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2009

Duisburg schon hungrig auf den nächsten Titel

Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Spielerinnen des FCR 2001 Duisburg im Club privé am Duisburger Innenhafen den größten Erfolg in der Duisburger Vereinsgeschichte, den sie nach dem furiosen 6:0 im Hinspiel des UEFA-Pokal-Finales mit einem 1:1 im Rückspiel perfekt gemacht haben. Dass vor der Rekordkulisse von 28 112 Zuschauern am Ende gegen Zvezda-2005 kein weiterer Sieg heraussprang, tat der guten Laune aber keinen Abbruch.

Der europäische Erfolg hat nun erst recht die Begehrlichkeit geweckt, am kommenden Samstag im DFB-Pokalfinale von Berlin gegen den 1. FFC Turbine Potsdam den zweiten Titel binnen einer Woche einzufahren, dem Bundesligaspiel bei Tabellenführer FC Bayern München am Dienstag ist die Brisanz genommen.

„Wir werden uns jetzt natürlich mehr auf Berlin konzentrieren. In der Meisterschaft ist für uns nicht mehr viel drin, die theoretische Chance auf den Titel liegt vielleicht bei 0,1 Prozent“, räumt Marina Hegering ein, dass der Schwerpunkt nicht mehr auf der Frauenfußball-Bundesliga liegt. Und das bevorstehende Bundesligaspiel beim FC Bayern München am Dienstag schien auch in den Köpfen der anderen Spielerinnen eine nur noch untergeordnete Rolle einzunehmen.

DFB-Pokalfinale im Visier „Dieses Highlight werden wir jetzt ein, zwei Tage genießen, und dann werden wir mit der Vorbereitung auf das DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag beginnen“, so Topstürmerin Inka Grings, der vor der heimischen Kulisse am Freitagabend kein Torerfolg vergönnt war, so dass sie die Chance verpasste, bei der letzten Ausgabe des UEFA-Pokals Rekordtorschützin zu werden, zwei Tore fehlten dazu in der Endabrechnung.

Annemieke Kiesel meinte: „Wir sind jetzt die beste Mannschaft Europas, da wollen wir natürlich auch das nationale Pokalfinale gewinnen. Jetzt heißt es, sich so gut wie möglich zu erholen.“ Gerne hätten die Spielerinnen das Publikum in der fast ausverkauften MSV-Arena mit einem Sieg beglückt, doch mit dem klaren Vorsprung im Rücken fehlte es an der letzten Entschlossenheit, obwohl Trainerin Martina Voss ihren Spielerinnen mit auf den Weg gegeben hatte, so zu spielen, als stehe es 0:0.

Befreit zum nächsten Titel? „20 bis 30 Prozent an Aggressivität und Konsequenz“ fehlten laut Sonja Fuss, um den sichtlich um Wiedergutmachung bemühten Gegner aus Perm ein zweites Mal in die Schranken zu verweisen. „Es war mit der Führung im Hinterkopf schwer, wir konnten über weite Strecken nicht zeigen, was wir können. Ein Ziel ist jetzt erreicht, jetzt sind wir vielleicht befreiter“, blickte auch Annike Krahn bereits auf das nächste Finale in einer Woche voraus.

Zu den großen Gewinnerinnen durfte sich auch die belgische Nationalspielerin Femke Maes zählen, die erst im Winter zu den Löwinnen stieß. „Das ist einfach ein Traum, ich kann es noch gar nicht glauben. Schade, dass wir heute nicht besser gespielt haben.“ Einen besonderen Dank richtete sie an Voss: „Sie hat mir eine Menge Vertrauen geschenkt und mir die Zeit gegeben, mich an das Team zu gewöhnen. Ich bin wirklich stolz, nicht nur auf die elf Spielerinnen, sondern auch auf alle anderen.“

Erfolgreicher Nachwuchs Und auch für zwei Nachwuchstalente im Team war der UEFA-Pokal-Sieg das Sahnehäubchen unter eine herausragende Saison. Alexandra Popp und Marina Hegering konnten ihr Glück kaum fassen. „Das hätte ich mir in meiner ersten Bundesligasaison nicht träumen lassen“, strahlte Popp über das ganze Gesicht. Und Hegering ergänzte: „Die ganze Mannschaft hat sich den Titel verdient, wir haben eine riesige UEFA-Cup-Saison gespielt, da ist diese Belohnung gerechtfertigt.“

Voss selbst waren Freude und Stolz auf ihr Team sichtlich anzusehen. „Das Schöne war heute die Kulisse und das tolle Gefühl, dass uns die Duisburger heute gezeigt haben, dass sie zusammenstehen und uns ernst nehmen. Ich freue mich jetzt einfach nur und genieße den ersten gemeinsamen Titel mit meiner Mannschaft.“ Und schickte gleich eine Botschaft nach Potsdam. „Dieser Erfolg macht das Pokalfinale leichter für uns, wir werden diesen Titel nicht verschenken, und meine Mannschaft hat keine Motivationsprobleme.“