DFB-Team in starker Frühform
Im Auftaktspiel des Frauenfußball-Jahres 2010 überzeugte die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft beim 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Asienmeister Nordkorea im Vergleich zu den Vorjahren mit guter Frühform. Birgit Prinz versprühte in ihrem 200. Länderspiel Spielfreude, alle Spielerinnen präsentierten sich in ausgezeichneter körperlicher Verfassung und gleich zwei Neulinge kamen zu ihrem Nationalmannschaftsdebüt.
Von Beginn an setzte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid auch ohne die fehlenden Inka Grings und Annike Krahn mit schnellen Vorstößen über die Flügel den Gegner unter Druck, Melanie Behringer und Fatmire Bajramaj bereiten der Defensive der Asiatinnen ein ums andere Mal Kopfzerbrechen.
Drei Kopfballtore Der Asienmeister wirkte bei hohen Bällen in den Strafraum überfordert, so dass Fatmire Bajramaj (21.), Simone Laudehr (30.) und die eingewechselte Célia Okoyino da Mbabi (50.) jeweils per Kopf aus nahezu identischer Position wenige Meter vor dem Tor Treffer erzielen konnten. Bundestrainerin Neid war mit der Leistung ihrer Schützlinge „ganz zufrieden“, lobte die Defensive, räumte aber „Probleme im Aufbau“ ein. „Alle haben engagiert und leidenschaftlich gespielt“, so das positive Gesamtfazit.
Wenig Mühe Die deutschen Spielerinnen hatten anders als in den beiden Spielen zuvor gegen die Nordkoreanerinnen bei der WM 2007 und den Olympischen Spielen 2008 diesmal nur wenig Mühe mit dem Gegner. „Wir waren körperlich überlegen, die Flanken kamen gut“, so Prinz. Und auch die Einwechslungen in der zweiten Halbzeit – Lena Goeßling, Kerstin Garefrekes, Célia Okoyino da Mbabi, Alexandra Popp und Martina Müller – taten dem Spiel-Rhythmus nur wenig Abbruch.
Alexandra Popp (l.) debütierte im Nationaldress.
Angerer verletzt, geringe Zuschauerzahl Doch es gab auch zwei Wermutstropfen: Torhüterin Nadine Angerer musste bereits nach 17 Minuten mit einer klaffenden Platzwunde am Schienbein vom Feld, die genäht werden musste. Ihr Einsatz beim Algarve Cup dürfte somit in Gefahr sein. Und auch das Zuschauerinteresse war so gering, wie schon lange nicht mehr. Gerade einmal 9 570 Zuschauer verloren sich in der MSV-Arena. Im Vorjahr hatten den Saisonauftakt gegen China in Bielefeld noch mehr als 17 000 Zuschauer verfolgt.
Debüt für Weiß und Popp Bedingt durch die Angerer-Verletzung kam Lisa Weiß, Torhüterin der SG Essen-Schönebeck, überraschend zu ihrem ersten Einsatz im Nationaldress. Sie verrichtete ihre Arbeit gut und souverän, verlebte aber gegen eher harmlose Asiatinnen einen recht geruhsamen Nachmittag. Auch Alexandra Popp feierte ihr Debüt, am linken Flügel durfte sie 20 Minuten lang Nationalmannschaftsluft schnuppern. „Es war sehr aufregend“, konstatierte Popp hinterher. „Es ist sehr schön, wenn man seine Chance bekommt.“
Guter Fitnesszustand Auffällig war der gute Fitnesszustand aller deutschen Spielerinnen, obwohl der Spielbetrieb in der Bundesliga aufgrund des strengen Winters noch ruht. Neids Manöverkritik aus dem Vorjahr nach dem mäßigen Abschneiden beim Algarve Cup scheint Früchte getragen zu haben. Denn offenbar haben die Nationalspielerinnen die Zügel über die Winterpause diesmal nicht allzu sehr schleifen lassen und sind Neids Forderung nach mehr Eigenverantwortung nachgekommen. Denn im Jahr vor der WM im eigenen Land will man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, nicht hart genug zu arbeiten.
Keine Bilder vom Algarve Cup Und so darf man wohl ein wenig hoffnungsfroher als in den vergangenen Jahren in den Süden Portugals schauen, wo die DFB-Elf vom 24. Februar bis 3. März in den Gruppenspielen auf Dänemark, Finnland und China treffen wird. Leider wird es in diesem Jahr keine Bewegtbilder vom Turnier geben, da sowohl die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF als auch Eurosport nicht zuletzt wegen des umfangreichen Olympia-Programms auf eine Übertragung verzichten.
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