Kann Duisburg diesmal Potsdams Lauf stoppen?
Vorhang auf zum zweiten Frauenfußball-Gipfel: Im DFB-Pokal-Halbfinale empfängt UEFA-Pokal-Sieger FCR 2001 Duisburg am Ostersamstag um 13.00 Uhr (live auf WDR und RBB) Meister 1. FFC Turbine Potsdam. Nach dem 1:2 in der Frauenfußball-Bundesliga vor zehn Tagen wollen es die Duisburgerinnen bei der Neuauflage des Vorjahresfinales diesmal besser machen. Doch der Bundesliga-Spitzenreiter ist auch in Duisburg Favorit.
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg dürfte bei der Niederlage in Potsdam vor allem die Einfallslosigkeit missfallen haben, mit der ihr Team nach dem Platzverweis gegen Fatmire Bajramaj eine halbe Stunde lang in Überzahl agierte.
Aus Fehlern lernen „Wir müssen versuchen, aus den Fehlern im Meisterschaftsspiel zu lernen und vor allem auch die wenigen Torchancen zu nutzen, die Du gegen Potsdam bekommst.“ Sie glaubt : „Wenn wir das erste Tor erzielen, haben wir Vorteile. Wir dürfen Turbine nicht ins Spiel kommen lassen. Und vor allem müssen wir bei den Standards aufpassen.“ Doch ihrer Mannschaft ist ein wenig die Leichtigkeit und Spritzigkeit der vergangenen Saison abhanden kommen, in den vorigen Spielen tat sich die Elf zunehmend schwer, den Gegnern ihr eigenes Spiel aufzuzwingen, so gesehen bei der 0:2-Niederlage gegen den 1. FFC Frankfurt und auch bei der 1:2-Niederlage in Potsdam .
Zunehmender Kräfteverschleiss Keine gute Voraussetzung, wenn es erneut gegen eine Mannschaft geht, die von Erfolg zu Erfolg eilt und deren Selbstvertrauen durch Siege in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League ins Unermessliche gewachsen zu sein scheint. Die Dreifachbelastung ist an den Spielerinnen beider Teams nicht spurlos vorübergegangen und hat für erste Ermüdungserscheinungen gesorgt, doch die Erfolge verleihen den Turbine-Spielerinnen weiterhin kräftigen Rückenwind. Personell können derzeit beide Teams nicht ganz aus dem Vollen schöpfen. Gleich mehrere Duisburger Spielerinnen sind angeschlagen. Alexandra Popp (Adduktoren), Linda Bresonik (Achillessehne) und Eunice Beckmann (Wade) sollten aber rechtzeitig für das Topspiel wieder fit werden. Darüber hinaus war geplant, dass Marina Hegering nach ihrer Fersenverletzung mit einem Spezialschuh spielen kann, doch ihr Einsatz dürfte noch zu früh kommen.
Mit Ruhe und Gelassenheit zum Erfolg Turbine-Trainer Bernd Schröder stuft die Herausforderung beim zweiten Duell gegen die Duisburgerinnen noch größer ein. „Die Hürde ist wesentlich höher. Angeschlagene Gegner sind bekanntlich besonders gefährlich und der Heimvorteil spricht für Duisburg“, blickt er der Aufgabe mit dem gewohnten Understatement entgegen . Doch seine Spielerinnen sollen „ganz ruhig und gelassen“ zu Werke gehen, um am Ende erneut die Nase vorne zu haben und ins DFB-Pokal-Endspiel in Köln am 15. Mai einzuziehen. Dort hätte man gegen den Sieger der Partie FF USV Jena gegen SG Essen-Schönebeck beste Chancen auf den Titel.
Bajramaj-Einsatz fraglich Auch bei Turbine kämpft man derzeit jedoch mit personellen Problemen. Monique Kerschowski fällt nach ihrem Kreuzbandriss für längere Zeit aus , so dass Schröder im Mittelfeld eine Option weniger hat. Und auch der Einsatz von Fatmire Bajramaj ist nach einer Trainingsverletzung unter der Woche fraglich. Erst am Spieltag wird sich entscheiden, ob und wie lange die Ex-Duisburgerin spielen kann. Nadine Keßler kann nach ihrer Augenverletzung aber definitiv wieder mitmischen. Eine packende Auseinandersetzung ist garantiert!
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