Deutschland – Italien: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 5. September 2009 – 9.44 Uhr 7 Kommentare

Mit einem 2:1-Sieg gegen Italien ist die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ins Halbfinale der Europameisterschaft in Finnland eingezogen. Womensoccer unterzieht die Spielerinnen einer individuellen Bewertung.

Nadine Angerer
Wie in allen bisherigen Spielen zuvor, verlebte die deutsche Torhüterin auch diesmal einen ziemlich ruhigen Nachmittag. Doch wie schon gegen Norwegen gelang es ihr auch diesmal, mit einer Glanzparade in der Schlussphase den Ausgleich und somit die Verlängerung zu verhindern.

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Note: 2

Bianca Schmidt
Gegen Island geschont, kam die Potsdamer Verteidigerin auch diesmal nicht zu einem vollen Einsatz. Sie wurde ein Opfer der taktischen Veränderungen nach der Verletzung von Ariane Hingst. Spielte solide, ließ gelegentlich aber Souveränität vermissen.

Note: 3

Ariane Hingst
Der Pechvogel des Spiels musste zur Halbzeit in der Kabine bleiben. Bereits in der Anfangsphase zog sich die Innenverteidigerin vermeintlich einen Meniskuseinriss im linken Knie zu. Hatte in den ersten 45 Minuten gelegentlich Probleme mit dem Stellungsspiel.

Note: 3,5

Annike Krahn
In den ersten 45 Minuten mit einer ordentlichen Leistung, waren die Abstimmungsprobleme durch die taktische Umstellung der Viererkette nach der Pause unverkennbar. Wirkte bei hohen Bällen nicht immer sicher und sah auch beim Gegentreffer nicht gut aus.

Note: 3,5

Babett Peter
In der ersten Halbzeit bot sie eine nahezu fehlerfreie Leistung. Beim Gegentreffer ließ sie sich zwar nach einer guten Stunde von Patrizia Panico düpieren, die stand aber bei der Ballannahme auch klar im Abseits. Insgesamt wieder eine gute Leistung der Potsdamerin.

Note: 2,5

Kim Kulig
In der ersten Halbzeit zeigte Kim Kulig auf der Sechserposition eine erneut starke Leistung. Ihr gewonnenes Kopfballduell im Mittelfeld leitete in den Anfangsminuten die schnelle deutsche Führung ein. Bewies für ihr Alter eine erstaunliche Präsenz, in den zweiten 45 Minuten nicht mehr ganz so auffällig.

Note: 2

Linda Bresonik
Die Duisburgerin konnte gegen Italien nicht so in Erscheinung treten wie in den vergangenen Spielen, Mitte der erste Halbzeit setzte sie einmal gut Inka Grings in Szene. In der zweiten Halbzeit wurde sie auf die rechte Außenverteidigerposition berufen, wo sie keinen schlechten Job machte, aber gelegentliche Unsicherheiten zeigte.

Note: 3,5

Kerstin Garefrekes
Die Frankfurter Mittelfeldspielerin ist weiter auf der Suche nach ihrer einstigen Form. Präsentierte sich zwar ein paar Mal stark im Laufduell mit Italiens Verteidigerin Sara Gama, doch nach vorne konnte Garefrekes an ihrem 30. Geburtstag so gut wie keine Akzente setzen.

Note: 4

Melanie Behringer
Wie in allen Spielen zuvor, war sie die aktivere der beiden Flügelspielerinnen. Sie gab den präzisen Pass zur wichtigen Führung durch Inka Grings. Lief sich aber erneut häufig fest, der letzte Pass kam zumeist nicht an, auch bei den Standards hat man sie schon stärker gesehen.

Note: 3

Inka Grings
Erst durch eine Spritze für die Partie fit gemacht, sorgte Grings für die frühe Führung. Sie traf zu Beginn der zweiten Halbzeit erneut, arbeitete viel und setzte auch ihre Mitspielerinnen gut in Szene, wie etwa nach einer guten Viertelstunde Kim Kulig per Hacke. Das wohl beste Spiel seit ihrem Comeback.

Note: 1

Birgit Prinz
Arbeitete erneut viel und hatte wenige Minuten vor der Pause etwas Pech bei einem 18-Meter Schuss. Insgesamt wirkte Prinz durch die Diskussionen um ihre Person allerdings etwas verkrampft, etwa bei Ballannahme und Passspiel. Ein Tor würde ihr sicherlich gut tun.

Note: 3,5

Sonja Fuss
Die Neu-Kölnerin konnte auch bei ihrem zweiten EM-Einsatz nicht überzeugen. Diesmal auf der Innenverteidigerposition eingesetzt, fehlte meist die Bindung zu ihren Mitspielerinnen, allen voran Annike Krahn. Konnte nach vorne nur gelegentlich Akzente setzen.

Note: 4

Simone Laudehr
Kaum auf dem Platz, gab sie am linken Flügel die schöne Torvorlage zum 2:0. Durch ihre Ausflüge von der Sechserposition entstanden allerdings auch Lücken im Mittelfeld,  die die Italienerinnen unter anderem zum Treffer nutzten. Insgesamt zeigte die Duisburgerin  aber eine klaren Aufwärtstendenz.

Note: 3

Martina Müller
Sie kam in den Schlussminuten für Birgit Prinz ins Spiel, war aber zu kurz auf dem Feld, um benotet zu werden.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • djane sagt:

    gute Bewertungen mit denen ich übereinstimme, nur bei Inka würde ich eine 1,5 geben- die 1 gäbe es bei mir nur, wenn sie alle Chancen, ein Tor zu machen genutzt hätte.
    Für den letzten Satz in der Bewertung von BP solltest Du aber 5€ ins Phrasenschwein werfen, Markus 😉

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  • Jonos sagt:

    Auch ich stimme mit den Bewertungen von Markus ziemlich überein. Birgit Prinz gibt sich viel Mühe, allerdings ist es jetzt an der Zeit, einer anderen Stürmerin der Vorzug zu geben.
    Für Prinz, Garefrekes, Bartusiak und Stegemann muss nach der EM Schluß sein. Die großen Verdienste dieser Spielerinnen für den deutschen Frauenfussball will ich hierbei überhaupt nicht in Abrede stellen! Bis 2011 sollte es allerdings gelingen, die Lücken mit jungen, spielstarken Spielerinnen zu stopfen!
    Jonos

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  • uwe sagt:

    Ich stimme der Bewertung von Markus auch zu, mit einer Ausnahme.
    A.Krahn kommt mir bei der Benotung zu schlecht weg,nicht nur bei diesem Spiel.

    Bei B.S. schreibt Markus -fehlerfreie Partie,lies sich beim Gegentor ausspielen, gegnerin stand aber klar im Abseits.

    Bei A.K. – sah beim Gegentor nicht gut aus. Stand da die Italienerin nicht klar im Abseits ?

    Davon mal abgesehen fühl ich mich bedeutend wohler, das da eine Spielerin ist, die den Ball auch einfach mal weghaut.

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  • Markus Juchem sagt:

    @uwe: Doch, grundsätzlich schon, doch der Pass von Melania Gabbiadini hätte meiner Meinung nach bereits unterbunden werden können, in dem Fall bezog sich die Kritik auf die Einleitung des Treffers. Deswegen ist es zwar die gleich Situation, aber schon ein wenig unterschiedlich zu bewerten im Vergleich zu Peter.

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  • eisbär sagt:

    Ich bin nicht ganz einverstanden mit der Benotung. Fuss ist zu schlecht bewertet worden. Mich hat sie schon überzeugt, denn im Gegensatz zu vielen anderen landen ihre Passspiele bei Mitspielerinnen. Sie haut den Ball nicht einfach planlos nach vorne und strahlt Ruhe aus, wenn sie am Ball ist = 2,5. Simone Laudehr (auch wenn ich ihre Spielweise mag) sind leider viel zu viele Bälle vom Fuss gesprungen, die zu Ballverlusten geführt haben. Die Vorarbeit zum 2:0 wäre wohl nicht bei Grings gelandet, wenn der Ball nicht abgefälscht worden wäre = 4. Bresonik habe ich nicht schlechter als Kulig gesehen. Kulig ist nicht besonders aufgefallen und hätte bei ihrer Chance mehr Übersicht zeigen müssen und auf Prinz weiterleiten sollen = 3. Auch Garefrekes habe ich diesmal nicht so schlecht gesehen. Es war ihre beste Leistung in diesem Turnier = 3.

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  • fussballuti sagt:

    Hallo, ich stimme Eisbärs Korrektur voll und ganz zu – dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass Anja Mittag und Jenny Zietz mal eingewechselt werden dürften. Toi toi toi für unseren (hoffentlichen) Finaleinzug heute abend…

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  • Rebecca sagt:

    Hallo, finde auch ein paar Noten ein bisschen übertrieben, gebe Fussballuti Recht. 3,5 für Bresonik ist etwas zu schlecht, genauso Annike Krahn oder Melanie Behringer. Für was hat bitte Kulig eine 2 bekommen? Sie spielt echt gut, aber dass find ich etwas übertrieben.

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