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2009

Frankfurt hat Spaß, aber keine Punkte

Auch im fünften Aufeinandertreffen in Folge hatte der 1. FFC Frankfurt gegen den FCR 2001 Duisburg das Nachsehen. Da half es auch nichts, dass sich der FFC nach den eher schwachen Auftritten in der vergangenen Saison, heute deutlich verbessert und engagierter zeigte. In einer hochklassig geführten Partie behielt der FCR mit 3:2 die Oberhand. Dennoch sprach man im FFC-Lager im Anschluss von einer „positiven Atmosphäre“.

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich setzte sogar noch nach und erklärte, dass er seine Mannschaft schon lange keinen so guten Fußball mehr habe spielen sehen. Dennoch wurde der neue FFC-Trainer Sven Kahlert nach den beiden 4:0-Siegen gegen Bad Neuenahr und den Hamburger SV in die Realität zurück geholt – gegen Spitzenmannschaften fehlt den Frankfurterinnen weiterhin das entscheidende Etwas. Auch gegen den FC Bayern München musste sich der dreimalige UEFA-Cup-Sieger vor zwei Wochen mit 2:3 geschlagen geben. Die kämpferische Einstellung hatte dort schon gestimmt, heute legten die Frankfurterinnen zusätzlich auch spielerisch nach. „Wir wollten dem Gegner unser Spiel aufzwingen“, erklärte Kahlert die offensive Ausrichtung seiner Elf und war mit der Leistung auf dem Platz zufrieden. „Es war ein sehr, sehr gutes Spiel meiner Mannschaft.“

Petra Wimbersky (l.) brachte den FFC zurück ins Spiel.

Der Spaß entscheidet Der Trainer geizte nicht mit Komplimenten an seine Mannschaft, die nach dem frühen Rückstand durch Alexandra Popp nach sieben Minuten „überragenden Fußball“ geboten und alles gezeigt habe, was in den letzten Partien gefehlt habe. Tatsächlich ließ sich der FFC vom Gegentreffer nicht beeindrucken, zeigte sich spritzig, bot schöne Kombinationen und überzeugte mit Laufbereitschaft. Warum der FFC so auftrete, habe für Kahlert nur einen einzigen Grund: Der Spaß am Spiel sei am Brentanobad wieder eingekehrt.

„Wir haben sehr gut angefangen“, kommentierte Gästetrainerin Martina Voss-Tecklenburg den optimalen Start ihrer Mannschaft, aber „das Tor hat uns nicht die nötige Sicherheit gegeben.“ Der FFC erarbeitete sich Feldvorteile, „es wurde immer gefährlich, wenn Frankfurt am Ball war.“ Folgerichtig fiel nur zehn Minuten später der Ausgleichstreffer durch Petra Wimbersky.

Spontane Umstellungen beim FCR Chancenlos blieben die Duisburgerinnen in der ersten Hälfte dennoch nicht. Über Konter waren die Möglichkeiten, noch vor dem Halbzeitpfiff erneut in Führung zu gehen, durchaus vorhanden. Dabei hatten die Gäste gleich zu Beginn der Partie personelle Umstellungen und Ausfälle zu verkraften. Beim Aufwärmen verletzte sich Marina Hegering, die ursprünglich für die Anfangsformation vorgesehen war. Nach 17 Minuten musste Jennifer Oster mit einer Muskelverletzung vom Feld. „Die Mannschaft hat alles weggesteckt“, lobte Voss-Tecklenburg. Junge Spielerinnen, wie Luisa Wensing und Eunice Beckmann bekamen ihre Chance und überzeugten mit engagierten Auftritten.

Gewohnt überragend: Inka Grings (l.) enteilt der Abwehr um Christina Zerbe.

Doppelschlag von Inka Grings Obwohl die zweite Halbzeit für die Frankfurterinnen gut begann und sie den Gegner früh unter Druck setzten, war es der FCR, der erneut in Führung ging. „Duisburg nutzt ein, zwei Schwächen aus“, haderte Kahlert. Dabei war das Defensivverhalten der Frankfurterinnen deutlich verbessert zum letzten Heimspiel gegen den FC Bayern München. Obwohl Neuzugang Sara Thunebro wegen eines Länderspieleinsatzes mit der schwedischen Nationalmannschaft fehlte, stand die Viererkette souveräner. Dennoch bleibt die Defensive das Problemkind im Frankfurter Spiel, auch gegen den FCR schaute sie des öfteren hinterher. „So viele Torchancen darf man nicht zulassen“, kritisierte der neue Trainer die zweite Hälfte. Insbesondere die seit Monaten überragend spielende Inka Grings machte der Frankfurter Abwehrreihe zu schaffen, immer wieder hängte die Nationalspielerin Christina Zerbe im Laufduell ab.

Zweimal wurde das engagierte Spiel der Stürmerin belohnt, mit einem Doppelschlag brachte sie den FCR mit 3:1 in Führung. Doch obwohl den Frankfurterinnen nur 13 Minuten blieben, um diesen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen, boten sie weiterhin eine engagierte Partie und erarbeiteten sich auch in der Schlussphase Chancen. Zu Recht fiel der Anschlusstreffer durch Birgit Prinz, zu mehr reichte es für den FFC nicht mehr.

Duisburg übernimmt Tabellenführung „Es war ein total intensives Spiel“, so Voss-Tecklenburg, die, wie ihr Trainerkollege, gleich beiden Mannschaften ein Kompliment aussprach. Dass in einer solchen Partie auch die Zweikämpfe engagiert und zeitweise am Rande der Fairness geführt wurden, war für die Duisburgerin normal. Das Tempo sei höher, die Athletik habe zugenommen. Entsprechend wirke sich dies auch auf Zweikämpfe und eventuelle taktische Fouls aus.

Auswirkungen hatte das Spiel in Frankfurt auf die Tabellensituation. Durch das Unentschieden des SC 07 Bad Neuenahr gegen den Hamburger SV, hat sich Duisburg, nun punktgleich mit dem SC, an die Tabellenspitze katapultiert. Der Rückstand des FFC auf das Spitzenduo beträgt nun schon vier Punkte.

Schlagwörter: 1. Bundesliga • 1. FFC Frankfurt • FCR 2001 Duisburg