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2010

Potsdam mit Effizienz auf Meisterkurs

Meister 1. FFC Turbine Potsdam ist in der Frauenfußball-Bundesliga auf dem besten Weg, seinen Titel zu verteidigen. Vor 1 765 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion kam das Team von Trainer Bernd Schröder zu einem knappen, aber verdienten Sieg gegen den FCR 2001 Duisburg. Nur der Platzverweis gegen Fatmire Bajramaj trübte ein wenig die gute Stimmung der Potsdamerinnen, die an diesem Abend das effizientere von zwei glanzlosen Teams waren.

Durch den 2:1 (2:0)-Sieg gegen den UEFA-Pokal-Sieger setzte sich Turbine mit zwei Punkten Vorsprung auf Duisburg an die Tabellenspitze, dank zweier Nachholspiele hat man die Chance, diesen auf komfortable acht Punkte auszubauen.

Ando zweite Sturmspitze Von Beginn an entwickelte sich eine hektische und zerfahrene Partie, in der Duisburg schneller die Nervosität ablegte und zunächst mehr vom Spiel hatte, vor dem Tor aber ideen- und gefahrlos blieb, da die Stürmerinnen Inka Grings und Kozue Ando vergeblich auf Impulse aus dem Mittelfeld warteten.

Darf man Turbine Potsdam bereits zur Meisterschaft gratulieren?

Duisburger starten besser Die beste Duisburger Chance machte Anna Felicitas Sarholz zunichte, die überraschend für Desiree Schumann das Turbine-Tor hütete. Sie reagierte bei einem Kopfball von Jennifer Oster glänzend (23.), nachdem Babett Peter im eigenen Fünfmeterraum über den Ball geschlagen hatte. Doch mit der ersten Chance gingen die Gastgeberinnen in Führung.

Führung durch Mittag Eine scharfe Hereingabe der starken Bajramaj fand im Strafraum in Anja Mittag eine dankbare Abnehmerin, die ließ gleich drei Duisburgerinnen alt aussehen und verwertete aus der Drehung zum 1:0 (28.). Mit der Führung im Rücken gewann das Potsdamer Spiel an Sicherheit, während die Duisburgerinnen durch den Rückstand geschockt schienen. Potsdam übernahm nun die Hoheit, gute Torchancen hatten aber auf beiden Seiten weiterhin Seltenheitswert.

Wich nutzt Duisburger Abwehrschwäche Oster kam bei einem Schrägschuss einem Treffer noch am nächsten (42.), doch jubeln durfte erneute Turbine. Bei einer Bajramaj-Ecke schlief die komplette Duisburger Hintermannschaft, Jessica Wich verwertete aus acht Metern zur etwas zu hoch ausgefallenen 2:0-Pausenführung (45.). Turbine startete besser in die zweiten 45 Minuten, den Gäste fehlte es weiter am nötigen Esprit und an den zündenden Ideen, um Turbine vor ernsthafte Probleme zu stellen.

Gelb-Rot gegen Bajramaj Erst als Bajramaj nach einer Unbeherrschtheit gegenüber Annike Krahn von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus die Gelbe Karte sah und nach einem Foul gegen Inka Grings kurz darauf mit der Gelb-Roten Karte vom Platz musste (60.) keimte beim UEFA-Pokal-Sieger noch einmal Hoffnung auf. Doch auch aus der personellen Überlegenheit konnte man zu lange kein Kapital schlagen.

Sarholz hält Sieg fest Erst der eingewechselten Eunice Beckmann gelang spät mit einer schönen Einzelleistung per Grätsche der Anschlusstreffer (90.). Duisburg versuchte noch einmal alles, doch Sarholz behielt nach einer Ecke in den Schlusssekunden die Ruhe und hielt aus kurzer Distanz gegen Inka Grings den verdienten Sieg fest.

Titelkampf noch nicht entschieden Turbine-Trainer Bernd Schröder meinte: „Unser Sieg ist sicher etwas glücklich, aber immerhin haben wir auch mit nur zehn Spielerinnen nicht nachgelassen.“ Sarholz erklärte: „Das war für schon aufregend, heute zu spielen, Duisburg ist nicht irgendwer, aber ich bin froh über das Vertrauen des Trainers. Der Titelkampf ist aber erst entschieden, wenn die Saison vorbei ist.“

Voss-Tecklenburg: Vorentscheidung in der Meisterschaft Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg stand nach der Partie die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Wir haben bis zum Gegentor Potsdam im Griff gehabt und das Spiel bestimmt, haben aber auch unsere Chancen nicht genutzt. Für Potsdam war das natürlich eine Vorentscheidung um den Titel. Wir haben aber positive Dinge gesehen und Charakter gezeigt, nächstes Mal müssen wir ein paar kleine Fehler weniger machen.“