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2009

Superduell als WM-Appetizer

Am Donnerstag, 29. Oktober, 18.00 Uhr (live in der ARD), stehen zwar keine Medaillen oder Titel auf dem Spiel, doch das Duell zwischen Welt- und Europameister Deutschland sowie dem Weltranglistenersten und Olympiasieger USA in der ausverkauften Impuls-Arena in Augsburg verspricht hochkarätig zu werden. Das Aufeinandertreffen soll 604 Tage vor Turnierstart vor allem Appetit machen auf die Frauenfußball-WM 2011 im eigenen Land.

Und so wurde mit Bedacht die Halbzeitpause des Länderspiels gewählt, um offiziell den Startschuss für den Ticketverkauf zu geben. OK-Präsidentin Steffi Jones wird dann das Bestellformular auf der Website des Fußballweltverbands FIFA freischalten.

Wie bekommt man die Stadien voll? Dass die deutschen WM-Spiele ausverkauft sein werden, darüber bestehen wenig Zweifel. Doch um die angepeilte Stadionauslastung von 80 Prozent zu erreichen, müssen die Fans davon überzeugt werden, auch bei Spielen wie Ghana gegen Argentinien in die Stadien zu strömen. „Das ist ein ambitioniertes Ziel“, räumt DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach ein.

Kein Freundschaftsspiel Das Spiel in Augsburg ist laut Bundestrainerin Silvia Neid „der erste Härtetest“ für ihr Team. „Die WM-Vorbereitung läuft bereits jetzt“, so Neid. Die gebürtige Regensburger Mittelfeldspielerin Simone Laudehr erwartet bei ihrem Heimspiel ein von der Athletik geprägtes Duell. „Das wird ein knallharter Kampf.“ Sie glaubt, dass die DFB-Elf in puncto Spielkultur die Nase vorne haben wird. „Die kochen auch nur mit Wasser.“ Und auch US-Trainerin Pia Sundhage schätzt die Bedeutung des Spiels hoch ein. „Das ist ein wichtiges Spiel für alle von uns, ich würde es nicht als Freundschaftsspiel bezeichnen.“

Umfangreiche Vorbereitung Einer der Gründe, warum sich das Team generalstabsmäßig auf das Treffen mit der DFB-Elf vorbereitet hat und bereits seit acht Tagen in Deutschland weilt. „Wir haben mehr Teammeetings als sonst und wir betreiben mehr Videostudien“, so US-Torhüterin Hope Solo. „Jeder weiß, dass sie als frisch gebackener Europameister gerade auf höchstem Niveau spielen.“ Solo freut sich auf die Kulisse von fast 30 000 Zuschauern. „Das ist unschlagbar.“

Hohes WPS-Niveau Gespannt sein darf man, wie sich die Existenz der US-Profiliga WPS auf das Leistungsvermögen der amerikanischen Spielerinnen ausgewirkt hat. Sundhage meint: „Jedes Spiel ist dort auf höchstem Niveau, ich glaube nicht, dass dies in Deutschland, Schweden oder Norwegen der Fall ist, da ist die WPS einzigartig.“ Wenngleich sie einräumt: „Einige der Spiele und einige der Bundesligateams sind so gut wie die WPS.“

Junge Talente Das US-Team wird angeführt von Stürmerin Abby Wambach, die in ihren 130 Länderspielen 100 Tore erzielte. Neben weiteren US-Stars wie Solo, Shannon Boxx oder Heather Mitts sind auch viele Nachwuchs-Spielerinnen mit nach Deutschland gekommen. So könnten etwa Ella Masar (Chicago Red Stars) und Brittany Bock (Los Angeles Sol) in Augsburg zu ihren ersten Länderspieleinsätzen kommen.

Schlagwörter: A-Nationalmannschaft • USA