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2009

Schöner Erfolg mit begrenzter Aussagekraft

Ein klarer Erfolg in einem Vorbereitungsspiel vier Wochen vor Beginn der Europameisterschaft noch dazu gegen einen EM-Teilnehmer klingt erst einmal toll. Doch Freude und Jubel hielten sich bei den Beteiligten direkt nach dem 6:0 (4:0)-Sieg gegen die Niederlande vor 22 531 Zuschauern in Sinsheim in Grenzen. Denn ein Gradmesser war der enttäuschende Gegner an diesem Abend nicht.

„Man darf nicht alles an diesem Spiel fest machen“, analysierte Spielführerin Birgit Prinz. „Es war der erste Test, aber die EM ist ein anderes Kaliber.“ Und auch Bundestrainerin Silvia Neid wusste den Erfolg richtig einzuordnen: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Engagement und der Leidenschaft meiner Mannschaft. Wir sind auf einem guten Weg, aber jetzt kommen andere Gegner.“ Denn schon gegen Japan am 29. Juli in Mannheim dürfte die Abwehr deutlich mehr gefordert werden.

Starke Offensive Dennoch waren viele positive Ansätze im deutschen Team zu sehen. Vor allem in der Offensive hinterließ die DFB-Elf einen spritzigen Eindruck. In der ersten halben Stunde spazierten die DFB-Stürmerinnen nach Belieben durch die niederländische Abwehrreihe und mit etwas mehr Konzentration und Konsequenz im Abschluss hätte wohl bereits in der ersten Halbzeit das halbe Dutzend voll sein können, so bemitleidenswert schlichen offensichtlich geschockte Niederländerinnen die meiste Zeit über den Rasen. Prinz sprühte vor Spielfreude und wirkte spritzig wie schon lange nicht mehr, Grings brachte die niederländischen Abwehrspielerinnen ein ums andere Mal ins Schwitzen.

Abwehr nicht immer sattelfest Der Spielaufbau passte, das Pressing im Mittelfeld stimmte, doch die Abwehr wackelte in der ersten Halbzeit zwei Mal, etwa als sich Saskia Bartusiak im Laufduell mit Karin Stevens nach einer halben Stunde eine kleine Auszeit gönnte, der harmlose Schuss der niederländischen Stürmerin die wenig beschäftige Nadine Angerer aber vor keine Prüfung stellte. „In zwei Situationen hat mir die Defensive heute nicht gut gefallen“, spielte Neid nach der Partie auf eine weitere Szene kurz vor der Pause an, als Angerers zweifaches beherztes Eingreifen einen Gegentreffer verhinderte.

Zahlreiche Wechsel Mit den zahlreichen Einwechslungen ging in der zweiten Halbzeit der Spielfluss merklich verloren. Als Prinz und Grings das Feld verließen, gab es in der Offensive kaum noch bemerkenswerte Momente, Martina Müller konnte nur wenige Impulse setzen – allerdings auch schwierig mit einer klaren Führung im Rücken, wenn die gesamte Mannschaft das Tempo drosselt. Célia Okoyino da Mbabi zeigte gute Ansätze und belohnte sich in der Schlussminute mit einem Treffer. Eine stets bemühte Kim Kulig zählte an diesem Tag nicht zu den Gewinnerinnen, da sie im Vergleich zu den vorherigen Einsätzen beim Algarve Cup und gegen Brasilien unauffällig agierte.

Stimmige Mischung „Ich finde, unsere Mannschaft lässt sich so gut sehen. Wir haben junge, hungrige Spielerinnen und auch erfahrene. Ich bin zufrieden mit der Mischung“, so Neid, die sich allerdings noch nicht in die Karten schauen ließ, welchen vier Spielerinnen sie die traurige Botschaft überbringen wird, nicht mit nach Finnland zu reisen. Denn nach dem Spiel gegen Japan muss der Kader von derzeit 26 auf 22 Spielerinnen verkleinert werden.

Schlagwörter: A-Nationalmannschaft • Birgit Prinz • Niederlande • Silvia Neid