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2009

Zuversichtliche Gesichter in Bremen

Fünf Punkte in fünf Spielen. Werder Bremen findet sich nach gut einem Viertel der Saison in der unteren Tabellenhälfte der Zweiten Bundesliga Nord wieder. Aufregung verursacht das an der Weser nicht. „Für einen Aufsteiger ist das völlig okay“, sagt Trainerin Birte Brüggemann, die mit ihrem Verein eine ganz andere Strategie fährt, als die Frauenabteilungen der finanzstarken Männervereine im Süden.

Für viele war Werder vor der Saison die große Unbekannte, für andere gar ein Aufstiegsfavorit. „Darüber musste ich in meinem kleinen Büro immer schmunzeln“, so Brüggemann, die hofft, „dass es in dieser Saison zum Klassenerhalt reicht.“ Der bisherige Saisonverlauf stimmt die ehemalige Verbandstrainerin durchaus positiv. „Alle fünf Spiele hätten mit einem anderen Ergebnis enden können; wir waren nie unterlegen, nie überlegen.“

In kleinen Schritten nach oben Während Leverkusen und insbesondere Köln vor Saisonbeginn teils spektakuläre Neuzugänge vermeldeten, war es in Bremen deutlich ruhiger. Neu zur Mannschaft stießen Nachwuchsspielerinnen aus Potsdam, die Kenianerin Doreen Nabwire sowie ein zweitligaerfahrenes Trio aus Gütersloh. „Alle haben sich bei uns beworben, wir haben keine einzige Spielerin gescoutet“, betont Brüggemann, räumt dabei allerdings ein, dass das auf Dauer keine erfolgsversprechende Strategie sein kann. „Wir müssen jetzt gezielter arbeiten und mit auf dem Markt stehen.“

Auch in Bremen heißt das Ziel Aufstieg – allerdings gibt man sich in der Hansestadt dafür etwas mehr Zeit. Zwei bis drei Jahre zweite Liga seien für Werder okay, auch ein viertes kein Beinbruch, sagt die Trainerin, die als einzig Hauptamtliche im Verein für Frauenfußball zuständig ist. „Jetzt müssen wir erstmal drin bleiben, im nächsten Jahr die richtigen Konsequenzen ziehen und uns frühzeitig von Gut und Böse entfernen.“

Im Sommer wechselte Maren Wallenhorst von Gütersloh nach Bremen, momentan ist sie verletzt.

Akzeptanz steigt „Wir lassen uns hier bewusst Zeit“, sagt Brüggemann und nennt diesen kontinuierlichen auf Nachhaltigkeit setzenden Weg „ein sanftes Modell“ und „Werder-like“. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, keine andere Frauenmannschaft in den Verein einzugliedern, sondern eine eigene zu gründen. „In Bremen herrschte im Frauenfußball stadtflucht, es gab für Spielerinnen überhaupt keine Möglichkeiten, sich zu entwickeln.“ Jetzt gehe es darum, die Strukturen zu schaffen und auszubauen.

Nach drei Jahren steht für die Trainerin jedoch fest, dass „alles noch schöner ist, als erträumt.“ Auch die Akzeptanz des Frauenfußballs steige: innerhalb des Vereins, medial und bei den Zuschauern. Zu den letzten beiden Heimspielen kamen jeweils mehr als 300 Menschen ins Stadion – in der Nordstaffel liegt man damit hinter dem Herforder SV und Victoria Gersten auf dem dritten Rang.

Hoffnung auf Zuschauerrekord in Gersten Zum nächsten Spiel reisen die Bremerinnen am Sonntag nach Gersten. „Das Emsland ist traditionell eine Hochburg der Werder-Fans“, so Brüggemann, die nun hofft, dass von denen möglichst viele auch den Weg zu den Frauen finden. Da Gersten ohnehin viele Zuschauer zu den Heimspielen anzieht, ist sich die Werder-Trainerin sicher, dass „das eins der Spiele mit Rekordzuschauerzahlen wird.“

Bislang hatten die Victoria-Fans auch allen Grund zum Jubel, mit drei Siegen und einem Unentschieden ist die Elf von Trainerin Maria Reisinger erfolgreich in die Saison gestartet und liegt derzeit auf dem dritten Tabellenrang. „Für mich ist das gar nicht überraschend“, sagt Brüggemann, die am Sonntag eine schwere Aufgabe erwartet. „Sie sind letztes Jahr mit einem sehr jungen Team gestartet, das ist jetzt gefestigt.“

Verzichten müssen die Bremerinnen in ihrem sechsten Zweitligaspiel weiterhin auf Maren Wallenhorst. Der Gütersloher Neuzugang fällt, wie schon im Pokalspiel in der vergangenen Woche, wegen eines Bänderrisses aus. Ebenfalls mit einer Bänderverletzung pausieren muss Jessica Golebiewski.

Schlagwörter: 2. Bundesliga Nord • Birte Brüggemann • SV Werder Bremen