Bayern erstmals in Frankfurt erfolgreich
Zehn ist die magische Zahl beim FC Bayern München dieser Tage. Auf eben diese Anzahl verletzter Spielerinnen musste der FCB im zehnten Gastspiel beim 1. FFC Frankfurt verzichten. Beendet hat die Mannschaft die Partie nach einer gelbroten Karte mit nur zehn Akteurinnen. Aber nach neunzig Minuten hieß es dennoch 3:2 für die Münchnerinnen, deren Trainer im Anschluss geradezu ins Schwärmen geriet.
„Ich bin begeistert, ich bin hingerissen“, strahlte ein stolzer Günther Wörle über den ersten Sieg des FCB im Frankfurter Stadion am Brentanobad. „Was die Mannschaft geleistet hat, ist grandios. Sie traut sich alles zu, ganz gleich, wer aufläuft“, kam Wörle aus dem Schwärmen kaum heraus.
Längert hält Bayern im Spiel Dabei standen in der ersten Halbzeit die Zeichen alles andere als auf Sieg für Bayern. Die Chancen gehörten dem FFC, doch Torhüterin Kathrin Längert erwischte einen ganz starken Tag und hielt ihre Mannschaft Glanzparaden im Spiel. Zunächst scheiterte Frankfurts Neuzugang Sara Thunebro mit einem Freistoß an Längert, später Kerstin Garefrekes per Kopf – und auch Meike Weber fand mit einem schönen Weitschuss in Längert ihre Meisterin. „So ist Fußball“, war FFC-Trainer Günter Wegmann nach der Partie niedergeschlagen. „Wir haben es in der ersten Halbzeit versäumt, aus unseren Möglichkeiten Kapital zu schlagen.“ Den Gästen reichte dagegen eine Chance von Mandy Islacker nach 36 Minuten, um mit 0:1 in Führung zu gehen.
Treffsicher: Mandy Islacker erzielt gegen den FFC zwei Tore.
FFC-Abwehr bleibt Problemkind Die schlechte Chancenverwertung war für Wegmann allerdings nicht der Hauptgrund für die Niederlage. „Wir haben das Spiel in der Defensive verloren.“ Insbesondere in der zweiten Halbzeit sah die Viererkette mit Thunebro, Tina Wunderlich, Saskia Bartusiak und Karolin Thomas das ein ums andere Mal alt, und vor allem löchrig, aus. Frankfurt spielte engagiert, drängte nach Wiederanpfiff auf den Ausgleich, doch gegen die Konter der Münchnerinnen fand die FFC-Abwehr keine Mittel. Quasi mit dem ersten Angriff der zweiten Hälfte hieß es nach einem Tor von Julia Simic 0:2.
Del Rio lässt Frankfurt hoffen Neuzugang Laura del Rio García macht ihrem Ruf als Joker beim FFC dagegen weiter alle Ehre. Nachdem die spanische Nationalstürmerin bereits in den ersten beiden Saisonspielen eingewechselt worden war und getroffen hatte, setzte sie diese Serie auch gegen die Bayern fort und kam nach 60 Minuten zum Anschlusstor. Doch trotz dieser Erfolgsquote hält Wegmann vorerst an der Joker-Rolle fest. „Laura hat seit vierzehn Tagen muskuläre Probleme. Wir wissen, was wir an ihr haben, aber wir wollen keine Verletzung riskieren.“
Del Rio belebte das Spiel, Wegmann setzte mit Svenja Huth gar noch eine weitere Stürmerin ein – doch „die Chancenausnutzung war nicht wie auf der anderen Seite.“ Dort nämlich setzten die Gäste weiter auf Konter - und waren erfolgreich. Nach einem schönen Zusammenspiel von Katharina Baunach und Vanessa Bürki erzielte Islacker das 1:3.
Bianca Rech sieht in den Schlussminuten die gelbrote Karte.
Hitzige Schlussphase Es entwickelten sich vor der Rekordkulisse von 2.580 Zuschauern spannende Schlussminuten in Frankfurt. Der FFC drängte weiter nach vorne, doch die Gäste bissen auf die Zähne und standen hinten gut. Nach 84 Minuten bot Bianca Rech allerdings die wohl unschönste Szene des Tages. Die Mittelfeldspielerin foulte del Rio, Schiedsrichterin Marija Kurtes zeigte korrekterweise die gelbrote Karte.
Birgit Prinz wurde weiter nach vorne geschickt, nach 81 Minuten war die Rekordnationalspielerin erfolgreich. Dass sie bis dato eher im Mittelfeld gespielt hatte, war eine bewusste Entscheidung von Wegmann. „Uns hat die Schaltzentrale im Mittelfeld gefehlt, und Birgit hat diese Fähigkeiten.“
Ein weiteres Tor sollte den Gastgeberinnen allerdings nicht mehr gelingen, obwohl die Möglichkeiten durchaus vorhanden waren. Die wohl knappste Szene bot Thunebro mit einem Freistoß, der wenige Zentimeter über den Kasten flog.
Es blieb beim knappen, etwas glücklichen aber durchaus verdienten Auswärtserfolg der Münchnerinnen, deren Trainer allerdings auch etwas besorgt nach vorne schaut. „Wir sind am Rande unserer Möglichkeiten“, so Wörle, dessen verletzungsgeplagter Kader in weniger als vierzehn Tagen zwei Champions-League-Partien sowie die Topspiele gegen Potsdam und Frankfurt zu absolvieren hatte. Bereits am Mittwoch geht es mit dem Derby gegen den FFC Wacker München im DFB-Pokal weiter; am Sonntag empfängt der Vizemeister den bislang ungeschlagenen und gegentorlosen SC 07 Bad Neuenahr.
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