Potsdam gewinnt Prestigeduell

Von am 19. Dezember 2009 – 16.10 Uhr 28 Kommentare

Nach dem 4:1-Erfolg in der Bundesliga hat sich der 1. FFC Turbine Potsdam auch im DFB-Pokal gegen den 1. FFC Frankfurt behaupten können. Mit einem klaren, und auch in dieser Höhe verdienten, 3:0-Sieg warfen die „Turbinen“ Frankfurt aus dem Wettbewerb und zogen ins Halbfinale ein. Lediglich zwei Torchancen erspielten sich die Hessinnen, während auf der Seite der Gastgeberinnen eine überragende Fatmire Bajramaj ihre Mannschaft nach vorne trieb.

Ein Pfostenschuss von Conny Pohlers in der siebten Minute war die erste und einzige Möglichkeit der Frankfurterinnen in der ersten Halbzeit, im Anschluss spielte nahezu ausschließlich die junge Potsdamer Mannschaft – und schon nach neun Minuten hieß es 1:0. Nach einem Fehler von Alexandra Krieger enteilte Bajramaj der US-Amerikanerin, kam frei zum Schuss und ließ Nadine Angerer im Frankfurter Tor keine Chance.

Umgestellte Frankfurter Defensive weiter unsicher
Die Potsdamerinnen wirkten in der Folgezeit agiler, beweglicher und schneller. War Frankfurt in Ballbesitz, wurde seitens der Gastgeberinnen schnell Überzahl hergestellt, und so erspielten sich die Gäste keinerlei weitere Chancen aus dem Spiel heraus. Aber auch mit Standardsituationen konnte Frankfurt für keine Gefahr sorgen.

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Kaum eine Aktion der Gäste wirkte souverän, insbesondere die Defensive gab einmal mehr keine gute Figur ab. Trainer Sven Kahlert hatte den Problemverbund umgestellt, ließ Neuzugang Sara Thunebro auf der Bank, berief Kerstin Garefrekes auf die rechte Abwehrseite und stellte auch Krieger defensiver auf. Die US-Amerikanerin hatte jedoch insbesondere in der ersten Halbzeit große Probleme mit der flinken und laufstarken Bajramaj.

Sarah Günther sieht Gelbrot
Die „Turbinen“ hatten in der ersten Hälfte weitere Tormöglichkeiten. In der 35. Minute enteilte Bajramaj einmal mehr der Frankfurter Abwehr, scheiterte jedoch an einer Glanzparade von Angerer. Frankfurt fand kein Mittel gegen die Gastgeberinnen, spielte zu viel „klein, klein“. Scheinbar im Stadium dieser Verzweiflung handelte sich Sarah Günther eine Gelbe Karte ein, als sie zunächst ein unnötiges Handspiel begang und den darauf fälligen Freistoß blockierte. Die berechtigte Gelbe Karte bekam in der zweiten Halbzeit erst Brisanz, als Günther nach einem Foul an Anja Mittag zum zweiten Mal den gelben Karton sah und völlig zurecht vom Feld musste, was auch Trainer Kahlert eingestand.

Die Karte war folgenschwer. Frankfurt kam nach gut sechzig Minuten besser ins Spiel, verlagerte die Partie zunehmend in die Potsdamer Hälfte – war dadurch jedoch extrem anfällig bei Kontern, was die Gastgeberinnen eiskalt ausnutzten. Denn obwohl die Hessinnen engagierter spielten, verbuchte Potsdam weiterhin die größeren Chancen. Ein platzierter Schuss von Garefrekes in der 61. Minute, den Desirée Schumann mit einer Glanztat parierte, blieb die einzige Möglichkeit in der zweiten Halbzeit.

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Potsdamer Konter rollen
Ganz anders der amtierende Deutsche Meister: Über Bajramaj liefen die Konter, nach 79 Minuten auch erfolgreich. Günther fehlte der Gäste-Defensive, die weder das Zuspiel Bajramajs auf Nadine Keßler, noch deren Sololauf, verhindern konnte. Es stand 2:0. „Das war der Knackpunkt für Frankfurt“, bilanzierte Turbine-Trainer Bernd Schröder und Kahlert sah in diesem Treffer „die Entscheidung“.

Doch die Potsdamerinnen legten bei minus zwölf Grad und schneebedecktem Spielfeld weiter nach. In der 85. Minute hängte Mittag Saskia Bartusiak und Garefrekes ab. Der Ball traf nach ihrem platzierten Schuss zunächst den Innenpfosten und sprang von dort ins Tor.

Am Ende stand ein verdienter Sieg der Potsdamerinnen, der Frankfurt einmal mehr aufgezeigt hat, derzeit nicht gegen die Ligaspitze gewinnen zu können. Mit einer solchen Spielweise wird es auch im kommenden Jahr in der Bundesliga schwer werden, zum Spitzenduo Potsdam und FCR 2001 Duisburg aufzuschließen, um eine Chance auf die Champions-League-Teilnahme zu haben. Auf Potsdamer Seite blickte man dagegen ausschließlich in strahlende Gesichter:  „Gegen Frankfurt zu gewinnen, ist immer etwas ganz Besonderes“, so Mittag.

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