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2009

Deutschland – Italien: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Mit einem 2:1-Sieg gegen Italien ist die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ins Halbfinale der Europameisterschaft in Finnland eingezogen. Womensoccer unterzieht die Spielerinnen einer individuellen Bewertung.

Nadine Angerer Wie in allen bisherigen Spielen zuvor, verlebte die deutsche Torhüterin auch diesmal einen ziemlich ruhigen Nachmittag. Doch wie schon gegen Norwegen gelang es ihr auch diesmal, mit einer Glanzparade in der Schlussphase den Ausgleich und somit die Verlängerung zu verhindern.

Bianca Schmidt Gegen Island geschont, kam die Potsdamer Verteidigerin auch diesmal nicht zu einem vollen Einsatz. Sie wurde ein Opfer der taktischen Veränderungen nach der Verletzung von Ariane Hingst. Spielte solide, ließ gelegentlich aber Souveränität vermissen.

Ariane Hingst Der Pechvogel des Spiels musste zur Halbzeit in der Kabine bleiben. Bereits in der Anfangsphase zog sich die Innenverteidigerin vermeintlich einen Meniskuseinriss im linken Knie zu. Hatte in den ersten 45 Minuten gelegentlich Probleme mit dem Stellungsspiel.

Annike Krahn In den ersten 45 Minuten mit einer ordentlichen Leistung, waren die Abstimmungsprobleme durch die taktische Umstellung der Viererkette nach der Pause unverkennbar. Wirkte bei hohen Bällen nicht immer sicher und sah auch beim Gegentreffer nicht gut aus.

Babett Peter In der ersten Halbzeit bot sie eine nahezu fehlerfreie Leistung. Beim Gegentreffer ließ sie sich zwar nach einer guten Stunde von Patrizia Panico düpieren, die stand aber bei der Ballannahme auch klar im Abseits. Insgesamt wieder eine gute Leistung der Potsdamerin.

Kim Kulig In der ersten Halbzeit zeigte Kim Kulig auf der Sechserposition eine erneut starke Leistung. Ihr gewonnenes Kopfballduell im Mittelfeld leitete in den Anfangsminuten die schnelle deutsche Führung ein. Bewies für ihr Alter eine erstaunliche Präsenz, in den zweiten 45 Minuten nicht mehr ganz so auffällig.

Linda Bresonik Die Duisburgerin konnte gegen Italien nicht so in Erscheinung treten wie in den vergangenen Spielen, Mitte der erste Halbzeit setzte sie einmal gut Inka Grings in Szene. In der zweiten Halbzeit wurde sie auf die rechte Außenverteidigerposition berufen, wo sie keinen schlechten Job machte, aber gelegentliche Unsicherheiten zeigte.

Kerstin Garefrekes Die Frankfurter Mittelfeldspielerin ist weiter auf der Suche nach ihrer einstigen Form. Präsentierte sich zwar ein paar Mal stark im Laufduell mit Italiens Verteidigerin Sara Gama, doch nach vorne konnte Garefrekes an ihrem 30. Geburtstag so gut wie keine Akzente setzen.

Melanie Behringer Wie in allen Spielen zuvor, war sie die aktivere der beiden Flügelspielerinnen. Sie gab den präzisen Pass zur wichtigen Führung durch Inka Grings. Lief sich aber erneut häufig fest, der letzte Pass kam zumeist nicht an, auch bei den Standards hat man sie schon stärker gesehen.

Inka Grings Erst durch eine Spritze für die Partie fit gemacht, sorgte Grings für die frühe Führung. Sie traf zu Beginn der zweiten Halbzeit erneut, arbeitete viel und setzte auch ihre Mitspielerinnen gut in Szene, wie etwa nach einer guten Viertelstunde Kim Kulig per Hacke. Das wohl beste Spiel seit ihrem Comeback.

Birgit Prinz Arbeitete erneut viel und hatte wenige Minuten vor der Pause etwas Pech bei einem 18-Meter Schuss. Insgesamt wirkte Prinz durch die Diskussionen um ihre Person allerdings etwas verkrampft, etwa bei Ballannahme und Passspiel. Ein Tor würde ihr sicherlich gut tun.

Sonja Fuss Die Neu-Kölnerin konnte auch bei ihrem zweiten EM-Einsatz nicht überzeugen. Diesmal auf der Innenverteidigerposition eingesetzt, fehlte meist die Bindung zu ihren Mitspielerinnen, allen voran Annike Krahn. Konnte nach vorne nur gelegentlich Akzente setzen.

Simone Laudehr Kaum auf dem Platz, gab sie am linken Flügel die schöne Torvorlage zum 2:0. Durch ihre Ausflüge von der Sechserposition entstanden allerdings auch Lücken im Mittelfeld, die die Italienerinnen unter anderem zum Treffer nutzten. Insgesamt zeigte die Duisburgerin aber eine klaren Aufwärtstendenz.

Martina Müller Sie kam in den Schlussminuten für Birgit Prinz ins Spiel, war aber zu kurz auf dem Feld, um benotet zu werden.