Inka Grings rettet Duisburg Remis

Von am 17. Oktober 2009 – 17.17 Uhr 29 Kommentare

Im Topspiel der Frauenfußball-Bundesliga trennten sich Tabellenführer FCR 2001 Duisburg und Meister 1. FFC Turbine Potsdam in einem spannenden Spiel unentschieden. Lange Zeit sah es nach einem Auswärtssieg für die Potsdamerinnen aus, doch Topstürmerin Inka Grings gelang in der Schlussphase noch der Ausgleich.

Am Ende waren sich die beiden Trainer nach dem 2:2 (1:2) vor 2 118 Zuschauern im PCC-Stadion von Homberg darin einig, mit dem Punkt gut leben zu können.

Gerechte Punkteteilung
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg meinte: „In der ersten Halbzeit war Potsdam die bessere Mannschaft und wir haben aus dem Nichts ein Tor gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir aber den Druck erhöht. Wir können mit dem Punkt leben.“

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Spielstärkste Teams
Bernd Schröder meinte: „Inka Grings hat den Treffer erzielt, der wenige Minuten vorher Anja Mittag nicht gelungen ist, das wäre die Entscheidung gewesen. Man hat heute gesehen, dass die beiden spielstärksten Mannschaften der Liga aufeinander getroffen sind. Es ist ein bisschen ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben, aber wir können mit dem Punkt zufrieden sein.“

Duisburger Führung
Nach einer etwas nervösen Anfangsphase waren die Potsdamerinnen immer besser in die Partie gekommen, doch genau in dieser Phase gelang Duisburg überraschend der Führungstreffer, nachdem Jennifer Oster vom rechten Flügel eine Flanke geschlagen hatte, die Belgiens Nationalspielerin Femke Maes im Strafraum dankend aufnahm, und aus acht Metern den Ball ins Netz setzte (22.).

Potsdam dreht Partie
Die Potsdamerinnen ließen sich jedoch nicht beirren und wurden für ihre engagierte Spielweise schnell belohnt. Die Ex-Duisburgerin Corina Schröder setzte Anja Mittag in Szene, die eine feine Einzelleistung aus 20 Metern zum Ausgleich abschloss (30.). Und damit nicht genug, Jessica Wich gelang noch vor der Pause die Turbine-Führung, als sie vom linken Strafraumeck einen Schuss in den Winkel hämmerte (42.).

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Duisburg macht Druck
Den Duisburgerinnen fiel in der zweiten Halbzeit zunächst nicht viel ein, die gut gestaffelte Dreierkette der Potdamerinnen aus den Angeln zu heben. Insgesamt war zu wenig Bewegung im Spiel und auch das Passspiel ließ zu wünschen übrig. Doch nach und nach erhöhte der UEFA-Pokal-Sieger dann doch den Druck, ohne jedoch Kapital daraus schlagen zu können.

Mittag verpasst Entscheidung
In der Schlussviertelstunde konnte sich Turbine dann wieder aus der Umklammerung befreien und Mittag hatte gar die Entscheidung auf dem Fuß, als sie allein auf Duisburgs Torhüterin Ursula Holl zulief, den Ball aber nicht im Netz unterbrachte (80.). Und das wurde bestraft, denn nur drei Minuten später nutzte Grings eine Unachtsamkeit der Turbine-Hintermannschaft aus und erzielte den nicht unverdienten, aber etwas glücklichen Ausgleich.

Duisburg vorerst weiter Spitzenreiter
Duisburg liegt mit 13 Punkten nun weiter auf dem ersten Tabellenplatz, könnte aber morgen von der Spitzenposition verdrängt werden, falls der Tabellenzweite SC 07 Bad Neuenahr sein Spiel bei Vizemeister FC Bayern München gewinnt. Potsdam liegt mit elf Punkten auf Tabellenplatz 3.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • Kay sagt:

    @lattitos

    So ist es halt immer, einer fängt an, der andere gibt etwas dazu der nächste wiederspricht und schon hat man eine hitzige Diskussion. Da spielt oftmals das Thema des Beitrages keine Rolle mehr.

    Das die 22 Feldspielerinnen sich nicht über die 3 Unparteiischen aufgeregt haben ist doch in der Regel immer so, die Frauen sind da ein wenig zurückhaltender als ihre Männlichen Kollegen. Obwohl ich mir jetzt ein Kommentar nicht sparen kann, es gab da eine gewisse Frau Grings welche sich nicht über, aber ein wenig zu oft bei der Schiedsricherin beklagt hat, ständig meckerte sie über solche Lapalien wie wenn ein Einwurf Ein oder Zwei Meter zu weit in Richtung eigenes Tor eingeworfen wurde allein für dieses ständige rumgemecker wäre eine Karte verdient gewesen.

    Geforderte Härte sollte man aber nicht damit definieren, das auf die jeweiligen Schlüsselspielerinnen oftmals so brutal raufgegangen wird einzig mit dem Ziel das diese den Platz nur noch mit einer Trage verlassen können und am besten auch nicht mehr wiederkommen.

    Wir alle wollen doch die Meisterschaft unserer jeweiligen Lieblingsvereine und am besten soweit wie möglich in den jeweiligen Pokalen kommen. Und am besten geht das mit einer intakten und gesunden Mannschaft und genau dafür sollten meines erachtens die Schiedsrichter mit sorgen, wenn es für zum Teil gesundheitsgefährdende Blutgrätschen keine Karten geschweige denn noch eine Ermanung gibt, dann denken die Spielerinnen oh schön machen wir weiter so.

    Aus Potsdamer Sicht wenn ich es jetzt mit ein paar Tagen Abstand betrachte sage ich, ok vieleicht haben beide Mannschaften in etwa gleich einstecken müssen, jedoch bekommt Turbine die Karten und Duisburg geht Straffrei aus. Wir sollten auch nicht vergessen es kommen immer entscheidende Spiele und wenn dann eine Lira oder Coco gesperrt sind, weil sie Karten gesammelt haben jedoch im Gegenzug dann aber eine Krahn oder Laudehr ihr Team unterstützen dürfen obwohl sie ebenfalls nur zuschauen dürften, dann ist das eine schreiende Ungerechtigkeit.

    Und genau das ist für mich schlechte Schiedrichterleistung und muss eben angesprochen werden, ich will ihr da keine Absicht unterstellen jedoch ENTSPANNT bleiben kann ich dabei nicht wie du es von uns forderst.

    Gut vom Spielfeld mag die Perspektive nicht immer die Beste sein und man hat auch keine Wiederholung zur Verfügung also äußere ich mich so wie ich es gesehen habe. Ich lasse mich auch immer gerne verbessern, aber ohne Videomaterial schlecht möglich und wenn man das versucht irgendwo aufzutreiben zum Beispiel beim DFB dann bekommt man zwar eine freundliche aber doch bestimmte Absage, selbst wenn man dafür gerne auch etwas hinblättern würde. Weiter nachhaken verboten so kann man diese Antwort sehr wohl interpretieren.

    Und zum Spielverlauf und den Leistungen kann ich persönlich nur sagen, ich hatte meinen Spaß es war ein tolles Spiel beider Mannschaften, es ging zum Teil hin und her jede Mannschaft hatte in einer Halbzeit die Oberhand in der die andere durch gefährliche Konter ein Tor hätte machen können. Also bis auf die zum Teil übertriebenen Fouls an gewissen Spielerinnen und eben die jetzt schon leidlich diskutierten Leistung der Schiedrichterin war es ein tolles Spiel.

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  • djane sagt:

    der dfb ist kein Online-Shop, bei dem jeder nach Lust und Laune Videos bestellen kann- von daher ist die Reaktion verständlich. Was Deine „schreiende“ Ungerechtigkeit angeht: that’s life, baby- und kommt sogar im Männerfussball, wo die Schiri’s deutlich besser sind und man kurz vor der Hintertorkamera-Einführung ist, immer wieder vor. Und wenn TP nicht in der Lage ist, den Verlust einer Coco oder Lira zu kompensieren, sollte man wohl auch mal damit rechnen, das sich eine der oben genannten Spielerinnen verletzen könnte- dann müsste man ja auch auf sie verzichten. Ich halte es allerdings für überflüssig, sich bereits am 5. Spieltag Sorgen um eventuelle kartenbedingte Ausfälle in der Meisterschaft zu machen.

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  • Jarmusch sagt:

    djane schrieb: ‚Ich halte es allerdings für überflüssig, sich bereits am 5. Spieltag Sorgen um eventuelle kartenbedingte Ausfälle in der Meisterschaft zu machen.‘

    Sehe ich auch so. In der letzten Saison gab es nur 6 Spielerinnen die überhaupt 5 oder mehr Gelbe Karten bekommen haben. Wenn meine Aufzeichunungen stimmen waren das Wilkens (Wolfsburg), de Pol (FC Bayern) mit je 6 und Hartel (Freiburg), Kameraj (HSV), Schlottmann (Herford), Wendlinger (Freiburg) mit je 5. Da waren die 13 Gelb-Roten Karten schon bedeutsamer.
    Bin mir noch nicht mal sicher ob bei den Damen die Regelung mit einer Sperre nach 5 Gelben Karten überhaupt Anwendung findet. Habe auf der DFB-Seite dazu nichts gefunden.

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  • Detlef sagt:

    Zum eigentlichen Spielverlauf, ist ja schon anderswo viel gesagt und geschrieben worden!!!
    Dem Bericht von Markus kann ich eigentlich zustimmen!!!
    Wer sich noch an die Duisburger Zauberfußball-Vorstellung aus der letzten Saison erinnern kann, der konnte der Löwen-Offensive am Samstag wenig positives abgewinnen!!!
    Den Part der Zauberfußballer, übernahmen dafür die TURBINEN, naja, zumindest zeitweise!!! Auch hier blieb einiges Stückwerk, aber der Gegner ließ auch nicht mehr Offensive zu!!!
    Das Potsdam ein Problem mit der Chancenverwertung hat, war wieder deutlich zu sehen!!!
    Wenn wir unsere Möglichkeiten nicht konsequenter nutzen, können wir auch nicht auf 3 Punkte hoffen!!!
    Und wenn es dann doch gelingt, kurz vor Schluß in Führung zu gehen, muß der Sieg auch nach Hause geschaukelt werden!!!

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  • Detlef sagt:

    Nun zur Schiedsrichterleistung!!!
    Leider war die gezeigte Arbeit von Frau Kunick & Co geradezu symptomatisch für die Referees in der deutschen FF-BuLi!!!
    Ihnen aber vorzuwerfen, sie seien nicht unparteiisch, und würden immer nur gegen die eine oder andere Mannschaft pfeifen ist natürlich einfach QUATSCH!!!

    djane hat absolut recht, das liegt sicher zum einen an der schlechten Ausbildung, zum anderen vielleicht auch an der
    schlechten Bezahlung, aber vor allem an der
    sehr schlechten physischen Konstitution!!!

    Der FF ist in den letzten 5-8 Jahren sehr viel schneller geworden, vor allem im Spitzenbereich der BuLi!!!
    Dagegen sind die Schiris und Assis irgendwo stehen geblieben, und können nicht mehr mithalten!!!
    Das Ergebnis ist, dass sie sehr selten auf Ballhöhe sind, und viele Aktionen gar nicht genau sehen können!!!
    Jetzt verlangt von ihnen jeder eine möglichst schnelle Entscheidung!!!
    Jetzt müssen sie anfangen zu raten,
    war es ein Foul oder nicht,
    war es Abseits oder nicht, (wenn JA, war es aktiv oder passiv)
    war es ein Handspiel oder nicht, usw!!!
    Hier ist eine der größten Baustellen im FF, die der DFB endlich angehen muß!!!
    Ein sehr guter Ansatz sind die immer häufiger werdenden Spielaufzeichnungen im DFB-TV!!!
    So kann man die Schirileistungen später besser analysieren, und die Unparteiischen können sich sogar selber kritisch beobachten!!!
    Die Schiris bei den Profi-Herren sind auch deshalb noch Klassen besser als ihre Kolleginnen, weil ihnen jede Woche Zig-Tausende über die Schulter schauen können!!!
    Wer da regelmäßig schlecht pfeift, bleibt nicht lange in der Liga!!!
    Die Presse würde ihn vernichten!!!
    Andersherum könnten den Schiri-Damen die TV-Bilder aber auch recht geben!!!
    Ein Beispiel,
    Beim Pokalfinale in Berlin, haben sicher alle TURBINE-Fans den Ball im Tor gesehen, als er erst den einen Innenpfosten, und dann den anderen berührte!!!
    Die TV-Bilder zeigten aber genau, dass er klar vor der Linie war, also hatte die Unparteiische richtig entschieden!!!
    Es fehlt meiner Meinung nach die Kontrolle der Schiri-Damen, auch die Möglichkeit zur Selbstkontrolle fehlt sehr oft!!!
    Hier ist der DFB absolut gefordert!!!
    Ich fordere nicht Schiri-Männer in die FF-BuLi, sondern
    bessere Ausbildung,
    bessere Bezahlung, und eine
    bessere Fitness der Schiri-Damen!!!

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  • Jennifer sagt:

    @ Detlef

    Endlich mal einer der mir aus dem Herzen spricht!

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  • Charlie sagt:

    Thema: Schiedsrichter

    So klingt das, wenn sich Laien über eine Sache unterhalten, von der sie eigentlich gar keine Ahnung haben.

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  • Kay sagt:

    @Charlie

    Dann erzähle uns doch mal wie du das siehst, wo du doch anscheinend der große Fachmann bist und die Ahnung hast! Ich warte gespannt auf deine fachlichen und sachlichen Analyse der ganzen Thematik Schiedrichter.

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  • Charlie sagt:

    Schiedsrichter müssen sich regelmäßig Regel- und Fitnesstests unterziehen. Weiterhin müssen sich die Schiedsrichterinnen auch in Männerligen behaupten, wo es wesentlich mehr zur Sache geht und es mitunter viel schneller ist als bei den Damen.
    Was die Bezahlung betrifft, hab ich keine Ahnung. Aber unterschätzt diese Frauen nicht! Ich habe schon einige von denen auch bei den Männern pfeifen sehen.
    Was meine Fachkenntnis betrifft: wurde selbst 14 Jahre lang beschimpft und nur selten konstruktiv kritisiert. Nobody is perfect!

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