Frankfurt lässt nicht locker – Kulig stoppt Wolfsburger Miniserie
Bereits am vergangenen Mittwoch landeten in der Frauenfußball-Bundesliga die beiden Champions-League-Halbfinalisten FCR 2001 Duisburg ( 3:1 in Bad Neuenahr ) und 1. FFC Turbine Potsdam ( 7:0 gegen Jena ) standesgemäße Siege, am Sonntag wurde der 18. Spieltag mit vier Partien komplettiert. Während der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg nicht über Remis hinauskamen, wahrte der 1. FFC Frankfurt mit einem Sieg seine Chance auf die Teilnahme am internationalen Geschäft.
Die Frankfurterinnen hatten nur wenig Mühe, mit Dzsenifer Marozsan auf der Sechserposition und Birgit Prinz im Sturm die SG Essen-Schönebeck mit 4:0 (2:0) in die Schranken zu verweisen. Sara Thunebro (23.), Sandra Smisek (45.), Conny Pohlers (47.) und Kerstin Garefrekes (57.) erzielten die Treffer, so dass in Frankfurt das Thema Champions League für die kommende Saison noch lange nicht zu den Akten gelegt ist. Frankfurts Trainer Sven Kahlert meinte: „Ein Kompliment an die Mannschaft. Weil sie heute versucht hat, 90 Minuten lang Druck auszuüben und mit präzisen Bällen in die Spitze ständig für Gefahr sorgte.“ Gäste-Trainer Ralf Agolli meinte ernüchtert: “In der ersten Halbzeit haben wir noch taktisch gut gespielt, sehr diszipliniert. Doch im Endeffekt konnten wir froh sein, dass es trotz des guten kämpferischen Einsatzes nicht noch schlimmer kam.“
Wolfsburg verschenkt Zwei-Tore-Führung Der VfL Wolfsburg kam im Heimspiel gegen den Hamburger SV trotz einer 3:1-Führung am Ende nicht über ein 3:3 (0:1) hinaus. Kim Kulig hatte die Hanseatinnen per Foulelfmeter nach Foul von Navina Omilade an HSV-Stürmerin Ana-Maria Crnogorcevic früh in Führung gebracht (5.), doch nach der Pause schienen die Treffer von Rebecca Smith (49.), Zsanett Jakabfi (51.) und Melissa Wiik (57.) die Partie binnen weniger Minuten gedreht zu haben. Der verletzungsbedingte Wechsel von Eve Chandraratne (Innenbanddehnung im Knie) gegen Stephanie Ende nahm der Wolfsburger Defensive die Stabilität. Aferdita Kameraj (68.) nach Patzer von Torhüterin Alisa Vetterlein, die einen Freistoß abprallen ließ, und erneut Kulig (82.) bescherten dem HSV doch noch einen überraschenden Punktgewinn. „Der Wechsel war der Schlüssel für die gefühlte Niederlage“, ärgerte sich Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann über zwei verschenkte Punkte. „Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie gegen einen starken Gegner wieder ins Spiel zurückgefunden hat. Dieser eine Punkt wird uns weiter Auftrieb geben“, freute sich HSV-Trainer Achim Feifel.
Freiburg weiter auf dem Vormarsch Der SC Freiburg darf weiterhin vom Klassenerhalt träumen. Im Duell gegen den Tabellenletzten kamen die Freiburgerinnen zu einem glücklichen, aber verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen Tennis Borussia Berlin. Allerdings bedurfte es eines Eigentors von Franziska Liepack, um zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung zu gehen (47.), in der Schlussminute sorgte Verena Faißt nach Vorarbeit von Martina Moser für die Entscheidung (90.). Die Freiburgerinnen waren zwar von Beginn an die überlegene Mannschaft, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. In der zweiten Halbzeit geriet die Führung in Gefahr, doch die Freiburger Abwehr hielt stand. „Normalerweise müssten wir mit dieser Vielzahl an Torchancen das Spiel schon in der ersten Hälfte entschieden haben“, so Freiburgs Trainer Edgar Becker. TeBe-Trainer Thomas Grunenberg meinte: „Ich bin wahnsinnig enttäuscht, weil meine Mannschaft zu keiner Zeit das gezeigt hat, wozu sie eigentlich in der Lage ist. In der ersten Hälfte war das für mich fast Arbeitsverweigerung, dort haben wir das Spiel verloren.“
Bayern enttäuscht Vizemeister FC Bayern München kam beim 1. FFC Saarbrücken nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. “Das war zu wenig für unsere Ansprüche”, brachte es Trainer Günther Wörle auf den Punkt. „Zwar stand bei uns erneut hinten die Null, wie in drei von sechs Rückrundenspielen. Doch eigentlich wollten wir hier gewinnen. Daher haben wir heute unser Ziel verfehlt“, so der enttäuschte Wörle. Bereits am Mittwoch bietet sich im Nachholspiel bei Meister 1. FFC Turbine Potsdam die Gelegenheit, die Sache besser machen.