießen – und zwar möglichst schnell“, so Voss-Tecklenburg vor der Begegnung. Aus diesem Vorhaben wurde jedoch nichts, die Mannschaften schienen sich zunächst eher zu belauern. Die Potsdamerinnen mussten kommen, wirkten auf dem Feld bemüht, doch die Duisburger Defensive stand sicher und konnte entschärfen, was das Potsdamer Sturmduo Anja Mittag und Fatmire Bajramaj auf das Tor brachte.
Die Potsdamerinnen fanden mit der Zeit besser ins Spiel. Nach 15 Minuten hatte Bajramaj nach Vorarbeit von Nadine Keßler und Viola Odebrecht die Führung für die „Turbinen“ auf dem Fuß, doch Annike Krahn konnte ihrer Nationalmannschaftskollegin den Ball ablaufen und klären. Die wirklich zwingende Torchancen blieben in der Folge allerdings aus, die Begegnung spielte sich in erster Linie im Mittelfeld ab, und so ging es mit dem 0:0 in die Halbzeitpause. Kemme köpft Potsdam in die Verlängerung Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte wechselte Potsdams Trainer Bernd Schröder Yuki Nagasato für Jessica Wich ein, bedeutungsvoller war jedoch der zweite Wechsel eine Viertelstunde später. Schröder schickte Tabea Kemme für Corinna Schröder auf den Platz – nur eine Minute später köpfte sie nach einer Ecke von Bajramaj das 1:0 für die Gastgeberinnen. Die Partie begann quasi wieder bei Null.
Die Duisburgerinnen schienen nach dem Gegentreffer etwas verunsichert, Potsdam übernahm mehr und mehr das Kommando. Für einen weiteren Treffer sollte es jedoch nicht reichen, und so bekamen die 4.522 Zuschauer nach 90 packenden Minuten auch noch eine Verlängerung geboten.
Entscheidung erst im Elfmeterschießen Obwohl Turbine in der Verlängerung die aktivere Mannschaft war und die Gäste zunehmend in die eigene Hälfte drängte, gelang auch in den dreißig Zusatzminuten kein weiteres Tor – die Entscheidung wurde auf das Elfmeterschießen vertagt, in dem die Potsdamerinnen das bessere Ende für sich hatten: 1:0 Zietz Grings verschießt 2:0 Mittag Bresonik verschießt 3:0 Peter 3:1 Wermelt Bajramaj verschießt Ioannidou verschießt
Das Endspiel der Champions League findet am 20. Mai in Madrid statt. Potsdams Gegner steht noch nicht fest, da das Rückspiel des zweiten Halbfinals zwischen Umeå IK und Olympique Lyonnais wegen der großräumigen Sperrung des europäischen Luftraums verschoben werden musste. Im Hinspiel siegte Lyon mit 3:2.
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