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2009

Duisburg heiß auf europäische Krone

Die Stimmung im Lager des FCR 2001 Duisburg ist vor dem Hinspiel im UEFA-Pokal-Finale am Samstag (ab 17.30 Uhr live auf Eurosport und im Womensoccer-Liveblogging) bei Zvezda-2005 von zurückhaltendem Optimismus geprägt. Erstmals, seit im vergangenen Herbst für die Löwinnen das Abenteuer Europa in der Ukraine begann, gilt das Team von Trainerin Martina Voss als Favorit. Doch können die Duisburgerinnen gegen den kompakten und mannschaftlich geschlossenen Gegner die eigene Offensivstärke ausspielen?

„Wir hatten als Neuling auch nichts zu verlieren und haben uns langsam als Mannschaft gefangen“, fasst Stürmerin Inka Grings gegenüber Womensoccer die bisherige UEFA-Pokal-Saison zusammen. Doch diesmal ist der Druck ungleich höher, denn mit dem Titelgewinn verbunden wäre ein automatischer Startplatz für die in der kommenden Saison erstmals ausgetragene Champions League. In der Bundesliga ist dies als Tabellendritter aus eigener Kraft zwei Spieltage vor Saisonende nicht mehr zu schaffen.

Ligastärke als Vorteil Doch Grings ist zuversichtlich: „Ich denke, es ist ein Vorteil für uns, dass wir kontinuierlich über das ganze Jahr gefordert worden sind.“ Denn dadurch haben sich nicht nur die jungen Spielerinnen weiterentwickelt, sondern das ganze Team in puncto Selbstvertrauen noch einmal einen gewaltigen Satz nach vorne gemacht. „Wir haben uns auf ein, zwei Positionen verstärkt und wir ernten jetzt die Früchte der Arbeit in den vergangenen Jahren“, so Grings, die im UEFA-Pokal bereits neun Tore erzielt hat.

Krahn setzt Signal Die Vertragsverlängerung von Nationalspielerin Annike Krahn dürfte für einen zusätzlichen Schub sorgen. Dass die gerade in den entscheidenden Wochen im Hintergrund geführten Vertragsgespräche das Team ablenken könnten, glaubt Grings nicht. „Die Wechsel und eventuellen Verhandlungen sind im Team momentan kein Thema, deswegen irritiert das auch nicht. Es ist normal, dass Spielerinnen aus diversen Gründen wechseln.“

Viel Respekt Trainerin Martina Voss setzt ganz auf die eigene Stärke: „Wir haben hohen Respekt vor Perm, diese Mannschaft ist gut eingespielt und seit zwei Jahren national ungeschlagen, aber auch wir wissen, was wir können.“ Zumindest mit einem Remis und im Optimalfall ohne Gegentreffer will man aus Russland zurückkehren.

Stand-by-Torhüterin Lehmann im Kader Um dieses Ziel zu erreichen, kann Voss auf einen 19-er Kader zurückgreifen, zuhause bleiben mussten Ilka Pedersen, Ana Cristina Olivera Leite, Hasret Kayikci, Marith Prießen, Vanessa Martini, Stephanie Goddard, Corina Schröder und die dritte Torhüterin Anke Preuß. Im Tor wird Stammtorhüterin Kathrin Längert stehen, doch auch Stand-by-Lösung Kathrin Lehmann steht erneut im Duisburger Kader. Simone Laudehr hat zwar leichte Grippe und auch Krahn ist noch nicht vollständig wieder fit, doch Voss ist sich sicher: „Das bekommen wir bis Samstag fraglos hin.“

Zvezda sieht Chancen bei 50:50 Erst ein Saisonspiel hat Zvezda-2005 bestritten, das gewann man in der vergangenen Woche gegen Lada Togliatti auf überzeugende Art und Weise mit 10:1. Trainer Aleksandr Grigoryan ist zwiegespalten: „Ich denke, die Chancen stehen bei 50:50. Wir haben tolle Spielerinnen, aber wir müssen unsere Liga verbessern“, sieht er das größte Manko in der fehlenden Klasse der russischen Liga. Mit hoch intensiven Trainingseinheiten hat er zweimal pro Woche versucht, sein Team auf das bevorstehende Finalduell vorzubereiten.

16 000-er-Marke geknackt Duisburgs Vorstandsvorsitzender Guido Lutz erklärt: „Die Mannschaft jedenfalls wird im Hinspiel alles geben, um gute sportliche Voraussetzungen für das Rückspiel zu schaffen.“ Denn nur sechs Tage später soll dann in der MSV-Arena im Rückspiel eine große Frauenfußball-Party steigen – schon jetzt wurden mehr als 16 000 Tickets verkauft.

Schlagwörter: FCR 2001 Duisburg • Inka Grings • Martina Voss • UEFA-Pokal • Zvezda-2005