Champions League: Nur Turbine Potsdam gewinnt
Zwei Tore in drei Spielen – die sonst vom Erfolg verwöhnten deutschen Frauenfußball-Teams bekamen in den Achtelfinalhinspielen der UEFA Women’s Champions League am Mittwoch gezeigt, dass die Luft auf europäischem Parkett immer dünner wird. Nur Meister 1. FFC Turbine Potsdam gelang ein Sieg, dennoch haben alle drei Teams weiterhin Chancen auf den Viertelfinaleinzug.
Im strömenden Regen des Karl-Liebknecht-Stadions kamen die Potsdamerinnen vor 1 123 Zuschauern zu einem knappen 1:0 (1:0)-Sieg gegen den sechsfachen dänischen Meister Brøndby.
Spielerische Mängel Den Treffer des Tages erzielte Fatmire Bajramaj in der 17. Minute, als sie nach einem Fehler von Brøndby-Torhüterin Stina Petersen den Ball von Tabea Kemme aufgelegt bekam und sich mit der Führung bedankte. „Spielerisch sind wir nicht zufrieden, man hat tatsächlich gemerkt, dass Anja Mittag heute gefehlt hat“, so das Fazit von Turbine-Trainer Bernd Schröder. Zuvor hatten seine Spielerinnen in 90 Minuten trotz zahlreicher Chancen nur einmal ins Schwarze getroffen. Dennoch konnte Schröder dem knappen Sieg Positives abgewinnen. „Man muss jetzt mit dem 1:0 nach Kopenhagen fahren, ohne Gegentor, das ist immer ganz günstig. Ich denke, wir haben unsere Chance, und die werden wir auch nutzen.“
Keine Kontrolle UEFA-Pokal-Sieger FCR 2001 Duisburg mühte sich vor der enttäuschenden Kulisse von 1 030 Zuschauern im Niederrhein-Stadion von Oberhausen gegen den schwedischen Meister Linköpings FC zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden und vermied nur mit Mühe die erste Niederlage seit April. Die junge Kosovare Asllani brachte die Gäste nach einer halben Stunde per Kopf aus dem Nichts in Führung, es dauerte bis in die Schlussminuten, ehe Simone Laudehr mit einer Einzelleistung der Ausgleich für die Gastgeberinnen gelang, als sie in den Strafraum eindrang und mit links abschloss (86.).
„Wir hatten Probleme im Spielaufbau, aber das Ergebnis lässt uns für das Rückspiel hoffen”, so Trainerin Martina Voss-Tecklenburg nach der Partie. „Obwohl wir nicht gut gespielt haben, hat sich die Mannschaft nie aufgegeben.“ Zuvor war es ihrem Team über 90 Minuten nur in der Anfangsphase gelungen, den Gegner etwas in Verlegenheit zu bringen. „Die ersten drei, vier guten Chancen haben wir leider nicht genutzt und danach hatten wir keine Kontrolle mehr über das Spiel“, räumte Voss-Tecklenburg ein. Im Rückspiel in sechs Tagen wird sich Duisburg steigern müssen, soll das Abenteuer Champions League nicht vorzeitig beendet sein.
Keine Durchschlagskraft Vizemeister FC Bayern München schuf sich mit dem 0:0 beim HSC Montpellier vor 5 737 Zuschauern eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel, doch der ersehnte Auswärtstreffer gelang dem Team von Bayern-Trainer Günther Wörle nicht. Zwar war das Team optisch überlegen, doch die besseren Chancen hatten die Französinnen, die in der 15. Minute bei einem Pfostenschuss aus der Distanz von Marie Laure Delie einem Treffer am Nächsten kamen.
Wörle erklärte: „Wir hatten zwei Ziele hier. Ein Auswärtstor und mindestens einen Punkt. Wir haben nur den Punkt geschafft. Man merkt: Für dieses europäische Niveau war das etwas zu wenig in der Offensive. Da fehlte das überraschende Moment bei uns.“ Doch zumindest konnte sich Wörle freuen, dass sein Team, indem Nina Aigner nach Verletzung ihr Comeback feierte, seit langem wieder einmal zu Null gespielt hatte. „Für das Rückspiel haben wir nun einen kleinen Vorteil mit einem Heimspiel. Da reicht ein Sieg.”
Keine Chance für Neulengbach Für den österreichischen Serien Meister SV Neulengbach dürfte die Champions League nach der 1:4 (1:4)-Niederlage gegen ASD Torres Calcio bereits beendet sein. Drei Treffer von Sandy Iannella (12., 27., 44.) und ein Tor von Silvia Fuselli (15.) besiegelten vor 750 Zuschauern früh das Schicksal der Österreicherinnen, auch wenn Nadine Novotny kurz vor der Pause (43.) der Ehrentreffer gelang.
Neulengbach-Trainerin Olga Hutter meinte: „Schade, eigentlich hätten wir den Grundstein legen können, um vielleicht doch das Viertelfinale zu erreichen. Leider war die Mannschaft in der 1. Halbzeit zu wenig konzentriert, vielleicht sogar einige Spielerinnen nicht so motiviert, so dass dieser Rückstand zustande kam. In der 2. Halbzeit zeigte die Mannschaft, dass auch ein anderes Resultat möglich wäre.“
Schlagwörter: 1. FFC Turbine Potsdam • Fatmire Bajramaj • FC Bayern München • FCR 2001 Duisburg • Simone Laudehr • UEFA Womens Champions League