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2009

Die Tops und Flops der vergangenen Woche

Die vergangene Woche bot wieder reichlich Positives und Negatives. Im Mittelpunkt unserer Betrachtungen stehen diesmal ein glanzvolles Comeback und eine großartige Zuschauerkulisse, aber auch geplatzte Träume, harte Kritik und ein spannungsraubender Pokal-Modus.

  1. Überragende Pohlers Mehr als ein Jahr konnte Conny Pohlers, Stürmerin beim 1. FFC Frankfurt, wegen einer langwierigen Verletzung nicht Fußball spielen. Doch nur wenige Wochen nach ihrem Comeback präsentiert sich Pohlers schon wieder in starker Verfassung. Beim 6:0-Sieg gegen den SC Freiburg im DFB-Pokal-Achtelfinale hatte sie mit drei Treffern maßgeblichen Anteil am Erfolg. Beim normalerweise langen Weg zurück an die Spitze scheint die 31-Jährige eine Abkürzung zu nehmen.

  2. Pokalduell als Zuschauermagnet Die 0:2-Niederlage von Zweitligist Bayer 04 Leverkusen gegen UEFA-Pokal-Sieger FCR 2001 Duisburg war standesgemäß, der Zuschauerzuspruch in der BayArena jedoch außergewöhnlich. 3 000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion, so viele, wie in dieser Saison noch kein Frauenfußball-Erstligist zu einem Heimspiel empfangen durfte. “Es war die absolut richtige Entscheidung, dieses Spiel in die BayArena zu verlegen”, freute sich Bayer-04-Kommunikationschef Meinolf Sprink. “Das war wirklich gelungene Werbung für den Frauenfußball.”

  3. Müller nutzt Gunst der Stunde Beim 4:0-Heimsieg gegen den FC Bayern München hatte Martina Müller, Stürmerin beim VfL Wolfsburg, bereits zweimal ins Schwarze getroffen. Doch alle Warnungen von Bayern-Trainer Günther Wörle halfen nichts. Beim 3:1-Erfolg der Niedersachsen gegen die müden Bayern im DFB-Pokal-Achtelfinale gelangen der Nationalspielerin gar drei Tore. „Ich habe noch nie eine bessere Martina Müller gesehen. Sie war früher schon gut, aber von den Bayern war sie nicht zu bremsen“, so Wolfsburgs Sportdirektor Bernd Huneke.

  4. Abschiedsspiel für Stegemann Ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat die 191-fache Nationalspielerin Kerstin Stegemann bereits nach der Europameisterschaft in Finnland erklärt. Am Ende der Saison soll dann auch mit dem Vereinsfußball beim FSV Gütersloh 2009 Schluss sein. Grund genug, die lange und überaus erfolgreiche Karriere mit einem Abschiedsspiel abzuschließen. Am 5. Juni 2010 bittet „Stege“ nach Hauenhorst , einen Vorort von Rheine, wo es ein Wiedersehen mit aktuellen und ehemaligen Nationalspielerinnen geben wird.

  5. Online-Befragung gestartet Welches Potenzial hat der Mädchen- und Frauenfußball? Dieser Frage will jetzt ein Forschungsteam der Universität Heidelberg auf den Grund gehen. Von November bis Januar soll der Markt für Mädchen- und Frauenfußball näher erforscht werden . Es sollen die Interessen sowie Meinungen zum Angebot im Bereich Medien, Fan- und Sportartikel im Mädchen- und Frauenfußball abgefragt werden. Aktive Spielerinnen sowie Fans können an der Online-Befragung teilnehmen. Ergebnisse gibt es dann im Frühjahr 2010.

  6. Bayerns zerplatzte Träume Binnen vier Tagen sind die Pokalträume von Vizemeister FC Bayern München zerplatzt. Erst kam beim 0:1 das Aus in der UEFA Women’s Champions League gegen Montpellier Hérault SC, danach versetzte der VfL Wolfsburg den Münchnerinnen den K.o. im DFB-Pokal. In der Bundesliga haben die Bayern bereits sechs Punkte Rückstand auf Tabellenführer FCR 2001 Duisburg. “Unser Substanzverlust nach 5 Spielen in 15 Tagen war einfach zu groß”, so Bayern-Trainer Günther Wörle. In der Bundesliga darf sich das Team bis zur Winterpause nun keine Patzer mehr leisten, will man sich nicht frühzeitig als Titelkandidat verabschieden.

  7. Freiburg im freien Fall In der Frauenfußball-Bundesliga steht der SC Freiburg nach acht Spielen mit dem Rücken zur Wand. Acht Spiele, null Punkte und 1:24-Tore. Doch wer gedacht hat, das Team könnte sich möglicherweise im Pokal ein wenig freischwimmen, sah sich getäuscht. Beim 1. FFC Frankfurt setzte es eine 0:6-Klatsche. „Nach dem ersten Gegentor sind bei uns alle Dämme gebrochen, wir waren eigentlich gar nicht mehr existent”, so Trainer Günter Rommel. Sollte das Team aus dem Breisgau nicht bald die Kurve kriegen, dürfte der Weg direkt in die zweite Liga führen.

  8. Überzogene Kritik 7:0 führte Meister 1. FFC Turbine Potsdam gegen Zweitligist Holstein Kiel im DFB-Pokal-Achtelfinale bereits nach 38 Minuten. Nur zu verständlich, dass die Spielerinnen mit der klaren Führung im Rücken einen Gang zurückschalteten und die Konzentration nachließ. Dennoch holte Turbine-Trainer Bernd Schröder nach dem Spiel die Verbalkeule raus. „Fußball ist Leidenschaft, ist Emotion. Wir spielen auch für die Zuschauer. Wer Eintritt bezahlt, muss auch eine ordentliche Leistung sehen können, aber wir sind eingeschlafen in der 2. Halbzeit. Ohne unsere erste Elf reicht es für die zweite Reihe nicht, das muss ich ganz ehrlich sagen.“ Turbines Anspruch und offene Kritik in allen Ehren, doch diese harte öffentliche Reaktion war überzogen.

  9. Bedrohen Hooligans den Frauenfußball? Aus Angst vor Fanausschreitungen hat Bayer 04 Leverkusen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Vorverlegung des Topspiels gegen den 1. FC Köln vom 29. auf den 27. November erwirkt. Dabei wurden die schwach besuchten Spiele der Frauenfußball-Bundesligen bisher nicht von Hooligans als öffentliche Bühne für Scharmützel benutzt. Beim 1. FC Köln hat man deswegen für die Entscheidung wenig Verständnis. „Noch nie zuvor ist eine solche Verbindung hergestellt worden“, so FC-Sprecherin Kathrin Schrage. Ein DFB-Sprecher erklärte: „In der Tat ist der Frauenfußball nicht bekannt für Ausschreitungen, aber nachdem die Leverkusener den Antrag auf Verlegung gestellt und ihn mit dem Hinweis der Polizei versehen haben, dass es besser sei, dem stattzugeben, haben wir so entschieden.”

  10. Zeitgemäßer Modus? Das DFB-Pokal-Achtelfinale offenbarte einmal mehr ein Dilemma. „Zwischen der 1. und 2. Liga liegen Welten“, so Bernd Schröder, Trainer von Meister 1. FFC Turbine Potsdam. Im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion schenkten die Turbine ihrem überforderten Gegner in 38 Minuten 7 Tore ein. Eine Runde zuvor überfuhr der FCR 2001 Duisburg Zweitliga-Tabellenführer Herforder SV mit 9:0. Der große Leistungsunterschied zwischen den Ligen wirft einmal mehr die Frage auf, ob der Modus des DFB-Pokals zeitgemäß ist. Kämen die Zweitligisten im Duell mit Erstligisten in den Genuss eines Heimspiels, wären die Leistungsunterschiede wohl weniger eklatant, würde die Spannung steigen und zudem das Budget der betroffenen Zweitligisten weniger belastet werden.

Schlagwörter: Conny Pohlers • Tops und Flops