Torfestival im rheinischen Derby

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Das Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga Süd zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln wurde den großen Erwartungen gerecht. Über Tausend Zuschauer fanden den Weg ins Stadion und bekamen ein regelrechtes Torfestival zu sehen. Mit 4:4 trennten sich die rheinischen Rivalen. Immer wieder hatten die Leverkusenerinnen in Führung gelegen, doch selbst einen Zwei-Tore-Vorsprung konnten sie nicht über die Zeit bringen.

Es war das erste Rhein-Derby im Frauenfußball, doch die Mannschaften kennen sich gut. Drei Spielerinnen wechselten vor der Saison aus Leverkusen nach Köln, und auch, als die Vereine noch unter TuS Köln rrh. beziehungsweise FFC Brauweiler Pulheim firmierten, standen sie sich in der Zweiten Bundesliga gegenüber. Doch die Vorzeichen haben sich geändert: Damals waren beide nur Mittelmaß gewesen, Brauweiler gar von der Insolvenz bedroht, gestern trafen sie als die heißesten Aufstiegskandidaten aufeinander.

Bayer geht früh in Führung
Es entspreche nicht dem Naturell ihrer Spielerinnen, defensiv in die Partie zu gehen, hatte Leverkusens Trainerin Doreen Meier noch am Vortag gesagt. Und obwohl die Kölnerinnen durch ihren Drei-Punkte-Rückstand auf den Erzrivalen unter Zugzwang waren, gingen die Leverkusenerinnen schon nach 18 Minuten durch Lisa Schwab in Führung. Lange hielt der Bayer-Vorsprung jedoch nicht, Bilgin Defterli erzielte noch vor der Pause den Ausgleich für den FC. Ein Szenario, das sich noch mehrfach wiederholen sollte.

Obwohl Kölns bislang erfolgreichste Stürmerin noch am Donnerstag mit der türkischen Nationalmannschaft in Izmir gegen England gespielt und über neunzig Minuten auf dem Platz gestanden hatte, hielt Defterli den FC auch in der zweiten Halbzeit im Spiel. Bayer ging in der 54. Minute erneut durch Schwab in Führung, doch die Türkin schaffte nur zwei Minuten später abermals den Ausgleich.

Drei Mal gelang Lisa Schwab der Führungstreffer. Die U23-Nationalspielerin war die erfolgreichse Torschützin der Partie.
Drei Mal gelang Lisa Schwab der Führungstreffer. Die U23-Nationalspielerin war die erfolgreichse Torschützin der Partie.

Kölner Moral stimmt
Schwab erhöhte kurzerhand auf 3:2 in Führung, Lynn Mester gar auf 4:2 – doch die Treffer gaben dem Spiel der Werkself keine Sicherheit. Im Gegenteil:  „Nach dem 4:2 haben wir das Spiel völlig aus der Hand gegeben, waren plötzlich ungewohnt nervös und haben Stellungsfehler gemacht, die ich so diese Saison noch nie gesehen habe. Eine Spitzenmannschaft wie Köln lässt sich da natürlich nicht zweimal bitten“, haderte Meier nach dem Spiel mit den letzten 25 Minuten.

„Ich muss meinem Team ein großes Kompliment machen, dass es diese häufigen Rückstände so weggesteckt hat. Diese Moral spricht absolut für die Mannschaft“, lobte FC-Trainer Klaus Schmischke seine Elf nach der Partie. Es waren die erfahrenen Bundesligaspielerinnen Nicole Bender (73.) sowie Weltmeisterin Sonja Fuss (81.), die am Ende für das Unentschieden am Kurtekotten sorgten.

„Werbung für den Frauenfußball“
1.250 Zuschauer kamen trotz der späten Anstoßzeit (20 Uhr) ins Stadion. „Eine sensationelle Kulisse“, fand Meier, die sich sicher war, dass beide Teams Werbung für den Frauenfußball betrieben hatten. Friedlich blieb es auch, von den gefürchteten Hooligans keine Spur. Wegen einer möglichen Bedrohung hatte man das Spiel von Sonntag auf den Freitagabend vorgezogen, mit Hooligans habe das für Meier jedoch nichts zu tun gehabt. „Es war ein rein logistisches Problem“, so die Trainerin vor der Partie. Durch das Spiel der Profis wären die Parkplätze gesperrt gewesen, die Ausweichanlage am Kurtekotten in Beschlag der Juniorenmannschaften. Erst die Polizei habe das Spiel als Risikospiel eingestuft und eine Empfehlung zur Verlegung gegeben.

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Ach so, die Spielverlegung war aus logistischen Gründen erforderlich??? Wahrer Grund für die Spielverlegung – so wird gemunkelt – war die Befürchtung der Leverkusener, dass die Kölner Fans am Sonntag in der Überzahl gewesen wären (Heimspiel in Leverkusen sozusagen). Da die FC-Männer Freitagabend gespielt haben konnte man bei zeitgleicher Spielansetzung der Frauenpartie einen Zulauf der Kölner Fans eindämmen. Der Wunsch der Kölner Verantwortlichen, das Spiel doch auf den Samstag zu legen oder Sonntag zu einer anderen Uhrzeit zu spielen, wurde abgelehnt. Ganz aufgegangen ist die Rechnung jedoch nicht, mindestens die Hälfte der Zuschauer kamen aus Köln und haben das FC-Team… Weiterlesen »